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» Schwäbisch Gmünd | Montag, 12. Juli 2010

Jugendliche des Berufsausbildungswerks renovierten Gemeinschaftsraum im Asylbewerberheim auf dem Hardt

m Berufsausbildungswerk Schwäbisch Gmünd entstand die Idee, gemeinsam mit Jugendlichen in der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge einen neuen, schönen Rückzugsraum für Mütter und Kinder zu gestalten.

SCHWÄBISCH GMÜND (BAW). Oft ist es laut und eng im Asylbewerberheim. Nur 4,5 Quadratmeter stehen jedem Bewohner zu. Wo findet sich ein ruhiger Ort zum Lernen oder um gemütlich Tee zu trinken, während die Kinder spielen? Im Rahmen der „Stärken-​vor-​Ort-​Projekte“ konnte die Stadt Schwäbisch Gmünd dem BAW für dieses Projekt, das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und dem Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union gefördert wird, den Zuschlag erteilen.
Mit großem Eifer waren die Jugendlichen bei der Sache: Heizkörper abschleifen, Wände streichen, ein buntes Holzhaus bauen und Schulbänke restaurieren.
Um das Zimmer mit Leben zu erfüllen, führten die Jugendlichen im BAW eine Sammelaktion für Spielzeug und Kuscheltiere durch. Auch ein großer Korb mit Süßigkeiten durfte nicht fehlen.
Beim Arbeiten beteiligten sich immer wieder tatkräftig die Flüchtlinge selbst, beispielsweise nähte ein Schneider aus Ghana die Vorhänge und einige afrikanische Frauen halfen beim Verputzen der Wände.
Über deren Arbeitsweise staunten die Jugendlichen: „ Sie singen bei der Arbeit und die Spachtelmasse fassen sie mit der Hand an — wie in Afrika beim Hütten bauen.“
Antje Schulz, Bildungsbegleiterin im BAW, ist sehr zufrieden über die Aktion. „Es ist etwas ganz anderes für unsere Jugendlichen, den Asylbewerbern real zu begegnen, als über Flüchtlinge im Gemeinschaftskundeunterricht zu sprechen. Hier kann man ihr Interesse für Politik wecken.“ Vor allem die Angst vor einer möglichen Abschiebung kam immer wieder zur Sprache.
Doch beim großen Einweihungsfest für den neuen Gemeinschaftsraum rückte diese Sorge einmal in den Hintergrund.
Sowohl die Jugendlichen des BAW als auch die Asylbewerber hatten kulinarische Köstlichkeiten aus aller Welt zusammengetragen. Hans-​Michael Betz, Geschäftsbereichsleiter im Landratsamt, lobte in seinem Grußwort die handwerkliche Präzision und das große Engagement der Jugendlichen.
Sabine Helmer, Bereichsleiterin im BAW, betont den Erfahrungswert für die Lehrgangsteilnehmer durch die Begegnung mit den Flüchtlingen aus aller Welt.
Auf dem Heimweg sind viele Jugendliche nachdenklich.
Ein albanischer Lehrgangsteilnehmer, der bald die Ausbildung zum Fachlagerist beginnt, als Kind aber selbst etliche Jahre in der Asylbewerberunterkunft zugebracht hat, sagt: „Mit so wenig Mitteln kann man den Leuten helfen, man könnte doch noch viel mehr tun…“
 

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