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» Ostalbkreis | Freitag, 04. Juni 2010

Unaufmerksamkeit kosten Katzenbabys oft das Augenlicht

Frühjahrszeit ist Kätzchenzeit. Besonders die Tierärzte können davon ein Lied singen. Im Frühling, aber auch im Herbst, erscheint in jedem Jahr eine Welle kleiner Katzen in den Praxen. Das häufigste Problem-​verklebte und eitrige Augen.

OSTALBKREIS (sf). Die Lindacher Tierärztin Dr. Renate Großberger ist mit diesem Phänomen mehr als vertraut. In jedem Jahr behandelt sie die kleinen Patienten aufs Neue. Als Ursache des Problems gibt sie die häufig unkontrollierte Vermehrung, und daher große Zahl der Katzen auf Bauernhöfen, oder auch in herrenlosen Katzenpopulationen, an. Oftmals hätten Menschen auch gar keine Chance, die Jungen rechtzeitig zu entdecken, da die Katzenmutter ihren Nachwuchs den Zweibeinern oft erst nach zwei bis drei Wochen präsentiere. Dann könne eine Behandlung unter Umständen schon zu spät kommen. Im schlimmsten Fall verlieren die Katzen also das Augenlicht auf einem, oder auch auf beiden Augen. Als Ursache der Entzündung nennt Dr. Renate Großberger Infektionen und Viren, zum Beispiel Herpesviren. Der Eiter zerstört anschließend die Augen und diese müssen dann operativ entfernt werden. Was Mann oder Frau dagegen tun kann?
Eine Bitte besonders an Bauern und aufmerksame Katzenfreunde
„Da es auf Bauernhöfen häufig eine unkontrollierte Vermehrung, und daher eine größere Zahl von Katzen gibt, ist die Verbreitung der hochansteckenden Infektion natürlich dort besonders hoch. Und deshalb sollen hier vor allem Bauern gebeten werden, möglichst rasch die verklebten Augen von den Krusten zu befreien und die Augenlieder zu öffnen“, sagt die Tierärztin. „Aber auch Menschen, die solch ein verklebtes Häufchen Katzenbaby sehen, können mit wenig Pflege viel helfen.“ Von der veralteten Anwendung von Kamillentee rät Dr. Renate Großberger eher ab. Die kleinen Härchen der Kamillenblüte könnten nämlich im Auge weitere Probleme hervorrufen. Die Ideallösung wäre laut der Ärztin eine Augensalbe.
Doch auch mit ein wenig Aufmerksamkeit kann schon viel erreicht werden. Unter Umständen kann man so vielleicht sogar rechtzeitig feststellen, dass in Kürze Katzenkinder zu erwarten sind und hat somit eine Chance, diese zu entdecken, bevor es zu spät ist, oder auch einer Infektion von vorne herein vorzubeugen.
„Sollte meine Bitte nicht wirken“, meint Dr. Renate Großberger, „so vielleicht das Versprechen , dass es für gute Taten immer noch Sternchen im Himmel gibt und ein schnurrendes Kätzchen im Arm einen Augenblick des oft so krampfhaft gesuchten Glücks vermitteln kann.“
 

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