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» Schwäbisch Gmünd | Montag, 28. Juni 2010

Ein besinnlicher Gedanke begleitete die Altersgenossen durch das 60er-​Fest

Auch am vergangenen Samstag erklang vom Turm der Johanniskirche das Aloislelied, gesungen von 76 Altersgenossinnen und Altersgenossen des Jahrgangs 1950 und vielen Zuschauern. Von Dietrich Kossien

SCHWÄBISCH GMÜND. Der traditionelle Zug zum Sechziger-​Fest machte an der Johanniskirche einen besinnlichen Halt, nachdem er sich zuvor nach dem Wecken durch die Böllerschüsse und dem Sektfrühstück vom Sebaldplatz aus in Bewegung gesetzt hatte. Vorneweg die für Platz sorgende Polizei und viele Kinder zu Fuß und im Zügle, die Stadtkapelle unter Dietmar Spiller und mittendrin die Stadtjugendkapelle unter ihrem Dirigenten Norbert Bausback.
Mit klingendem Spiel zog der mächtig lange Zug der rüstigen Altersgenossen, denen Blumen und gute Wünsche in großer Zahl überreicht wurden, über die Bocksgasse weiter, wobei die Garde der Gmünder Fasnet-​AG tanzend und als Augenweide Schwung in den Zug brachte. Und dass die 60er auch dem Rock und Pop noch etwas abgewinnen können, zeigten sie mit von der Band auf hohem Wagen am Schluss des Zuges gespielten Schlager-​Evergreens.
Begonnen hatte das Fest jedoch bereits am Freitag mit einem festlichen Gottesdienst in der evangelischen Augustinuskirche mit Pfarrerin Margot Neuffer und dem Chor All Voices. Mit dem Musikverein Iggingen waren dann alle zum Begrüßungsabend in den Stadtgarten gezogen. Den feierlichen Einzug zum Festgottesdienst am Samstagmorgen im Münster begleiteten Stephan Beck an der Orgel und Hubert Hegele auf der Posaune. Pfarrer Robert Kloker begrüßte dann alle nach dem vom Liederkranz Straßdorf vorgetragenen Eingangslied „Ich freu mich mit dem Herren“. „Alles im Leben hat seine Zeit“ war das Motto des Jahrgangsfestes der 60er. Und Gedanken darüber machten sich Altersgenossinnen, in dem sie auch an die zurückliegenden Jahre erinnerten und derer gedachten, die das Fest nicht mehr mit erleben konnten. Dazu bot das von Jens Ellinger gesungene Lied „Meine Zeit steht in deinen Händen“ die musikalische Vertiefung.
Dem von den Altersgenossen gewählten Motto des Festes „Alles im Leben hat seine Zeit“ war danach die Ansprache von Münsterpfarrer Robert Kloker gewidmet. Er hob hervor, dass die Altersgenossen heute an ihrem Fest in besonderer Weise den Fluss der Zeit erleben könnten. Manch einer denke vielleicht zurück an das 40er und 50er-​Fest und sage sich: „Was, schon wieder sind zehn Jahre ins Land gegangen? Wie schnell verging doch das letzte Lebensjahrzehnt.“ Klokers Frage dazu: „Haben wir nicht alle das Gefühl, dass mit zunehmendem Alter die „Lebensuhr“ immer noch schneller läuft?“ Dazu passe die von ihnen gewählte aus dem biblischen Buch Kohelet stammende Botschaft, in der Lebensweisheit stecke. Ihm erscheine dabei der Gedanke „Im Heute leben!“ wichtig. Wenn alles wirklich seine Zeit habe, dann mache es keinen Sinn, der Vergangenheit nachzuhängen oder gar ständig auf Zukünftiges zu schielen, was womöglich gar nie eintreffen würde. Wahre Lebenskunst bestehe darin, den Augenblick auszukosten und im Heute zu leben. Auch unser christlicher Glaube weise in die Richtung, dass man sich dem Leben und seinen Aufgaben stellen sollte.
Die Altersgenossinnen und Altersgenossen sollten doch in ihr eigenes Lebensumfeld hineinblicken, wie es sich heute für sie darstelle. Die allermeisten von ihnen seien sicherlich noch beruflich tätig und gefordert. Sie wollten oder müssten trotz zunehmendem Alter ihr Bestes geben. Pfarrer Kloker weiter: „Stellen Sie sich ruhig Ihren Aufgaben!“ Vielleicht seien sie auch schon in die Rolle der Oma oder des Opas hineingewachsen. „Stehen Sie mit Rat und Tat zur Seite, da wo sie gefragt und gefordert sind.“
Schieden sie aber aus dem Berufsleben aus, müssten sie sich neue Lebensziele und Aufgaben stecken. „Ich möchte Sie ermutigen: Gehen Sie auch dies beherzt an. Vor allem aber, leben Sie in der Haltung, dass jeder Tag, jede Zeit von Gott geschenkt und dazu bestimmt wird, dass wir sie sinnvoll nutzen.“ Nach dem Gottesdienst bewegte sich der Zug erneut durch Gmünds Straßen zum Stadtgarten, wo am Abend dann der Festabend stattfand (siehe Artikel unten).
 

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