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» Ostalbkreis | Freitag, 18. Juni 2010

Gestern wurde in der Stuifenhalle zur Bürgerversammlung Bildung und Erziehung geladen

Von dem in Waldstetten Erreichten träumen andere Kommunen. Diesen Eindruck nahmen Eltern gestern Abend mit nach Hause, nachdem sie in acht Vorträgen und Präsentationen die Bildungs– und Betreuungsangebote ihrer Gemeinde kennen gelernt hatten.

WALDSTETTEN (bt). Bereits mit Blick auf all die Stellwände, die Fotodokumentationen und ausliegenden Flyer fand’s Bürgermeister Michael Rembold nicht verwunderlich, dass Waldstetten mehrfach als „kinder– und jugendfreundliche Gemeinde“ ausgezeichnet wurde. Ihm und dem Gemeinderat seien bei den Themen Bildung und Betreuung das enge und vertrauensvolle „Mit– und Füreinander mit unseren Familien“ wichtig, ebenso die hervorragende Zusammenarbeit mit starken Partnern in Schulen, Kindergärten und Vereinen – nur so könnten all die bedarfsgerechten und flexiblen Betreuungsangebote geschaffen werden. Rembold voller Stolz: „Waldstetten ist eine gute Heimat für Familien; ich spüre bei Familien und Kindern, dass sie sich hier angenommen, verstanden und verwurzelt fühlen.“ Deutlich wurde auch, dass all das nicht nur aus Menschenfreundlich geschieht — die erste Frage bauwilliger junger Familien gelte mittlerweile den Bildungs– und Betreuungsangeboten, so Rembold; es sei von entscheidender Bedeutung, im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verlässlicher Partner zu sein und familienentlastende und –fördernde Maßnahmen anbieten zu können. Auch die Integration ausländischer Mitbürgerinnen und Mitbürger, insbesondere die Sprachförderung, sei wichtiger Faktor.
Erstes „Zukunftsthema“ des Abends war die Einführung der neuen Werkrealschule „Unterm Hohenrechberg“ mit Sitz in Waldstetten. Laut Michael Rembold war vor allem der Erhalt des Hauptschulstandorts Waldstetten Dank der Kooperation mit Straßdorf wichtig; beide Schule genössen einen guten Ruf. Rektor Wolfgang Göser und Schulamtsdirektor Fritz Hofstätter vom Staatlichen Schulamt sprachen über Eckpunkte und Profil, nicht zuletzt auch über den „zweistelligen“ Rückgang der Schülerzahlen, der Veränderungen notwendig gemacht habe. Wichtig war ihnen unter anderem die enge Kooperation von Werkrealschule und zweijähriger Berufsfachschule in Klasse 10, die Vermittlung beruflicher Grundbildung und der Grundsatz: „Kein Abschluss ohne Anschluss“. Speziell in Waldstetten setzt man auf die Vermittlung erweiterter Grundkenntnisse am Computer bereits in Klasse 5, auf Einzelberatung zur Berufsfindung, ein musisch-​sportliches Profil und anderes mehr
Anschließend referierte Rektor Stefan Willbold über den Schulerweiterungsbau und die offene Ganztagesbetreuung an der Franz-​von-​Assisi-​Schule. Der Bürgermeister sprach von einer lohnenden Investition in die Qualität einer Schule mit überörtlich gutem Ruf. Der Erweiterungsbau wird 2,55 Millionen kosten, die Gemeinde will sich mit immerhin 850 000 Euro beteiligen. Willbold ging insbesondere auf den Marchtaler Plan ein, den Rahmenplan für die Katholischen Freien Schulen in der Diözese, und darauf, was diese Grundsätze in der Ganztagesbetreuung bedeuteten. Schule ist demzufolge ein Lebensort, an dem Kinder sich aufgehoben und geborgen fühlen. Neu entstehen derzeit unter anderem Mensa, Musiktrakt, Spielezimmer, Projekt– und Arbeitsraum, PC–Raum mit 33 Arbeitsplätzen, Schülercafé und ein Raum der Stille.
Pfarrer Klaus Stegmaier sprach über die Kleinkindbetreuung in Wißgoldingen in Kooperation mit der katholischen Kirchengemeinde des Ortes. In Frage kamen die Einrichtung einer Kleinkindgruppe oder die Umwandlung in zwei altersgemischte Gruppen. Die Mittel zum Umbau des Kindergartens hat die Gemeinde bereitgestellt. Eine Kleinkindgruppe – die zwischen 80 000 und 100 000 Euro pro Jahr koste –, werde es vorläufig nicht geben, so Geil. Er fand, Kleinkinder seien am besten in der Familie aufgehoben; es gebe allerdings Situationen, in denen die Kirche da sein müsse, um Nöte in den Familien aufzufangen. Nachdem die Zahl der Kindergartenkinder um mehr als die Hälfte zurückgegangen sei, sei die Aufnahme der Kleinen jetzt möglich. Im Herbst werden fünf „Wichtel“ in die Gruppen integriert.
Verein Rentenretter — eine
„Perle in der Gemeinde“
Silke Langer präsentierte die Kleinkindbetreuung durch den Verein Rentenretter, der sich in drei betreuten Spielgruppen in Waldstetten und Wißgoldingen um Kinder im Alter zwischen einem und drei Jahren kümmert. Bürgermeister Rembold nannte diesen Verein ebenso eine „Perle in der Gemeinde“, wie den Kindergarten– und Schulförderverein Waldstetten, der ab den kommenden Sommerferien Schülerferienbetreuung für Grundschüler anbieten wird; über Arbeit und Ziele sprach Andreas Löffler.
Nicht ausschließlich Waldstetter Angebote und Konzepte kamen gestern Abend zur Sprache. Jasmin Mack und Janine Kalb stellten den Verein P.A.T.E. und sein Engagement in der Kindertagespflege vor, die auch in Waldstetten angeboten wird und den Bürgermeister insbesondere durch „große Flexibilität“ beeindruckt.
Annette Frey, Leiterin des Bildungsbüros Ostalb referierte über die Bildungsregion und ihre drei großen Projekte. So soll ein Konzept zur Förderung und Verbesserung der Sprachkompetenz von Kindern und Jugendlichen — insbesondere mit Migrationshintergrund — entwickelt werden. Parallel dazu ist geplant, die Bildungslandschaft im Kreis in einem „Bildungsportal“ öffentlich zu machen. Weiter wird mit der PH Gmünd der erste Bildungsbericht des Ostalbkreises erarbeitet.
Auch die Eltern waren gefragt an diesem Abend. Dank Claudia Kuhn konnten sie in Fragebögen Anregungen und Impulse geben, öffentlich machen, was verbessert, neu entwickelt oder überdacht werden sollte — die RZ wird berichten.
 

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