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» Sport | Freitag, 25. Juni 2010

Fußball: Die Initiative des Reha-​Zentrums Eisele in Schwäbisch Gmünd wird von Kevin Eisele und Marc Wörle umgesetzt

Koordinationstraining als Bewegungs– und Intelligenzschulung findet am 31. Juli auf dem Lorcher Goldwasen für Kinder des Jahrganges 2000 statt. Die Initiatoren des Projektes sind Physiotherapeut Kevin Eisele und Sportwissenschaftler Marc Wörle. Von Stefan Köpf

Koordination, so sind sich Physiotherapeut Kevin Eisele und Diplom-​Sportwissenschaftler Marc Wörle einig, sei die Hauptkomponente nicht nur im Fußball, sondern in allen Sportarten und ebenso im späteren Leben, um das Bewegungsverhalten zu ökonomisieren und damit gesundheitlichen Schäden vorzubeugen, oder Reaktionsfähigkeiten vor allem im Sport zu verbessern. „Ein spezifisches Koordinationstraining bieten wir schon seit langer Zeit im Reha-​Zentrum Eisele an und ist unsere tägliche Arbeit“, erläutert Kevin Eisele. Seit einiger Zeit trainiert Marc Wörle mit den Nachwuchsfußballern der Sportfreunde Lorch auf dem Goldwasen, um die sieben Phasen der Koordination zu vermitteln: „Koordinative Fähigkeiten sind nicht angeboren, sondern können erlernt werden. Am besten funktioniert das, wenn die Kinder zwischen sieben und zwölf Jahre alt sind, denn dann ist eine besondere Lernfähigkeit gegeben.“ Um aber den Spaß an der Sache zu bewahren sind die Übungen respektive Trainingseinheiten fußballspezifisch aufgebaut. Beim Fußballspiel muss sich der Kicker sowohl auf den Ball, als auch den Gegenspieler, das eigene und das gegnerische Mannschaftsverhalten konzentrieren. In kürzester Zeit muss also auf viele verschiedene Abläufe geachtet und reagiert werden. Deshalb ist es essenziell für den Fußballer möglichst schnell auf solche Dinge zu reagieren und Abläufe zu koordinieren, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Doch nicht nur im sportlichen Bereich ist die koordinative Schulung ein Vorteil, denn Koordination bedeutet auch, dass das Zusammenspiel der linken und der rechten Gehirnhälfte trainiert wird und dadurch auch Denkprozesse schneller ablaufen können, was wiederum zu einer Intelligenzförderung bei den Kindern führt.
Am 31. Juli findet dann auf dem Goldwasen ein Trainingstag mit einer Gruppe von 28 Kindern des Jahrganges 2000 statt, wobei diese in zwei 14er-​Gruppen eingeteilt werden, von welchen eine morgens und eine nachmittags trainiert wird. Eingeladen und willkommen sind dabei zwei Kinder pro Verein, sowie Übungsleiter und Eltern. Denn hauptsächlich sollen die Ideen durch Vorträge, welche zwischen den beiden Trainingseinheiten stattfinden, vom Physiotherapeuten der U-​20-​Fußballnationalmannschaft Kevin Eisele und Diplom-​Sportwissenschaftler Marc Wörle vermittelt werden. Schließlich sollten vor allem die Trainer aller Sportarten auf eine koordinative Grundausbildung der Kinder achten und die dabei angewandten und erlernten Methoden mit Spaß den Kindern beibringen beziehungsweise weitergeben. Doch was veranlasst Eisele und Wörle zu einem solchen Pilotprojekt? Beide sind sich einig, dass die Kinder aufgrund von Videospielen, übermäßigen Fernsehgenusses und mangelnder Bewegung reduzierte Reize in koordinativen Bewegungsabläufen aufweisen. „Die Bewegung in der freien Natur ist nicht mehr in dem nötigen Ausmaß gegeben, so dass die Kinder und auch Teenager koordinativ nicht mehr ausreichend geschult sind, was sich auch auf Fehlhaltungen des Körpers auswirkt und daraus resultierende Schäden“, erklärt Wörle. Dem soll mit diesem Projekt vorgebeugt werden und das nicht auf Leistungssportebene, denn es geht nicht darum einen neuen Ballack zu finden, vielmehr ist das Ziel möglichst viele Kinder, Eltern und Übungsleiter aus unterschiedlichen Sportarten zu gewinnen. Der Fußball sei nur der Spaßvermittler und in der Zeit der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika auch ein aktuelles Thema.

Auf der Homepage der Sportfreunde ist ein Anmeldeformular online gestellt, welches ab dem 1. Juli heruntergeladen werden kann. Dieses muss dann nur noch dem Verein per Mail oder Fax zugeschickt werden.
 

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