Rems-Zeitung - Täglich eine gute Zeitung

Anzeige

Lokalnachrichten

» Schwäbisch Gmünd | Montag, 28. Juni 2010

Der Sängerkranz Lindach lud gestern zum Kranzlsingen ein /​Jung und Alt sangen gemeinsam

Der Sängerkranz Lindach 1885 hat sich in seinem Jubiläumsjahr mit dem „Kranzlsingen“ der Pflege einer schönen Tradition bemüht, die ursprünglich aus Österreich stammt. Von Dorothee Wörner

GMÜND-​LINDACH. Im Ursprungsland zogen singende Gruppen durch den Ort und erhielten einen Kranz als Aufforderung Halt zu machen und zu singen. „Es ist von vorne herein eine Veranstaltung für draußen“, erklärte die Vorsitzende des Sängerkranzes, Daniela Maneljuk, am gestrigen Sonntagnachmittag. Und auch das Kranzlsingen in Lindach wurde unter freiem Himmel veranstaltet.
Zunächst geplant als Großveranstaltung des Chorverbandes Friedrich Silcher, wurde es auf Grund einiger Absagen zu einem gemütlichen Treffen für die sieben teilnehmende Chöre, das musikalisch ausgestattet war mit einer breiten Auswahl an klassischer und moderner Chorliteratur. Mit dabei waren der Projektchor des Sängerkranzes Lindach „Jung und Alt“; der Männergesangverein Alfdorf; der Liederkranz Bargau; der Liederkranz Täferrot; der Männergesangverein Mutlangen; der Liederkranz Mögglingen und der Männergesangverein Mittelbronn.
An zwei verschiedenen Standorten in Lindach, an der Eichenrainhalle und beim evangelischen Gemeindehaus traten die Chöre in wechselnder Reihenfolge auf. „Schön ist es auf der Welt zu sein…“, schon von weitem hörte man den Projektchor aus Lindach. „Jung und Alt“ nennen sie sich und tatsächlich stehen da mehrere Generationen unter den großen Bäumen zusammen und singen. Und auch wenn einem kleinen Sängerkind die Noten für den Text nicht ausreichen und es jedesmal noch in einem kleinen Sologesang zwei Silben anhängen muss, so trägt das natürlich zur Freude aller bei. Freude muss beim Singen einfach dabei sein, findet Daniela Maneljuk und ist überzeugt „Freude und Harmonie“, das kann man hören. Die Dirigentin des Sängerkranzes, Zsuzsanna Hätterich, bezeichnet sie als Glücksgriff, die es schaffe mit Humor und Charme gemeinsam mit dem Chor eine vielfältige und anspruchsvolle Chorliteratur umzusetzen.
Vor 40 Jahren ist aus dem ursprünglichen Männerchor ein gemischter Chor entstanden. Im Jubiläumsjahr präsentiert er sich als großer, stabiler Chor, der nicht nur in deutscher Sprache singt, sondern auch in englisch, französisch, ungarisch, russisch und im sakralen Bereich auch in lateinischer Sprache. An diesem Sonntagnachmittag soll für alle teilnehmenden Chöre Raum sein für Begegnung; vertraute Gesichter treffen sich wieder einmal, man tauscht Anregungen aus und plant eventuell ein gemeinsames Konzert. Die Lindacher Chormitglieder bewirten und sorgen für einen angenehmen Aufenthalt und so singen sie die alt bekannten Weisen und auch sehr frische, schwungvolle Lieder.
Und überall wo sie auftreten, liegt „Musik in der Luft“, die Täferroter versuchen sich im österreichischen Dialekt und die Mögglinger müssen sich in den Gärten umgesehen haben, denn sie singen „Schön sind die Tage der Rosen“. Die Chöre, die zunächst an der Eichenrainhalle gesungen haben, stellen sich wenig später im Schatten des Evangelischen Gemeindehauses auf und unterhalten ein Publikum, das direkt vor der geöffneten Kirchentüre sitzt, eine schöne Gemeinschaftserfahrung, die ein Liedtitel wie „lebe, liebe, lache“ nur unterstreichen kann. Der strahlende Sonnenschein lässt auch die Mitglieder des Sängerkranzes Lindach strahlen und auf den Erfolg der nächsten großen Veranstaltung zum 125-​jährigen Jubiläum hoffen, dem Konzert am 23. Oktober.
 

Noch keine Kommentare vorhanden.

Neuen Kommentar hinzufügen