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» Schwäbisch Gmünd | Sonntag, 27. Juni 2010

Werner Debler erhielt die Staufermedaille des Landes für sein Wirken in der Heimat-​, Denkmals– und Geschichtspflege

Es kommt nicht so oft vor, dass einer, der sich mit Vergangenem befasst, gewürdigt wird. Heimatforschung zumal geschieht oft im kleinen Kreis. Doch manchmal gibt es eine hohe Anerkennung: der Gmünder Historiker Werner Debler erhielt gestern die Staufermedaille des Landes.

SCHWÄBISCH GMÜND (rw). „Ein Gmünder mit Leib und Seele, er trägt die Gene des guten Gmünders schlechthin“, so pries OB Richard Arnold den umtriebigen, überaus produktiven Historiker im Prediger-​Refektorium, wo im Beisein von 80 Gästen aus Familie und Freundeskreis die Übergabe der Medaille stattfand. Die Urkunde war noch von Günther Oettinger unterzeichnet worden, „der Ministerpräsident hat gewechselt, du bist geblieben“, sagte Finanzstaatssekretär Stefan Scheffold zu dem „Bewahrer der Heimat und Tradition“, so das Stadtoberhaupt. Scheffold listete einiges aus der Biographie und Laufbahn Werner Deblers auf: 1940 in Schwäbisch Gmünd geboren, Reallehrer geworden, dann Konrektor, Schulrat und schließlich Leiter des Gmünder Realschullehrerseminars. Im Vorstand von Bürgerstiftung, Dietenberger-​Stiftung und Geschichtsverein, Förderer von Denkmalschutzprojekten und Initiator des populären Festes an der Dreifaltigkeits-​Kapelle, deren Erhalt sich die Balthasar-​Debler-​Stiftung zuwendet. Der Reinerlös dieses Festes dient wiederum dazu, Denkmalschutzprojekt in Schwäbisch Gmünd zu fördern. Schließlich noch Kuratoriumsvorsitzender des Vereins der Abendrealschule und zehn Jahre lang Kreisrat – „ein Mann der Tat, ein echter Historiker.“
Seit Jahrzehnten setze er sich intensiv für die Geschichtsforschung, die Heimat– und Denkmalpflege in Schwäbisch Gmünd ein, er habe viel geforscht und publiziert, sich in Vorträgen und Führungen der Stadtgeschichte gewidmet. Er setze sich für Mitmenschen ein, habe viel für Schwäbisch Gmünd und den Ostalbkreis getan, mache Geschichte erlebbar und schaffe so die Voraussetzung für die Verbundenheit mit der Region, „nur wer die Geschichte seiner Heimatstadt und Umgebung kennt, kann sich mit ihr identifizieren.“
Stadtarchivar Klaus Jürgen Herrmann ging auf einige herausragende Veröffentlichungen des Autors ein: die zauberhafte Döbler-​Biographie, schließlich das 2006 erschienene Buch über den Gmünder Chronisten schlechthin, Dominikus Debler, für welches Werner Debler den Preis der Ostalb-​Stiftung erhielt. Nicht zuletzt habe Werner Debler mit viel Energie das Projekt angestoßen, die Gmünder Straßennamen mit Erklärungen zu untertiteln. Und Werner Debler, last but not least, sei ein „umgänglicher Zeitgenosse mit viel Humor.“
Wovon der Geehrte in seiner Antwort und in seinem Dank ein paar anekdotische Kostproben gab. Er freue sich auch deshalb über diese Auszeichnung, weil sie das Ehrenamt stärke und „die Leistungen derer würdigt, die mir bei all meinen Aktivitäten, Aktionen und Publikationen geholfen haben und mir mit Rat und Tat zur Seite gestanden sind. Und das waren wirklich viele.“ Das im Team ausgeübte Ehrenamt sei immer besonders wertvoll und wirkungsvoll. „Ganz einfach gesagt: Kleine Taten, die man ausführt, sind immer besser als große, die man plant.“ Ein handelnder Bürger sei jener, der dazu beitrage, dass ein Strobelbild oder ein Salvatorrelief renoviert werde. Die Pflege der historischen Denkmäler sei wertvoll und lohnenswert, „Zukunft braucht Herkunft.“ Einige Mithelfer hob Debler beispielhaft hervor: So Helmut Ohnewald, der als MdL Geld für die Dreifaltigkeitskapelle losgeeist und den Tipp mit dem Festle gegeben habe, das Stadtarchiv mit Klaus Jürgen Herrmann und Brigitte Mangold. Und Freude bereitet dem Historiker die Gmünder Gegenwart: „Phänomenal – bürgerschaftliches Engagement, gewaltige Investitionen, ich freue mich über diese Art der Stadtentwicklung.“
 

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