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» Schwäbisch Gmünd | Donnerstag, 01. Juli 2010

Die Bundestagsabgeordneten Norbert Barthle (CDU) und Christian Lange (SPD) gaben gestern Abend ihr Statement zur Bundespräsidentenwahl ab

Dass es für Christian Wulff bei der gestrigen Bundespräsidentenwahl zum Schluss sogar noch zur absoluten Mehrheit gereicht hat, bezeichnet MdB Norbert Barthle als Sahnehäubchen, MdB Christian Lange sprach von einem Putsch gegen Angela Merkel.

SCHWÄBISCH GMÜND/​BERLIN. Mit Zufriedenheit und ehrlicher Freude hat Norbert Barthle, der CDU–Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Backnang/​Schwäbisch Gmünd, auf die Wahl von Christian Wulff zum zehnten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland reagiert. „Unser Bundespräsident Christian Wulff steht mitten im Leben, er ist offen für neue Ideen und bringt fundierte politische Erfahrungen mit in das Amt — er wird ein guter Bundespräsident für alle Deutschen sein,“ ist sich Barthle sicher. „Überrascht war ich, dass sich Wulff noch an mich erinnerte, als ich ihm zur Wahl gratulierte. Er sprach mich direkt auf die Bundestagswahl 1998 an, bei der er mich im Wahlkampf unterstützt hatte. Ich habe gleich die Gelegenheit genutzt und ihn erneut in meinen Wahlkreis eingeladen.“
Dass Wulff erst im dritten Wahlgang gewählt wurde, sieht Barthle nicht kritisch. Das sei zum Beispiel auch bei Roman Herzog der Fall gewesen — und dieser sei nachher ein hochgeachteter und beliebter Präsident geworden. „Natürlich hätten wir uns eine raschere Entscheidung gewünscht, aber das Ergebnis ist der beste Beweis dafür, dass all das Oppositionsgerede im Vorfeld von Zwang und blindem Gehorsam wirklich dummes Zeug gewesen ist. Das Gegenteil ist richtig: Die Zustimmung zu Wulff ist von Wahlgang zu Wahlgang gestiegen, das ist ein Ausweis unserer Geschlossenheit. Das es zum Schluss sogar noch zur absoluten Mehrheit gereicht hat, ist das Sahnehäubchen — es hat am Ende zu einer eigenen, souveränen Mehrheit gereicht!“
Die Entscheidung für Wulff sei auch keine Entscheidung gegen Gauck gewesen, so der Parlamentarier weiter. „Doch eine Wahl bedeutet nun mal, dass einer gewinnt und andere nicht. Meine Achtung und meine Bewunderung für die Person und das Leben von Joachim Gauck haben sich nicht verändert. Es war ein Privileg, zwischen zwei hervorragenden Kandidaten wählen zu dürfen.“ Jetzt, nach der Wahl, appelliere er an alle Bürgerinnen und Bürger, Christian Wulff als den gemeinsamen Bundespräsidenten aller Deutschen zu akzeptieren. „Die Wahl ist vorbei, das Schloss Bellevue hat wieder einen Hausherrn — jetzt können wir uns erneut den drängenden Sachfragen zuwenden, die auf eine Lösung warten.“
Der SPD–Bundestagsabgeordnete Christian Lange hat den notwendigen dritten Wahlgang bei der Wahl des neuen Bundespräsidenten für Christian Wulff als Putsch gegen Angela Merkel bezeichnet. „Zunächst möchte ich Christian Wulff herzlich zur Wahl zum neuen Bundespräsidenten gratulieren und ihm und seiner Familie alles Gute für die kommenden fünf Jahre wünschen“, so Christian Lange. „Doch gerade der dritte Wahlgang hat deutlich gemacht, dass das parteipolitische Gezerre von Angela Merkel dem Amt des Bundespräsidenten geschadet hat. CDU und FDP können stolz auf ihre Wahlfrauen und Wahlmänner sein, die sich frei entschieden haben und ihre Stimme in den ersten beiden Wahlgängen Joachim Gauck gegeben haben. Das zeigt, dass sie wirklich frei abgestimmt haben!“, so Lange. „Ich habe in allen drei Wahlgängen Joachim Gauck gewählt. Ich bin davon überzeugt, dass er der bessere Präsident gewesen wäre. Ich habe fast 2000 Emails in den letzten Tagen bekommen von Bürgerinnen und Bürger, die mich aufgefordert haben, „ohne Parteipolitik und Fraktionszwang“ abzustimmen. Das habe ich getan. Diese riesige Unterstützungswelle für Joachim Gauck in Deutschland hat gezeigt, dass er ein Präsident der Herzen gewesen wäre“, so Lange. „Obwohl CDU, CSU und FDP eine breite Mehrheit in der Bundesversammlung hatten, war ein dritter Wahlgang notwendig, um ihren Kandidaten durchzusetzen. Der zweite Wahlgang bedeutete bereits einen Denkzettel für Angela Merkel. Der dritte Wahlgang ist ein klarer Putsch gegen sie. Die Wahl hat deutlich gemacht, dass schwarz-​gelb am Ende ist“, so Lange.
 

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