Beim Hochwasserschutz in Mögglingen ist das Land sparsam
Die für Mögglingen ins Auge gefassten Hochwasserschutzmaßnahmen können nicht in vollem Umfang realisiert werden. Das Land hat nicht alles als zuschussfähig anerkannt — und auf eigene Rechnung kann sich die Gemeinde nicht alles leisten. Von Gerold Bauer
MÖGGLINGEN. Eröffnet wurde die gestrige Gemeinderatssitzung von Bürgermeister Ottmar Schweizer zunächst mit dem erfreulichen Teil. „Offensichtlich bricht in diesen Tagen der Geldsegen über uns herein“, kommentierte er schmunzelnd die verschiedenen Nachrichten über gewährte Fördermittel.
Wie beantragt gibt es
45 000 Euro Zuschuss für die Anschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeugs, und auch für den Bau der so genannten „Westtangente“ wurden die staatlichen Mittel in genau der Höhe bewilligt, wie es die Gemeinde Mögglingen beantragt hatte.
Mit stolzen
2,
44 Millionen Euro will sich das Land an dieser Querspange vom Bahnhofsbereich bis zur Heubacher Straße beteiligen. Und dass Mögglingen als Teil der Remstalgemeinden anteilig in den Genuss von drei Millionen Euro für die Durchführung der „Grünschau“ anno
2019 kommt, war die dritte gute Nachricht des gestrigen Abends.
Im Gegenzug wurde der Rotstift bei den Hochwasserschutzmaßnahmen spürbar angesetzt. Dipl.-Ing. Udo Bäuerle und Wasserverbandsgeschäftsführer Hans-Georg Walter informierten in der Sitzung ausführlich und detailliert über die Verhandlungsergebnisse. Nicht alles, was die Fachleute als sinnvoll empfehlen beziehungsweise was die Gemeinde zur Absicherung von Gebäuden tun möchte, sieht auch die Zuschussstelle des Landes (angesiedelt im Stuttgarter Regierungspräsidium) als Aufgabe des Wasserverbandes an. Zum Beispiel die Auffüllung in Verbindung mit einer Altlastenbeseitigung unterhalb der ehemaligen Gärtnerei Schmid könne nicht bezuschusst werden.
Auch für einen Schutzdamm im Bereich des Gebiets „Wert“ kann sich das Regierungspräsidium nicht erwärmen — mit der Begründung, dass die Gemeinde ja schon vor der dortigen Bebauung wusste, dass es sich um hochwassergefährdete Flächen handelt. Eine weitere Streichung betrifft den Rückhalteraum beim alten Sportplatz. Anstelle des gewünschten Aufstauens einer kleinen Wasserfläche mit Insel wird nur das Anlegen einer im Normalfall trockenen und landwirtschaftlich nutzbaren Flutmulde akzeptiert.
Die als zuschussfähig anerkannten Kosten belaufen sich auf
1,
42 Millionen Euro — wovon das Land knapp eine knappe Million bezahlt und der Rest von der Gemeinde bezahlt werden muss. Die nicht förderfähigen Kosten summieren sich auf rund
280 000 Euro; zuviel, um allein aus der Gemeindekasse finanziert zu werden. Lediglich einen Steinwall für das Gebiet „Wert“ wird man wohl in kommunaler Eigenleistung realisieren.
Vergeben wurden gestern Abend die Arbeiten für den Wetterschutz der Schrägstützen an der Mackilohalle. Weil der schräge Teil der Stützen besonders stark der Witterung ausgesetzt ist, wird dieser mit Blech verkleidet. Im senkrechten Teil der Stützen wird aus Kostengründen nun nur der Schutzanstrich erneuert. Die Blechverwahrung werde aber so ausgeführt, erläuterte der beauftragte Architekt Patriz Schurr, dass man nachträglich ohne Aufwand die Metallverkleidung bis ganz nach unten ziehen kann.
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