„Tour Ginkgo“ gestern im Gmünder Raum in Alfdorf, Waldhausen, Lorch, Kirneck, Waldstetten, Iggingen und Täferrot
Mit den prominenten Radfahrern rollte auch gestern eine Welle der Hilfsbereitschaft durch den Gmünder Raum. In Alfdorf, Waldhausen, Lorch, Kirneck, Waldstetten, Iggingen und Täferrot machte die „Tour Ginkgo“ Halt und nahm Spenden entgegen.
OSTALBKREIS (gbr/fk). Die erste Station war gestern die Gemeinde Alfdorf, wo Kinder mit Gitarrenbegleitung einige Lieder vortrugen und Michael Gaedt (ehemals „Kleine Tierschau“) zeigte, dass er trotz der Teilnahme an der mehrtägigen Radtour noch genügend Schwung in den Beinen hat, um auf dem Platz vor dem alten Rathaus einen Stepptanz auf den Asphalt zu legen.
In Waldhausen hatte Christiane Eichenhofer – Protagonistin der gleichnamigen Stiftung und „Frontfrau“ bei der jährlichen Prominenten-Radfahrt „Tour Ginkgo“ – ein Heimspiel. Dort ist sie aufgewachsen, dort wohnt sie – und dort können sich die meisten Einwohner daran erinnern, wie Christiane Eichenhofer als fünfjähriges Mädchen an Leukämie erkrankte und seinerzeit denkbar geringe Überlebenschancen hatte. Eine Behandlung durch Knochenmarkstransplantation gab es damals noch nicht, und selbst die Chemotherapie steckte noch in den Kinderschuhen.
Trotzdem hat sie den Kampf gegen die heimtückische Krankheit gewonnen und verbringt als Erwachsene seit vielen Jahren einen sehr großen Teil ihrer Freizeit damit, Spenden zu sammeln und damit die Diagnose– und Behandlungsmöglichkeiten von Kindern in Kliniken sowie die flankierende Betreuung der betroffenen Familien zu verbessern – zum Beispiel nun mit dem „Bunten Kreis“ an der Stauferklinik.
Großer „Bahnhof“ im Heimatort
von Christiane Eichenhofer
In ihrem Heimatdorf wurde sie von Kindergarten– und Grundschulkindern musikalisch begrüßt, bevor von der Schule (
1000 Euro) und den Vereinen aus dem gesamten Stadtteil (
1100 Euro) Schecks übergeben wurden. Hinzu kam noch der Erlös aus aus einer Verlosungsaktion, so dass sich in Waldhausen der Spendenbetrag auf rund
4500 Euro summierte. Gleichzeitig wurden die Losnummern bekannt gegeben, die ein hochwertiges Fahrrad (Nr.
146) beziehungsweise eine Heißluftballon-Fahrt (Nr.
160) und weitere Preise gewonnen hatten. Die Gewinne können im „Lädle“ abgeholt werden.
Von Waldhausen ging es nach Lorch, wo sowohl am Schillerplatz als auch beim Autohaus Schramel im Dienst der guten Sache gefeiert wurde und sich weitere nennenswerte Spendenschecks zu den schon vorhandenen gesellten.
Im Golfclub Hetzenhof wurde das Mittagessen eingenommen. Sebastian Wagenblast, Vorstand für Öffentlichkeitsarbeit des Clubs, begrüßte die über
100 Fahrradfahrer und brachte zum Ausdruck, dass es dem Verein eine Ehre ist, ein solches Projekt zu unterstützen. Obwohl zur Zeit eines der sportlichsten Turniere im Jahr, die „Hetzenhof Open“, laufe, wolle der Hetzenhof sehr gerne seinen Beitrag zur „Tour Ginkgo“ leisten.
Nach einem schwungvollen Musikstück, gespielt von der Bläserklasse der Bergschule Waldstetten unter der Leitung von Rektor Wolfgang Göser, überreichte der Waldstetter Bürgermeister Michael Rembold aus der Gemeindekasse einen Spendenscheck über
1500 Euro; für den Handels– und Gewerbeverein Waldstetten/Wißgoldingen
e. V. überbrachte Ausschussmitglied Beate Kottmann eine Spende von
300 Euro, und aus der Bürgerschaft wurden weitere
200 Euro Spenden, insgesamt somit
2000 Euro, übergeben. Als kleines Dankeschön für den tollen Empfang und die Spenden schenkte Christiane Eichenhofer von der gleichnamigen Stiftung Bürgermeister Michael Rembold einen Ginkgo-Baum.
Überschattet wurde die Aktion in Waldstetten allerdings von einer traurigen Nachricht. Der erst
17 Jahre alte Jens Uhl aus Waldstetten war wenige Stunden vorher in der Uniklinik Tübingen an Krebs gestorben. Für ihn wurde eine Gedenkminute eingelegt.
Die nächste Station machten die Radler in Iggingen, wo man vor dem Rathaus schon freudig auf die Damen und Herren in den leuchtend gelben Trikots wartete. Diese vielen gelben Hemden symbolisierten nicht zuletzt, dass es – im Gegensatz zur „Tour de France“ nicht nur einen, sondern sehr viele Sieger gibt – alle jene nämlich, denen mit den Spendengeldern geholfen werden kann. In Iggingen beteiligten sich neben der Gemeinde auch die Theatergruppe sowie Profi-Musiker Roland Haug mit dem Erlös aus Veranstaltungen an der Spendenaktion.
In Täferrot hatten die Kinder vor der Grundschule ein Unterhaltungsprogramm vorbereitet. Auch Bürgermeister Jochen Renner hatte sich etwas Besonderes einfallen lassen. Er braut in seinem Keller nämlich zu ganz besonderen Anlässen ein echtes „Täferroter Bier“ – und davon stellte er
100 Liter für die Bewirtung der durstigen Gäste während der Ginkgo-Party in seiner Gemeinde zur Verfügung.
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