50 Jahre Kindergarten Pfiffikus in Ruppertshofen — das Jubiläum feierten die Kinder mit Erzieherinnen und Eltern
Dass diese Kinder singen können, das hört man, und man sieht es auch. Fröhlich strahlend, selbstsicher und mit starken und klaren Stimmen, wie man sie bei Kindergartenkindern nicht erwarten würde, singen sie die Lieder beim Familiengottesdienst zum 50-JahrJubiläum ihres Kindergartens Pfiffikus.
RUPPERTSHOFEN (dw). Am Samstagnachmittag wurde dies im Kultur– und Sportzentrum Jägerfeld in Ruppertshofen gefeiert. Mit dabei waren die Eltern und Großeltern der Kinder, Mitglieder des Gemeinderats und der Vereine und Bürgermeister Peter Kühnl. Dieser freute sich in seiner Begrüßung über die Besucher, die gemeinsam mit den Kindern und Erzieherinnen feierten.
Schon auf dem Weg zur Festhalle fällt einem das Gebäude des Kindergartens auf; ein riesiger Regenbogen ziert die Fassade, darauf spazieren unter anderem eine Maus und ein Teddy nach denen auch die beiden Gruppen des Kindergartens benannt sind. Früher war dieses Haus ein Bauernhaus, wie Kühnl erklärt, und war lange Jahre mit einer Krankenpflegestation und einer Wohnung für die Gemeindeschwester ausgestattet. In den Anfangsjahren gab es lediglich einen Aufenthaltsraum, in dem die Kinder unter Aufsicht spielen konnten.
Heute wird viel mehr angeboten, so der Bürgermeister, Turnen, Ausflüge, die Oma– und Opa-Tage und natürlich das Singen. Jede Woche kommt Larissa Schneider von der Musikschule Schwäbischer Wald und singt mit den Kindern. Dieses Engagement wurde belohnt, denn vor zwei Jahren bekam der Kindergarten den „Felix“ verliehen, eine Auszeichnung des Chorverbandes Friedrich Silcher für kindgerechtes Singen. Initiiert von Larissa Schneider haben sie nun eine eigene CD besungen, elf Kinderlieder findet man darauf, die bekanntesten sind wohl „Alle Kinder dieser Erde“, das „Dinosaurierlied“, „Hänsel und Gretel“, „Old Mac Donald“ oder das „Regenbogenlied“. „Zunächst haben wir nur eine Auflage von
100 Stück herausgegeben, die es im Kindergarten gibt“, erzählt Kindergartenleiterin Annika Kunz. Sie und ihre Kolleginnen haben sich unglaubliche Mühe gegeben und gemeinsam mit den Eltern, die für das leibliche Wohl bei Kaffee, Kuchen und Getränken sorgten, das Jubiläum vorbereitet.
„Komm, wir wollen Freunde sein“, so haben sie das Fest übertitelt und auch Pfarrer Stephan Schiek, der den Gottesdienst feierte, nahm darauf Bezug. Er erzählte die biblische Geschichte von der Krankenheilung in Kapernaum, gemeinsam wurde gesungen „Freunde wagen auch einmal etwas für dich. Freunde lassen dich nicht im Stich“. In einem Anspiel zeigten die Kinder wie das war, damals in Kapernaum: „Einige brachten einen Gelähmten zu Jesu, vier seiner Freunde trugen ihn und weil sie ihn wegen der Menschenmenge nicht zu Jesus bringen konnten, deckten sie das Dach auf und ließen das Bett zu Jesus herunter, der ihn wieder gesund machte.“
Nicht ganz so einfach war es mit der Trage zu hantieren, große Seile wurden von der Decke gespannt und die kleine Schauspielerin, die den Gelähmten darstellte, wurde auf diese Weise über der Bühne ins Schweben gebracht. Eine aufregende Sache für die Kinder und die Erzieherinnen. Aber alles ist gelungen und glücklich stand sie von der Trage auf und verkündete, dass sie nun wieder gehen könne.
Fast schon profimäßig sangen die Kinder begleitet von Larissa Schneider am Keyboard „Seit Jahren lahm und nun gesund, ein Wunder ist geschehen, weil er so treue Freunde hat, kann er jetzt wieder gehen.“ Es gab viel Applaus für die Kinder und trotz des heißen Tages war das Jubiläumsfest für alle Besucher eine Augen– und eine Ohrenweide.
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