Achtklässler der Realschule aus Heubach haben im Elsass Land und Leute kennen und schätzen gelernt
Seit gut anderthalb Jahren lernen 15 Achtklässlerinnen und Achtklässler der Realschule Heubach Französisch, die meisten jedoch kennen Frankreich aus eigener Anschauung nicht. Um dies zu ändern, wurde eine viertägige Studienfahrt ins Elsass angeboten.
HEUBACH
(pm). Welch einen Motivationsschub eine solche Reise für den aktiven Gebrauch des Französischen vor Ort, aber auch im Unterricht mit sich bringen kann, ist eindrücklich.
Verantwortlich für den überaus gelungenen Verlauf der Fahrt war neben dem herrlich sonnigen Wetter nicht zuletzt auch die herzliche und offene Art der zahlreichen Elsässer aller Altersstufen, mit denen die Schülerinnen und Schüler in Kontakt kamen.
Am ersten Tag der Studienfahrt ging es zunächst nach Colmar. Eingestimmt durch kurze Referate vor Ort, stellte das Unterlinden-Museum mit dem Isenheimer Altar von Matthias Grünewald das erste Highlight dar. Eingehend wurde der Altar betrachtet, zuerst als Modell, dann im Original. Haften blieben den Schülern unter anderem die eindrückliche Darstellung Christi am Kreuz sowie die markante Farbgestaltung der Auferstehungsszene.
In Kontakt mit
Land und Leuten
Nach dem Museumsbesuch ging es zu Fuß durch die Stadt, vorbei an der „Kathedrale“, dem Alten Kaufhaus, der Maison Pfister und dem Gerberviertel im „Klein-Venedig“. Von Colmar führte die Reise — mit einem Zwischenstopp zum Examinieren eines französischen Supermarktes – nach Biffontaine, einem kleinen Weiler etwa
20 Kilometer nördlich von Gerardmer, wo zwei große komfortable Ferienwohnungen eines renovierten Bauernhofs auf die Schüler warteten.
Von dort wurde am zweiten Tag zu einer ausgedehnten Wanderung gestartet, die nach Besichtigung eines alten Sägewerkes von einem kurzweiligen Weiher-Picknick gekrönt wurde. Trotz aller Anstrengung genossen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Schönheit der Vogesen: ein kleiner Teich hier, herrliche Ausblicke dort, Vogelgesang und Blumen in Hülle und Fülle.
Am dritten Tag wurde ein Bauernhof mit Milchwirtschaft aufgesucht. Ganz junge Kätzchen stellten einen willkommenen Gesprächsanreiz dar, um im Weiteren auch Fragen zu anderen Tieren und den Arbeiten an den Landwirt zu richten – auf Französisch natürlich.
Die nächsten Stunden drehten sich dann um die Entdeckung der französischen Schullandschaft: Besucht wurden die „Ecole maternelle“ und das „Collège“ in Corcieux. Ermutigt durch ihre sprachlichen Fortschritte der vorausgegangenen Tage – auch mit den betreuenden Lehrerinnen Christine Gwinner und Bettina Gold wurde über weite Strecken Französisch gesprochen – nahmen die Heubacher Schülerinnen und Schüler ohne Hemmungen Kontakt mit den französischen Schülern verschiedener Altersgruppen auf. Egal, ob das Gegenüber
3,
12 oder
16 Jahre alt war, erfragt wurden Name, Wohnort, Vorlieben beim Essen, Hobbies, Musikgeschmack etc.; sogar Einladungen zum Abendessen wurden ausgesprochen. Wieso die Dreijährigen der „Ecole maternelle“ ihre Besucher auch zum Schluss noch für Engländer hielten, blieb allerdings ihr Geheimnis.
Nach mittäglicher Stärkung in der Schulkantine des Collège erläuterten gleichaltrige französische Schüler Sinn und Zweck des CDI, einer typischen Einrichtung einer jeden weiterführenden Schule in Frankreich, eine Art betreutes Recherchezentrum für Hausaufgaben, Referate und Hausarbeiten. Zum Ausklang dieses interessanten Besuchs führte eine französische Deutschlehrerin in das französische Bildungssystem ein, bevor deutsche und französische Schüler nach Unterschieden und Gemeinsamkeiten ihrer Schulsysteme suchten.
Den Nachmittag dieses ausgefüllten Tages verbrachte die Gruppe in Gerardmer, der „Perle der Vogesen“. Zunächst wurden bei strahlendem Sonnenschein Tretboote getestet, dann gab es Freizeit, um den Ort auf eigene Faust zu erkunden. Nur schweren Herzens verabschiedeten sich die Heubacher am vierten Tag von ihrem engagierten Vermieter und seinen schönen Ferienwohnungen, in denen man nicht nur selbst für die Mahlzeiten gesorgt, sondern auch abendliche Reiseberichte in französischer Sprache verfasst hatte. Krönender Abschluss der Fahrt war ein vierstündiger Aufenthalt in Straßburg. Bevor den Schülerinnen und Schülern dort Freizeit zum Stadtbummel vergönnt war, wurden die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Referaten vorgestellt und näher unter die Lupe genommen.
Angetan von Land und Leuten trat man die Rückfahrt an – nicht ohne so manches Souvenir im Gepäck. Und was den Schülerinnen und Schülern auch wichtig war: Ein besonders netter Busfahrer brachte sie sicher und rechtzeitig zum abendlichen Fußballspiel des ersten WM-Tages nach Heubach.
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