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» Ostalbkreis | Freitag, 25. Juni 2010

Grenzenloses Feiern nach dem deutschen Zittersieg verläuft in den erwünschten Grenzen

Tausende Zuschauer beim öffentlich gezeigten Deutschland-​Spiel, enorme Autokorsos – und eine Polizei, die im Großen und Ganzen so richtig zufrieden ist und den Deutschen sogar den WM-​Sieg aus ganzem Herzen gönnt.

OSTALBKREIS (pm). Die Polizei hat bei den öffentlichen Veranstaltungen beim WM-​Spiel Deutschland gegen Ghana in den größeren Kreisgemeinden über 7000 Zuschauer gezählt. Kreisweit waren es bei vielen weiteren Veranstaltungen aber sicher wesentlich mehr Teilnehmer, die sich zum gemeinsamen Fußballschauen und Nachfeiern getroffen haben.
Absoluter Spitzenreiter bei den Zuschauerzahlen war Ellwangen. Allein etwa 3500 Fußballbegeisterte zählte man vor der Leinwand auf dem Marktplatz, und auch sonst war in der Stadt einiges los. Auf nicht ganz 3000 Gemeinschaftsgucker kam man in Aalen, hier allerdings auf vier Bereiche verteilt. In der Alten Schmiede so um die tausend Zuschauer, auf dem Areal des Aalener Löwenbräus nicht viel weniger, im „Bermuda-​Karree“ Helferstraße/​An der Stadtkirche/​Alter Kirchplatz wohl etwa 600 und vor dem Westside-​Center noch knapp 400. In Schwäbisch Gmünd zählte die Polizei „nur“ etwa 500 Menschen, die in Ermangelung einer „zentralen Gemeinschaftsfußballzuschaumöglichkeit“ sich erst nach dem Spiel zum Autokorso trafen.
Den größten Autokorso gab es wieder in Aalen, wo wie schon nach dem Auftaktsieg etwa 1000 Fahrzeuge teilnahmen. Da sich aber auch fast so viele Zuschauer genau dort trafen, wo eigentlich der Korso seine Runden drehen wollte, war schon nach wenigen Minuten für den Korso kein Durchkommen mehr. Der Versuch der Polizei, den Korso um die Fan-​Hindernisse herumzuführen scheiterte zweimal und musste dann aufgegeben werden.
Auf der Straße war keinerlei Fahrbewegung mehr möglich. Danach bewegte sich der Fanpropfen zur Kreuzung Friedrichstraße/​Stuttgarter Straße und ab diesem Zeitpunkt war auch für den Normalverkehr die Fahrt zu Ende.
Die Polizei konzentrierte sich dann im Wesentlichen darauf, wenigstens diejenigen, die sich nicht am kollektiven Schlangestehen beteiligen wollten, frühzeitig vor dem Stau abzuleiten und begann gegen 23.45 Uhr die Feierorgie aufzulösen, was sich die bis dahin enthusiastisch Tobenden auch gefallen ließen, so dass gegen 24 Uhr die Straßen wieder freigegeben werden konnten.
In Schwäbisch Gmünd konzentrierte sich der Fanpulk im Bereich der beiden Schmiedgassen. Auch hier kam der Korso immer wieder zum Erliegen, aber auch hier machte das keinem der Beteiligten wirklich etwas aus. Insgesamt waren die Fans hier wie dort zwar ähnlich unstrukturiert wie die deutsche Mannschaft, allerdings zeigten sie wesentlich mehr Leben und Einsatzfreude. Und obwohl die Feiernden in diesen eineinhalb Stunden den Eindruck machten, als ob sie alle Grenzen überwunden hätten, kann die Polizei die Bilanz ziehen, dass doch so gut wie alle die wichtigsten Grenzen beachtet haben: es kam zu keinen Unfällen, es wurden lediglich zwei sich anbahnende Auseinandersetzungen gemeldet, die aber ohne bekannten Geschädigten abliefen und auch die bislang gemeldeten Sachbeschädigungen hielten sich im deutlich einstelligen Bereich.
Die Botschaft der Polizei an die Deutsche Mannschaft kann also nur lauten: „Gegen England muss ein Sieg her! Wir haben alle nichts dagegen!“
 

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