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» Schwäbisch Gmünd | Dienstag, 22. Juni 2010

Heute vor 150 Jahren wurde in Schwäbisch Gmünd Karl Haußmann geboren

Seit dem 25. Januar 1940 gibt es in Schwäbisch Gmünd eine Haußmannstraße. Viele Menschen sind dort täglich unterwegs, erreicht man von dort doch die Eingänge des Landratsamtes, der Polizei, des Parler– und des Hans-​Baldung-​Gymnasiums. Doch wer weiß eigentlich noch, nach wem diese Straße benannt ist?

SCHWÄBISCH GMÜND (ml). Karl Gottlob Friedrich Haußmann wurde am 22. Juni 1860 auf dem elterlichen Gut auf dem Siechenberg geboren. Als ältestes von fünf Geschwistern wäre es eigentlich sein Schicksal gewesen, den väterlichen Hof zu übernehmen. Da sich aber schon früh seine große – vor allem naturwissenschaftliche – Begabung zeigte, konnte er nach Volks– und Realschule in Gmünd die Oberrealschule in Ulm besuchen.
Mehrfach für seine Leistungen ausgezeichnet erhielt er dort 1879 das Reifezeugnis ohne eine mündliche Prüfung ablegen zu müssen. Nach dem Militärdienst als Einjährig-​Freiwilliger studierte er vier Semester Mathematik und Naturwissenschaften an der Technischen Hochschule in Stuttgart und zählte dort zu den sieben Gründungsmitgliedern der Burschenschaft „Ulmia“.
Haußmanns weitere Studienorte waren Leipzig und Tübingen. Anschließend unterrichtete er an der Höheren Töchterschule seiner Heimatstadt Schwäbisch Gmünd.
Dann erreichte ihn der Ruf seiner alten Oberrealschule nach Ulm. Schon kurz darauf findet man ihn als Mathematiker im Dienste des Hamburger Staates, wo er die Aufgabe, den Hafen zu vermessen, „zur allerhöchsten Zufriedenheit“ löste.
Inzwischen als Vermessungsspezialist bekannt kam er als Assistent an die TH Stuttgart und dort mit dem „Markscheidewesen“ in Kontakt, dem „Vermessungswesen unter Tage“. In der Folge lautete das Thema seiner Habilitation „Untersuchungen einiger Methoden der Grubenmessung“.
1899 ging sein größter Wunsch in Erfüllung: Die TH Aachen berief ihn auf den neu geschaffenen Lehrstuhl für Markscheidekunde. In dieser Aufgabe ging Haußmann voll und ganz auf und erwarb sich einen großen Ruf. 1915 wurde er als Ordinarius für Geodäsie an die TH Charlottenburg berufen. Zum 60. Geburtstag gab es den Dr. Ing. e.h. „in Anerkennung seiner schöpferischen Leistungen auf dem Gebiete des Markscheidewesens, der Erdbebenwissenschaft und der Magnetforschung“.
1925 wurde Karl Haußmann emeritiert und kehrte nach Schwäbisch Gmünd Gmünd zurück. Nachdem er seinem Freund Dr. Hugo Eckener von der Zeppelinwerft in Friedrichshafen wertvolle Impulse für deren Polarfahrt gegeben hatte, lud Eckener Haußmann zu einer Südamerikareise mit dem Zeppelin ein, die der Gmünder 1931 mit großer Begeisterung mitmachte.
Zum 75. Geburtstag ernannte ihn der Gemeinderat der Stadt Schwäbisch Gmünd zum Ehrenbürger. Am 24. Januar 1940 starb Karl Haußmann.
 

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