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» Ostalbkreis | Montag, 28. Juni 2010

Dicht an dicht, ob im Sitzen oder Stehen: Im weitläufigen Mutlanger Schulzentrum war kaum noch Platz frei

Solch einen Andrang hat das Mutlanger Dorffest wohl noch nie gesehen. An beiden Tagen, am Samstag wie am Sonntag, konnte das weitläufige Schul-​Areal die Besuchermassen kaum noch fassen.

MUTLANGEN (rw). Mit gutem Wetter ist das Mutlanger Dorffest eigentlich immer gesegnet, und dieses Mal war es endlich richtig warm und wolkenlos. Was die Besucher gleich ungewöhnlich kräftig zur Eröffnung am Samstagnachmittag strömen ließ. Bürgermeister Peter Seyfried begrüßte an der Realschule die Delegationen aus den Partnergemeinden und hieß den Amtskollegen aus Vaskut in Ungarn, den stellvertretenden Bürgermeister aus Bouxières-​aux-​Dames und den gewesenen Schultes aus Waidbruck in Tirol willkommen. Wie immer schritt Seyfried zum Fassanstich, der Musikverein Mutlangen spielte, der Kinderchor des Gesangvereins sang aus frischer Kehle.
Früh entwickelte sich das Fest zu dem, was es sein soll: Treffpunkt der Generationen und kulinarischer Genuss. Dafür sorgten die Vereine, die Feuerwehr und die Partnergemeinden mit ihren Ständen. Enorm lange Schlangen bildeten sich am Zelt der türkischen Gemeinde, aber wohl keiner der Anbieter konnte sich über mangelnden Zulauf beklagen. Dicht umlagert — bis in den Sonntagmorgen — auch der Stand der Südtiroler. Und der Katholische Kirchenchor brillierte mit Kuchen und Torten. Dahinter stehen versierte Bäckerinnen, die sonst das Marktcafé beschicken.
Die Bezeichnung „Dorffest“ ist ohnehin eine massive Untertreibung. Hier ist kein kleiner Hock. An beiden Tagen strömten wohl jeweils über 104000 Besucher aufs Festareal; es herrschte Verkehrschaos und Parkplatznot rund um den Schulcampus. Unter Schülern nicht nur des Mutlanger Schulzentrums hat das Mutlanger Fest inzwischen Kultstatus, auch die früheren treffen sich dort gerne zum Wiedersehen. Am Samstagabend tauchte noch ein Brautpaar auf und tanzte. Hinzu kommen allerhand Attraktionen und Vorführungen, von Tänzen bis zum Tauchen im Becken des Gmünder Tauchteams, von Handarbeiten bis zur „vergessenen Kunst“. Nicht zu vergessen: die Musik. Maxx beispielsweise bot kernigen Rock. Am Sonntagvormittag unterhielt flott der Musikverein Pfersbach auf der einen Bühne, auf der anderen spielte die Memory Jazz Band — bestehend aus SWR–Musikern — ebenso ansprechende wie anspruchsvolle Stücke aus ihrem Repertoire. Höhepunkt am Samstagabend: das zehnminütige, zauberhafte Feuerwerk, eingeleitet und beendet von zwei mächtigen Donnerschlägen, zu dem der Vollmond in hellem Orangeton leuchtete.
Doch es war nicht alles eitel Freude: Zum ersten Mal in der Geschichte des Dorffestes gab es in größerem Umfang unliebsame Randerscheinungen, befeuert durch eingebrachten Wodka. Am Sonntag um 3 Uhr kam es außerhalb des Festareals zu einer Schlägerei und zu diversen Sachbeschädigungen, die Polizei griff ein. Organisatorin Inge März, generell mit dem Verlauf sehr zufrieden, kündigte an, dass beim nächsten Fest wohl einige Veränderungen fällig seien. Vor allem soll in der Nacht zum Sonntag spätestens um 2 Uhr Schluss sein — an allen Ständen.
 

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