Hochschule Heilbronn stellte gestern Ergebnisse aus Umfrage und Studie zur angestrebten Kennzeichen-Liberalisierung vor
Die Ergebnisse einer wissenschaftlich begleiteten Umfrage und Studie der Hochschule für Wirtschaft, Touristik, Technik und Informatik Heilbronn zum Thema Wiedereinführung von ortsbezogenen Kraftfahrzeug-Kennzeichen sind eindeutig: In Gmünd besteht ein starker Wunsch für ein zukunftsträchtiges Stadtkennzeichen GD.
SCHWÄBISCH GMÜND
(hs). Die Ergebnisse wurden gestern in einer vielbeachteten Pressekonferenz in Heilbronn von Professor
Dr. Ralf Borchert (Destinationsmanagement) und seiner Mitarbeiterin Christina Schimscha (Studiengang Tourismusbetriebswirtschaft) präsentiert. Gmünd steht freilich nicht alleine im Blickpunkt dieser Initiative, sondern die wissenschaftliche Studie umfasst über
50 Städte und Raumschaften, denen im Zuge der Kreisreform in den
70er-Jahren das ortsbezogene Kennzeichen fast verloren ging. Vielerorts scheint die Sehnsucht nach einer Rückkehr zu den alten Auto– und Motorradschildern ungebrochen zu sein. Die Studie kommt sogar zu einem ganz bemerkenswerten Ergebnis: Auffallend viele junge Leute, die ja die alten Kennzeichen gar nicht mehr erlebten, sprechen sich für die Wiederkehr der ortsbezogenen Kennzeichen aus. In Schwäbisch Gmünd ist dieser „junge Wunsch“ sogar außerordentlich stark feststellbar. Denn in der Altersgruppe der
16– bis
30-jährigen Befragten haben sich laut Ergebnis der Studie lediglich fünf Prozent gegen die GD-Wiedereinführung ausgesprochen. Für die Initiatoren ist dies ein weiteres Indiz dafür, dass es sich bei dieser Fragestellung nicht um ein altbacken– ewiggestriges Thema handelt, sondern um eine Zukunftsfrage, die in den jeweiligen Kommunen nicht unter den Tisch gekehrt werden sollte. Professor Borchert, seine Mitarbeiter und Studenten gehen den Gedanken nach, dass durch einen relativ bescheidenen Verwaltungsaufwand große Vorteile für Tourismus– und Wirtschaftförderung entstehen können, wenn Bürger und auch Firmen aus den jeweiligen Städten mit diesem nicht zu unterschätzenden Identifikationsmerkmal auf Achse sein können. Es geht, so wird von der Initiative zum Ausdruck gebracht, nicht um das Aufspalten und das Schwächen von Kreisgefügen, sondern eher gegenteilig sogar um die Stärkung von wirtschaftlichen und auch bürgerschaftlichen Faktoren. In Gmünd waren
239 Passanten befragt worden, darunter auch Bürger aus dem Umland (
38). Insgesamt beträgt die Zustimmung zur GD-Wiedereinführung
82 Prozent. Nur sechs Prozent lehnten ab. Zwölf Prozent hatten keine Meinung.
Prof. Borchert empfiehlt den politisch Verantwortlichen: „Da die absolut klare Zustimmung der Einwohner vorhanden ist, sollte das Thema auf jeden Fall weiter verfolgt werden.“ In Gmünd habe sich ein sehr hoher Wunsch-Wert gezeigt. Der Tourismus-Forscher regt an, sich doch auch in der örtlichen Wirtschaft umzuhören. Er zeigt sich überzeugt, dass die Wirkung eines GD-Kennzeichens nach außen „als effektives, kostenloses Marketinginstrument für die Stadt dient. Somit kommt dem eigenen Kennzeichen auch eine wichtige Bedeutung im Tourismus zu“. Wie Beispiele zeigen, sei die Kennzeichen-Liberalisierung nicht nur möglich, sondern mancherorts aufgrund der genannten Überlegungen bereits realisiert.
Prof. Borchert sieht Erfolgsaussichten in
51 deutschen Städten, in denen die Umfrage durchgeführt wurde.
OB Richard Arnold freut sich über das deutliche Votum
Die Gmünder Stadtverwaltung kommentierte das Ergebnis gestern sogleich in einer Pressemitteilung: „Die Gmünderinnen und Gmünder haben sich dabei deutlich für eine Wiedereinführung ausgesprochen; mit unserem Ergebnis einer Zustimmung von
82 Prozent der Einwohner liegen wir sogar noch deutlich über dem – insgesamt bereits sehr positiven – Durchschnitt der Befragung insgesamt. Für die Stadtverwaltung und für OB Richard Arnold ist dies ein Signal für die hohe Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Stadt und auch ein weiterer Ansporn, dieses Engagement für unsere Stadt aufzugreifen und weiter zu fördern.“ Eine mögliche Einführung eines GD-Kennzeichens würde, so die Einschätzung im Rathaus, lediglich mit Unterstützung und Initiative des Landkreises Aussicht auf Erfolg haben und es würde nicht auf den Altkreis Schwäbisch Gmünd bezogen sein, sondern auf die Fahrzeuge, die in der Stadt Schwäbisch Gmünd selbst angemeldet werden. Es gäbe ein reines „Stadt“-Kennzeichen. Währenddessen nimmt jetzt sogar eine Bürgerinitiative Gestalt an, welche die Bemühungen um eine moderne Wiederkehr des GD vorantreiben möchte. Zielsetzung: Spätestens bis zum Stadtjubiläum
2012 sollen Gmünder Fahrzeugbesitzer das in den
70er-Jahren von der Politik schon seinerzeit gegen den Willen der Bürger aufgezwungene und ortsfremde AA abschrauben dürfen.
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