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» Kultur | Freitag, 18. Juni 2010

Ein Ausblick auf die städtischen Reihen des Sprech– und Musiktheaters mit ihren jeweils fünf Aufführungen

Die einen reden russisch, die anderen deutsch. Aneinander vorbei? Keine Bange, man wird sie auf der Stadtgartenbühne doch verstehen. Romeo und Julia zweisprachig gehört zu den Aufführungen, die das Kulturbüro in die Theater– und Musiktheaterreihe der Saison 2010/​11 gepackt hat.

THEATER (rw). Das Kulturbüro würde gerne fortschreiben, was die letzte Saison zu einer erfreulichen machte: den Zuwachs. Laut Kulturbüro-​Leiter Ralph Häcker legten die Besucherzahlen beim Sprechtheater um 12 Prozent zu, beim Musiktheater gar um 18 Prozent. Die jeweils fünf Vorstellungen besuchten im Sprechtheater 1600 Zuschauer, im Musiktheater spitzten fast doppelt so viele Hörer die Ohren, nämlich 3160. Nicht zu vergessen die Begrenzung der Zuschauerzahl. Der Peter-​Parler-​Saal im Stadtgarten fasst zwar 950 Leute, doch im Sprechtheater hat man die Zahl der Plätze auf jene 600 reduziert, die noch das beste Hören und Sehen versprechen. Das Musiktheater kommt wegen des Orchestergrabens auf 850 verfügbare Plätze. Woraus sich schließen lässt, dass doch eine beträchtliche Zahl von Plätzen im Durchschnitt frei bleibt — im Sprechtheater fast die Hälfte. Zuwachs könnte man hier also durchaus noch vertragen. Spitzenreiter der letzten Saison war der „Nussknacker“ mit knapp 800 Besuchern.
Abwechslungsreich und anregend will das Programm der Saison 2010/​11 sein. Von Verdis „Troubadour“ bis zur Ballett-​Gala spannt sich im Musiktheater der Bogen, im Sprechtheater stehen Bühnenklassiker und Produktionen von Autoren der Gegenwart auf dem Spielplan.
Das Musiktheater bietet je zwei Opern– und Ballettabende sowie eine Operette. Der „Troubadour“ vollendet die Verdi-​Trilogie, das Ensemble aus Mailand singt auf Italienisch, es wird deutsch übertitelt. Die Tatarische Staatsoper Kasan präsentiert den Ballettklassiker „Don Quijote“in der Petipa-​Choreographie; ins Neue Jahr schwebt das Musiktheater mit dem „Bettelstudent“, gespielt vom Operettentheater Salzburg. Mit Gounods Faust-​Oper „Margarethe“ steht ein Standardwerk aus dem französischen Repertoire auf dem Spielplan. Den tänzerischen Schlusspunkt in der Musiktheater-​Saison setzt die „United Dance Company“, ein Querschnitt vom Pas de deux bis zur schieren Artistik.
Zum Auftakt des Sprechtheaters bringt das Tübinger Landestheater Romeo und Julia auf die Stadtgarten-​Bretter. Mit dabei sind Schauspieler aus Tübingens Partnerstadt Petropawlowsk, die Capulets sprechen russisch, die Montagues deutsch, irgendwie wird man’ s schon verstehen, man vertraue den Darstellern und Shakespeare. Die Esslinger Bühne zeigt eine Neufassung von Dario Fos „Bezahlt wird nicht“ aus dem Jahr 1975; die Badische Landesbühne kommt mit einem Sternchen-​Thema-​Stück: Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“ — ein Muss für Abiturienten. Noch einmal die Esslinger Württembergische mit Büchners aufwühlendem Revolutions-​Drama „Dantons Tod“. Ein Stück des Theaters Lindenhof über den Hitler-​Attentäter von der Ostalb, Georg Elser, beendet die Sprechtheater-​Saison. Dies Stück stammt von Dieter de Lazzer und Felix Huby, es erzählt vom Handeln eines wortkargen Mannes, dem der moralische Kompass nicht abhanden gekommen war.

Der Vorverkauf ist angelaufen, im Abo mit seinen drei Varianten hat’s der Interessent günstiger. Das Programmheft — jetzt bunt und im Kulturbüro-​Eigendesign — liegt aus beim i-​Punkt. Abos: Tel. 07171 /​4118 oder kulturbuero@​schwaebisch-​gmuend.​de.
 

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