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» Sport | Sonntag, 27. Juni 2010

Radsport: Annika Seefeld fährt beeindruckendes Rennen bei Straßen-​DM der U-​15-​Klasse

(pm). In Bundenthal, Rheinland-​Pfalz, fanden die deutschen Meisterschaften im Straßenfahren der U-​15-​Klasse statt. Mit Annika Seefeld stand auch eine Rennfahrerin aus Schwäbisch Gmünd unter den 60 Starterinnen beim Saisonhöhepunkt des Nachwuchses.

Die bald 14-​jährige Schülerin des Gmünder Hans-​Baldung-​Gymnasiums, ist auch eine gute Leichtathletin und gehört dort zum Lauf-​Kader des Landesverbandes von Baden-​Württemberg. Nach einem „infektionsreichen“ Frühjahr und wachstumsbedingten Bindegewebsproblemen hatte sie das Leistungssportjahr 2010 eigentlich schon abgehakt. Aber ein abwechslungsreicher Fitnessmix aus Radfahren, Inliner, Waldlauf und Stabilisationsgymnastik erwies sich als sehr effektiv und auch mental erwachte dadurch wieder der Kampfgeist. Da es in diesem Alter noch absolut nicht nötig ist, sich richtig zu spezialisieren, wird nun auch weiterhin wettkampf– und trainingstechnisch mehrgleisig verfahren. Nach guten Leistungen bei der Landesmeisterschaft und beim schweren Bergrennen in Biberach wurde Annika zu den deutschen Meisterschaften der Nachwuchsklassen gemeldet. Natürlich stand für Annika, die beim RSV Stuttgart-​Vaihingen gemeldet ist, in der letzten Zeit das Rad-​Training im Vordergrund.
Im DM-​Rennen musste ein etwa zwölf Kilometer langer Rundkurs mit zwei Bergen, in der schönen Ferienregion des Dahner Felsenlandes, dreimal gefahren werden. Auf den fast 36 km durften die jungen Damen 700 Höhenmeter überwinden. Leider waren die letzten fünf Kilometer ziemlich flach, was den starken Bergfahrern nicht entgegen kam. Da helfen oft die besten Kletter– und Abfahrerqualitäten nicht so sehr viel, wenn die gesamte Renndistanz nicht lang genug ist.
Inmitten eines beeindruckenden Konvois aus Polizei auf Motorrädern und in Autos sowie den Material– und Teamwagen der Landesverbände erfolgte dann pünktlich der Start. Ein beeindruckendes Erlebnis. Und, einer deutschen Meisterschaft würdig, wurde vom Start weg, auf höchstem Niveau Rad gefahren. Bereits bei der ersten Rampe nach einem Kilometer wurde vorne attackiert und hinten flogen schon einige aus dem Feld. Nach vier Kilometern musste dann eine 2,5 km lange Steigung überwunden werden. Nach der folgenden kurzen und schnellen Abfahrt durch ein nettes kleines Pfälzer Dorf, kam das erwähnte lange flache Stück bis zum Ende der Runde.
Mit einem 36er-​Schnitt kam die große Favoritin aus dem Saarland aus der schnellen ersten Runde. Knapp eine Minute dahinter das schon stark dezimierte Feld. Die zweite Runde wurde ähnlich aggressiv gefahren und bei der zweiten Überfahrt der großen Bergwertung lag Annika, bärenstark kletternd, in der ersten Verfolgergruppe bestehend aus etwa zehn Fahrerinnen. Das Feld war schon in viele kleine Gruppen zerrissen. Aber leider immer noch nicht entscheidend genug und durch Uneinigkeit, team– oder verbandsinterne Vorgaben kam der Rest des Feldes wieder zusammen.
Das Tempo blieb auch in der dritten Runde unvermindert hoch und die letzte lange Bergwertung sollte die Entscheidung bringen. Das hohe Tempo am Berg zog das Feld völlig in die Länge und acht Fahrerinnen kamen bis zur Kuppe 100 m vorne weg. Aber auch Annika konnte in großer Manier, gleich dahinter, gegenhalten und sich mit einer Fahrerin aus Leutkirch wiederum von den anderen absetzen. Nach der rasanten Abfahrt und der Tatsache das Annika fünf Kilometer vor dem Ziel auf einer Top-​Ten-​Platzierung unterwegs war, beschloss sie alles auf eine Karte zu setzen und vollends die Flucht nach vorne zu ergreifen. Leider war alle tolle Mühe und ein Tempo von über 40 km/​h auf der Flucht umsonst! Hinter den Beiden war sich wieder eine Gruppe einig und holte das Duo kurz vor dem Ziel ein. Da ist der Nachwuchs-​Straßen-​Radsport, genau wie der Profi-​Radsport, absolut gnadenlos. Etwa anderthalb Minuten hinter der Solosiegerin, 30 Sekunden hinter der Zweiten und zeitgleich mit der neunten kam Annika dann, nach 1.06 Stunden und tollem Kampf auf den 25. Platz. Damit war sie drittbeste Schülerin aus Baden-​Württemberg.
 

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