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» Schwäbisch Gmünd | Montag, 12. Juli 2010

Mit dem Fest der 80er gingen die Altersgenossen-​Wochenenden in Schwäbisch Gmünd zu Ende

Am Wochenende beendeten die Altersgenossen des Jahrgangs 1930 mit ihrem Fest den Reigen der alljährlichen Altersgenossenfeste in Schwäbisch Gmünd. Von Dietrich Kossien

SCHWÄBISCH GMÜND Die 37 Teilnehmer feierten unter dem Motto „Gemeinschaft erleben“ mit den beiden Gottesdiensten in der Augustinuskirche und im Münster, einem kleinen Festumzug, dem gemeinsamen Mittagessen und dem Kaffeenachmittag im Stadtgarten mit Alleinunterhalter Roland Haug.
Begonnen hatten die Altersgenossen ihr Fest am Donnerstag, als sie sich im Innenhof der Augustinuskirche trafen. In der evangelischen Kirche fand der 1. Festgottesdienst statt. Dabei ging Pfarrer Matthias Plocher in seiner Predigt zunächst auf das Motto des Festes ein: „Gemeinschaft erleben“. Im Verein beruhe Gemeinschaft auf Sympathie und gemeinsamen Interessen, im Gottesdienst dagegen sei der Glaube an Gott das verbindende Element. Dieser Glaube wiederum präge immer auch die Art und Weise unseres Zusammenlebens. Der Augustinuspfarrer erinnerte in diesem Zusammenhang an den Apostel Paulus und seine Mahnung: „Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat“ (Röm. 15). Diese Mahnung sei zwar an die christliche Gemeinde gerichtet, gelte aber genau so auch in einer Partnerschaft oder für das Zusammenleben zwischen den Generationen und auch im Altersgenossenverein.
Abschließend wünschte Pfarrer Matthias Plocher den Mitgliedern des Altersgenossenvereins, dass ihre Gemeinschaft auch künftig von Freude und gegenseitiger Annahme geprägt sei. Musikalisch bereichert wurde der schöne Gottesdienst vom Kolpingchor und der Organistin Havran.
Am Samstagmorgen trafen sich dann nach den obligatorischen drei Böllerschüssen die Festteilnehmer im Refektorium des Prediger zum Sektfrühstück, um sich danach auf den kurzen Weg zum Johannisturm zu machen, wo der „Alois“ erklang. Danach gingen sie unter den Klängen der Stadtkapelle zum Münster, wo sie unter Orgel– und Trompetenklang einzogen.
Mit dem Blick darauf, dass mit 80 Jahren die allergrößte Lebensstrecke bereits zurückgelegt ist, hob Münsterpfarrer Robert Kloker besonders hervor, dass es umso mehr gelte, den heutigen Tag zu feiern, um zurückzuschauen, inne zu halten und auszublicken.
Er selbst habe sich gefragt, wie die 1930 Geborenen wohl die wichtigsten Ereignisse des 20. Jahrhunderts einschätzten. Interessant wäre es jetzt, von allen zu hören, wie sie die weltbewegenden und verändernden Ereignisse erlebt hätten! Weltgeschichte im Kleinen könnte lebendig werden. Schön und anregend für den heutigen Tag sei es, dass auch in der Heiligen Schrift, also in der Urkunde unseres Glaubens, von älteren Menschen, von Achtzigern, die Rede sei, von Simeon und Hanna. Beide blickten auf ein langes und reiches Leben zurück. Doch die beiden alten Menschen seien noch längst nicht fertig mit ihrem Leben. „Sie sind Menschen in Erwartung!“ Und sie seien Menschen, deren Lebens– und Glaubenskräfte trotz des hohen Alters noch lange nicht erschlafft waren und die in einer gespannten Lebenserwartung verweilten. Beide zeichne aus, dass sie fromm und gottesfürchtig seien und einer Verheißung vertrauten.
Pfarrer Kloker stellte die Frage: „Sollten nicht auch wir solche Menschen sein, liebe Altersgenossinnen und –genossen? Trotz der 80 Jahre noch Menschen sein, die in Erwartung sind? Ich bin noch nicht am Ende. Es stecken noch positive Kräfte in mir, die es zu entfalten gilt!“ Pfarrer Kloker schloss seine Predigt: „Auch uns schenkt der Glaube an Gott, je länger wir leben, immer mehr Kraft und Halt. Nehmen Sie jeden Tag Ihres gereiften Lebens als Geschenk von Gott an und erhalten Sie sich einen lebendigen Glauben.“
 

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