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» Schwäbisch Gmünd | Dienstag, 29. Juni 2010

Auf dem Lindenfirst beginnt die Phase zwei für Bau des insgesamt 157 Meter langen Tunnel-​Kaminschachtes

Die Arbeiten für den Bau des Tunnel-​Kaminschachtes auf dem Lindenfirst gehen jetzt in die zweite und spannende Phase. Viel Spezialgerät wird hierfür aufgefahren.

SCHWÄBISCH GMÜND (hs). Die Dimensionen auch dieses Teils des Tunnelbaus sind gewaltig: Man stelle sich zum Vergleich den Heubacher Fernsehturm vor, der 124 Meter tief als Schacht in den Lindenfirst hinein gebaut und anschließend 33 Meter weit (Kamin) das Bergmassiv überragen wird. Genau unterhalb des Baustellenplateaus befindet sich am Mittelpunkt des 2,2 Kilometer langen Tunnelbaus die Kaverne für die Lüftungs– und möglicherweise auch Filtertechnik (die Entscheidung fällt in Berlin). In der ersten Phase wurden bereits zwei kleinere Zielbohrungen dort hinunter durchgeführt. Wie Johannes Zengerle von der Bauleitung des Regierungspräsidiums gestern auf Anfrage erklärte, hätten nun die aktuellen geologischen Erkenntnisse zu einer Änderung der weiteren technischen Vorgehensweise geführt. Ursprünglich hätte bei der Ausschachtung das gesamte Aushubmaterial nach unten in die Kaverne fallen sollen. Etwa das erste Viertel des Schachtes wird nun nach oben hin ausgebaggert, wobei das Aushubmaterial mit Hilfe eines Krans auf den Lindenfirst befördert und von dort abgefahren wird. Erst nach etwa 20 Metern werden dann die Arbeiter dazu übergehen, das Material hinab in den Tunnel rutschen zu laschen. Der Schacht im Lindenfirst wird später einmal einen Durchmesser von etwa sieben Meter aufweisen. Auf diesen „senkrechten Tunnelbau“ wird dann der 33 Meter hohe Kamin draufgesetzt, der zusammen mit einem starken Gebläse dafür sorgen soll, dass Feinstaub und Abgase in eine möglichst große Höhe geschleudert werden – so jedenfalls das alte Lüftungskonzept auf der Grundlage der Planfeststellung von 1996. Bei ihrem Besuch in Schwäbisch Gmünd hat jedoch Bundesforschungsministerin Annette Schavan ihr grundsätzliches Interesse bekundet, hier ein umwelttechnologisches Tunnelfilter-​Pilotprojekt anzusiedeln. Ihr Prüfauftrag hierzu läuft derzeit. Unabhängig davon geht der Tunnelbau natürlich planmäßig vorwärts.
Der Vortrieb befindet sich laut Johannes Zengerle derzeit bereits unterhalb des Parkdecks Rems. Eine zwölf Meter dicke Gesteinsschicht trennt Tunnel und die Tiefgarage. Der Termin für den Tunneldurchschlag an der Pfitzerkreuzung steht noch nicht fest.
Johannes Zengerle beschreibt, dass derzeit der Tunnelvortrieb etwas langsamer, weil besonders sorgsam vorankommt. Im Grundwasserbereich und nahe der Rems wollen die Mineure keinerlei Risiken eingehen. „Es eilt ja auch nicht“, gibt Zengerle zu verstehen.
 

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