Gmünder Städtepartnerschaftler waren zum vierten Mal in der italienischen Schwesterstadt Faenza
In einer Woche haben 38 Gmünder vom Verein Städtepartnerschaft gut 2500 Kilometer zurückgelegt. Sie fuhren in ihre italienische Partnerstadt, die vierte Reise seit 2001.
SCHWÄBISCH GMÜND (vsp). Außerdem wurden Ravenna, Bologna, San Marino und Cervia am Meer besucht. Das alles wurde bei hohen Temperaturen hoch in den dreißiger Graden ganz gut „ertragen“. Organisiert wurde alles von Sigrid Starzinsky, Reinhard Kuhnert und dem faentinischen Präsidenten Renato Avato.
Das Wochenende stand ganz im Zeichen des beliebten Faentiner Volksfestes, dem Palio di Niballo. Dazu speziell waren die Gmünder eingeladen worden. Der Samstagabend wurde auf Einladung der fünf Rioni (= Stadtbezirke) – wobei die Gmünder auf alle fünf verteilt wurden – bei sehr guter Unterhaltung und reichhaltigem Essen und Trinken verbracht. Dabei traf man im „Schwarzen Rione“ den Schwäbisch Gmünder Baubürgermeister Julius Mihm.
Herzlicher Empfang für die Gmünder auch im Rathaus
Am Sonntag war dann der große Festtag. Am Vormittag besuchten die einen die Messe im Dom, die anderen das Internationale Keramikmuseum (die Keramik – Fayence genannt – hat ja ihren Namen von der Stadt.); dann wurden im wunderbaren Stadttheater Masini verdiente Bürger geehrt, und danach lud der neue Bürgermeister Dott. Giovanni Malzetti (
43) die Gäste – auch alle Gmünder – ins Rathaus zu einer Speisung mit einem üppigen kalt-warmen Büffet.
Ab
16 Uhr zogen dann die in mittelalterlichen Kostümen steckenden und von Fanfarenzügen begleiteten Palio-Teilnehmer vom Marktplatz (Piazza del Popolo) zum Stadion Bruno Neri – und mitten drin im Zug der glückliche Bargauer Peter Pischl. Das Reiterspiel selbst sollte sehr spannend werden: Erst gegen
21.
40 Uhr war es entschieden: Rot gewann gegen Weiß buchstäblich in letzter Sekunde, denn die letzte Runde im Stechen entschied. Dienstag fand der traditionelle Stadtspaziergang statt – mit Besichtigungen vor allem des klassizistischen Palazzo Milzetti und des Renaissance-Domes. Um
11.
30 Uhr – und das gehört zum Städtepartnerschaftsritual – empfing Vize– und Kulturbürgermeister Massimo Isola in der „guten Stube“ des Rathauses die Gmünder Gäste.
Zusammen mit dem Gmünder Vereinsvorsitzenden
Prof. Dr. Reinhard Kuhnert beschwor er die nun bald zehnjährige Partnerschaft und dankte allen Freunden, die dazu beitragen – in Schwäbisch Gmünd und Faenza, denn Städtepartnerschaften wollen die Menschen der beiden Städte zusammenbringen. Die Kultur, Land und Leute kennen lernen ist ja ein weiterer Teil städtepartnerschaftlicher Aktivitäten. Dabei ist, wenn man in Faenza ist, ein Besuch der Stadt des Weltkulturerbes Ravenna ein Muss. Hier taucht man in die spätrömisch-ostgotisch-byzantinisch-frühchristliche Zeit ein. An den Mosaiken von Ravenna kann man sich einfach nicht satt sehen. Ebenso Bologna – die gelehrte (dotta), das gute Essen liebende (grassa) und die rote (rossa) Stadt mit ihrem Dom, der ersten europäischen Universität und dem Palast des unglücklichen Staufers Enzo – sie ist immer einen Besuch wert. Ein Tagesausflug führte nach San Marino, der ältesten Republik Europas, auf dem Monte Titano und – eine Entdeckung – in das beschauliche Bergdörfchen mit riesiger Festung San Leo.
Die ständigen hohen Temperaturen machte einen Badeabstecher nötig: nach Cervia, der Salinen– und neuen Partnerstadt Aalens. In großer Zahl kamen dann die Italiener zum Abschiedsabend auf das Weingut „La Vezzana“ bei Brisighella im Appenin, wo gefeiert und Gastgeschenke ausgetauscht wurden. Lang war der Autokorso, der die Gmünder ins Hotel Vittoria brachte. Und manche gingen noch zu einem „Absacker“ auf die Piazza del Popolo.
Die Woche war angereichert durch die beiden Fußballweltmeisterschaftsspiele gegen England und am Rückreisetag gegen Argentinien. Wurden die Gmünder noch per
SMS über das Englandspiel informiert, so erlebten sie das Argentinienspiel übers Radio im Bus. Die Freude über den großen Sieg wurde dann sogleich mit Sekt auf dem nächstgelegenen Rastplatz begossen.
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