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Sonntag, 20. Juni 2010
Volleyball, Deutsche Meisterschaft der Seniorinnen: Gmünderinnen spielen sich sensationell auf den sechsten Platz
(pm). Das Pfingstwochenende verbrachten die DJK–Seniorinnen Ü 43 sehr erfolgreich in Berlin. Konnten sie sich doch bei den deutschen Seniorenmeisterschaften sensationell, im mit Ex-Nationalspielerinnen gespickten Teilnehmerfeld, am ersten Tag in die Runde um die Plätze fünf bis acht einziehen. Am zweiten Tag konnte der württembergische Meister seine Erfolgsserie weiter ausbauen und sich Platz sechs erkämpfen. Mit gemischten Gefühlen reisten die neun DJKlerinnen im Zug nach Berlin, wussten sie doch absolut nicht, was sie dort erwarten würde. Würden sie von vornherein keine Chance haben und von Spiel zu Spiel durchgereicht werden? Oder würden sie es schaffen, falls sich eine Chance bietet, diese zu nutzen und den ein oder anderen Sieg landen?
Diese Frage beantworteten die DJKlerinnen sich selbst gleich in ihrem ersten Satz der deutschen Meisterschaft. Gegner war mit dem Berlin-Brandenburger SC ein „alter Hase“ bei den nationalen Titelkämpfen der Ü
43 und letztjähriger Viertplatzierter. Sie unterschätzten die körperlich kleine namenlose Mannschaft
DJK Schwäbisch Gmünd völlig und wurden dafür bestraft. Denn hochkonzentriert mit großem Kämpferherz und Einsatzwillen vom ersten Ballwechsel an, wehrten sich die DJKlerinnen gegen die körperlich übermächtigen Gegner mit sensationellen Abwehraktionen, beherzten Angriffsschlägen am Netz und machten Druck mit einer Reihe guter Aufschläge. Völlig überraschend, aber dennoch verdient, ging der erste Satz mit
25:
21 an die
DJK–Seniorinnen. Im zweiten Durchgang konzentrierte sich der Gegner mehr auf seine körperliche Überlegenheit und nutzte diese am Netz immer wieder gnadenlos aus, so dass die Berlinerinnen deutlich mit
25:
7 den Satzausgleich schafften. Im Entscheidungssatz hielten sich Gmünder Cleverness und Abwehrstärke mit der Netzüberlegenheit der Hauptstätterinnen lange die Waage, bis sich die langen BBSClerinnen mit
15:
11 durchsetzen konnten.
Gleich anschließend mussten die Gmünderinnen gegen Telstar Bochum antreten, das im letzten Jahre den fünften Platz erreichte. Bochum hatte die Partie zuvor wohl nicht genau beobachtet, denn auch das Telstar-Team unterschätzte den Gmünder Siegeswillen. In diesem Spiel zeichnete sich vor allem die gute Blockarbeit von Mittelblockerin Astrid Hark-Thome aus, die ein ums andere Mal ihre Gegnerinnen zum Verzweifeln brachte. Zunächst ging es noch knapp zu. Der erste Satz ging mit
25:
23 an die
DJK. Nach dem Seitenwechsel dominierte das Team und siegte mit
25:
14. Somit stand die
DJK sicher als Gruppenzweiter fest. Die DJKlerinnen waren völlig von sich selbst überrascht, spielten sie doch tatsächlich um die Plätze eins bis acht.
Im letzten Spiel des ersten Wettkampftages mussten die Gmünderinnen gegen keinen geringeren als den Vizemeister von
2009, die TG Rüsselsheim, antreten, um am nächsten Tag entweder um die Plätze eins bis vier oder fünf bis acht zu kämpfen. Jetzt fiel zum ersten Mal der Ausdruck „Zwerge“ für die Gmünder Vertretung, denn sie waren bis auf Mittelblockerin Hark-Thome alle mindestens einen Kopf kleiner als ihre Kontrahentinnen. Aber auch in dieser Begegnung zeigte der württembergischen Meister keinerlei Respekt, weder vor der Größe, noch vor der Tatsache, dass die TG amtierender deutscher Vizemeister war. So kam es, dass die
DJK ihr bestes Spiel des Turniers zeigte. In einem wahren Spielrausch kämpften die Gmünderinnen um jeden Ball und brachten die körperlich zwar größeren, aber auch wesentlich stabileren Gegnerinnen an den Rande einer Niederlage. Deutlich mit
25:
19 behaupteten sich die Gmünder „Zwerge“. Im zweiten Satz hatten sie schon einen Matchball, bei dem die Netzkonstellationen aber zu eindeutig für Rüsselsheim waren, als dass sie ihn verwerten konnten. Glücklich mit
29:
27 schaffte die TG den Satzausgleich. Im Entscheidungssatz lag die
DJK schon deutlich in Front, als Rüsselsheim sich aufrappelte und mit den letzten Kräften am Netz der
DJK Paroli bot. Mit
15:
12 hatten die kleinen Gmünderinnen letztendlich mit etwas Pech das Nachsehen.
MTV Wolfenbüttel hieß der Gegner im Überkreuz-Vergleich um die Plätze fünf und sechs oder sieben und acht. Die Euphorie vom Vortag war auf Seiten der
DJK zwar noch zu spüren, aber sie war an diesem Morgen sehr schnell verpufft. Eigentlich wollten die Gmünderinnen an die Leistungen vom Vortag anknüpfen. Aber nicht locker und unbeschwert, sondern verkrampft und sich selbst unter Druck setzend, gelang ihnen im ersten Satz rein gar nichts. Das
25:
14 für den MTV Wolfenbüttel spiegelt dies wider. Spaß am Spiel haben, wie im Training die Bälle spielen, war die Devise für den zweiten Satz, um den Druck los zu werden. Und siehe da, es klappte. Die fleißigen Gmünderinnen freuten sich wieder über jeden einzelnen ihrer erzielten Punkte, wenn es auch manchmal glücklich war, aber so fanden sie zurück ins Spiel. Und plötzlich waren sie wieder hellwach und konzentriert, waren in der Abwehr da bei kurzen Lobs oder langen Angriffsschlägen in die Ecken. Auch der eigene Angriff war jetzt wieder clever und flexibel, so dass Wolfenbüttel langsam ins Straucheln kam. Das nötige Quäntchen Glück war am Ende dieses Satzes auch auf Seiten der
DJK, so dass sie knapp mit
25:
23 den Satzausgleich schaffte. Was danach folgte war einfach sensationell. Mit
15:
1 wurde der nordwestdeutsche Meister vom Feld gefegt. Bei den mental sehr starken
DJK–Damen setzten sich Heike Weber und Gerty Roos mit Aufschlagserien in Szene, so dass beim MTV Wolfenbüttel nichts mehr zusammenlief. Der Widerstand des nordwestdeutschen Meisters war schnell gebrochen.
Im Spiel um Platz fünf mussten die Gmünderinnen gegen die TuS Eintracht Wiesbaden antreten. Die einzige Mannschaft, die durchweg wie die
DJK kleinere Spielerinnen aufs Feld brachte. Technisch jedoch war das Eintracht-Team hervorragend besetzt, spielte es vorne am Netz mit Aufsteiger und sehr schnellen Bällen, was ihnen gegenüber den Württembergern einen deutlichen Vorteil brachte. Zudem war der Adrenalinspiegel bei den DJKlerinnen nicht mehr so hoch, hatten sie doch jetzt schon deutlich mehr erreicht als erwartet. So ist es nicht verwunderlich, dass dieses letzte Spiel mit
2:
0-Sätzen an die Vertretung aus Wiesbaden ging, die konzentrierter auftraten und ihr Spiel durchzogen.
Dennoch: Mit Platz sechs bei den deutschen Seniorenmeisterschaften hatten die
DJK–Damen sich selbst übertroffen und für die „Gmünder Zwerge“ stand fest: Berlin war eine Reise wert.
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