Kirchengemeinde St. Maria Wetzgau/Rehnenhof vom abwechslungsreichem Jubiläumsausflug an den Mittelrhein begeistert
Anlässlich des Jubiläums „50 Jahre katholische Kirchengemeinde St. Maria Wetzgau/Rehnenhof“ startete dieser Tage eine Busreise ins UNESCO–Welterbe Oberes Mittelrheintal.
SCHWÄBISCH GMÜND
(pm). Bei Nebel und leichtem Regen, aber mit dem Reisesegen des begleitenden Geistlichen Pfarrer Möhler begann schon frühzeitig die Reise. Zunächst erreichte die Gruppe das Niederwalddenkmal – errichtet anlässlich der Gründung des Kaiserreiches
1871 – und konnte von dort den weiten Blick über das Land und den Rhein genießen. In der ehemaligen Klosterkirche der Hl. Hildegard von Bingen in Rüdesheim-Eibingen schilderte Sr. Hiltrud sehr lebhaft vom Leben und Wirken Hildegards.
Toller Ausblick vom Loreley-Plateau auf den Rhein
Anschließend besuchte die Gruppe noch die Abteikirche, bevor die Reise zügig nach Boppard führte. Eine Unterbrechung der Fahrt in Oberwesel bot die Möglichkeit die Liebfrauen-Kirche mit ihrem berühmten Goldaltar zu besuchen. In Boppard angekommen bezogen die Reisenden im „Hotel Ebertor“, direkt am Rhein gelegen, ihre Zimmer und nach dem Abendessen erkundete man noch bei schönstem Wetter die Stadt.
Am zweiten Tag traf man sich an der Schiffsanlegestelle und fuhr mit dem modernsten Schiff der Loreley-Linie Weinland nach St. Goarshausen, von wo die Gruppe mit dem Linienbus auf das Loreley-Plateau gebracht wurde. Nach dem Besuch im Infozentrum hatte dann jeder Zeit, sich vom Loreleyfelsen aus den regen Schiffsverkehr auf dem Rhein anzuschauen und einfach den schönen Ausblick zu genießen.
Wieder in Boppard angekommen blieb der Gruppe noch so viel Zeit bis zum Abendessen, dass die dortige Öl– und Senfmühle besichtigt und die dort produzierten Senfsorten verschiedenen Geschmacks verkostet werden konnten. Gestärkt vom reichhaltigen Abendbuffet wurde die Gruppe in dem Hotel gegenüberliegenden Wasserturm zur Weinprobe erwartet. Über
45 Stufen hinauf gelangte man auf die
3. Ebene des Turmes und in einem urig eingerichteten Raum folgte eine informative Weinprobe mit Weiß– und Rotweinen des „Bopparder Hamm“.
Am folgenden Tag hieß es zeitig aufstehen, da die Fahrt nach Ahrweiler führte, wo eine Führung durch das Museum „Dokumentationszentrum Regierungsbunker“ auf dem Programm stand.
Dieser, in der Zeit des kalten Krieges gebaut und als atomsichere Regierungszentrale im Falle einer kriegerischen Auseinandersetzung konzipiert, wurde weitgehend zurückgebaut und ist jetzt als Museum auf einer Länge von
200 m zugängig. Fast bedrückend war diese Anlage, die mit ihrer Ausstattung eine Überlebens– und Handlungsfähigkeit für tausend Personen über vier Wochen hätte garantieren sollen. Und dies mit allen Tätigkeiten und Erfordernissen des täglichen Lebens, einschließlich medizinischer Versorgung, Reparaturmöglichkeiten, Feuerwehr etc. Von hier aus sollten alle für die Bundesrepublik wichtigen Staatsgeschäfte weitergeführt werden können.
Regierungsbunker und Römervilla besichtigt
Nahebei konnte auch eine archäologisch ausgegrabene und gesicherte „Römervilla“ von
62 Meter Länge besichtigt werden. Über eine kurze Strecke auf der Autobahn erreichte die Reisegruppe dann die Abtei Maria Laach, am Laacher See gelegen.
Nach einer Videopräsentation beeindruckte die Klosteranlage mit dem beherrschenden romanischen Kirchenbau. Über einen großen Vorplatz, von dem aus man den Blick auf den gesamten Kirchenkomplex hatte, gelangte die Gruppe durch das „Paradies“ in die Kirche, die in mystischem Dunkel die Gruppe zum Verweilen empfing. Da sich unter den Reisenden einige Mitglieder des Kirchenchores befanden wurden zwei Kanons angestimmt, und alle waren von der Akustik dieser Kirche beeindruckt. Den Abend ließ man auf der Terrasse des Hotels bei einem Viertele ausklingen.
Mit einer Messfeier in der Karmeliter-Kirche in Boppard, gehalten von Pfarrer Möhler, begann der letzte Tag der Reise, ehe man bei einsetzendem Regenwetter zur Besichtigung der Marksburg fuhr, der einzigen, nie zerstörten Burg im Rheintal. Hier konnte man bei der Führung nachvollziehen, dass ein Burgleben nicht unbedingt sehr romantisch war. Gestärkt durch einen Imbiss im Bus machte sich die Reisegruppe auf den weiteren Heimweg. Durch den Rheingau ging es dann auf die Autobahn und nach Speyer, wo ein Stadtführer die Reisegesellschaft erwartete. Er schilderte die bewegte Geschichte seiner Heimatstadt, die durch einen Stadtbrand
1689 weitgehend verwüstet worden war. Übrig geblieben, zwar beschädigt war der Dom, der ebenfalls zum
UNESCO–Welterbe gehört und mit dem Dom zu Worms zu den beeindruckendsten und größten romanischen Kirchenbauten zählt. Die evangelische barocke Dreifaltigkeitskirche, die ein getreues Abbild der im Krieg leider zerstörten Katharinenkirche in Frankfurt ist sowie der Judenhof mit seiner Mikwe waren weitere Höhepunkte der Stadtführung.
Das letzte Ziel zum Ausklang der Jubiläumsfahrt war der Gasthof „Roter Ochsen“ im Freilandmuseum Wackershofen. Hier bedankte sich Pfarrer Möhler im Namen der Reisegesellschaft für die abwechslungsreiche und sehr gelungene Jubiläumsfahrt mit einem Präsent beim Ehepaar Mitrenga, das die Fahrt geplant und vorbereitet hat und für den Ablauf verantwortlich war.
Erfreulich war, dass es durch gemeinsames Engagement möglich war einem Teilnehmer, der aus gesundheitlichen Gründen auf den Rollstuhl angewiesen war, praktisch alle Unternehmungen außer der Burgbesichtigung, zu ermöglichen. Dank gilt dem Fotografen Walter Cerny, der mit Bildern aus seiner reichen Fotoausbeute das gemeinsame Erlebnis aufleben lassen will.
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