Der Heimatverein Untergröningen nimmt das Geschenk der Gemeinde an
Der Heimatverein Untergröningen hat sich am Dienstagabend in seiner außerordentlichen Mitgliederversammlung mit deutlicher Mehrheit für die Übernahme der alten Eisenbahnbrücke über den Kocher ausgesprochen. Somit wird diese vorerst erhalten werden können. Von Wolfgang Fath
ABTSGMÜND-UNTERGRÖNINGEN. Es habe in der Geschichte schon viele verrückte Ideen geben, und so verrückt sei die Idee nicht, die alte Eisenbahnbrücke in die Verantwortung des Heimatvereins zu übernehmen, sagte dessen Vorsitzende, Barbara Weise, vor rund
50 Vereins– mitgliedern sowie rund
30 weiteren Interessierten und Engagierten der Bürgerbewegung zum Erhalt der Brücke.
Sie habe Verständnis für die Entscheidung des Ortschaftsrates zwischen Kugel und Strick gehabt, betonte sie, aber die Bürger hätten nun die Möglichkeit gehabt, einen dritten Weg zu finden.
Pfarrer Jürgen Zwirner übernahm die Diskussionsführung und wies darauf hin, dass es an diesem Abend nur um die Entscheidung gehe, ob der Heimatverein die Brücke übernehmen werde. Es gehe noch nicht darum zu entscheiden, was dann mit ihr geschehen werde. Dafür müsse man später einen Weg finden. Nach der Übernahme müsse die Brücke auf jeden Fall gesperrt werden, da sie nicht für den Fußgänger– oder Radfahrerverehr zugelassen sei. Im zweiten Schritt sollen Gespräche mit den beiden Anliegerfirmen erfolgen, um auszuloten, ob überhaupt eine Durchgangsmöglichkeit vom Bahnhofsgelände her über die Brücke zukünftig möglich sei. Seitens der Firma Grau und Wagenblast wurde bereits definitiv klargestellt, dass sie keinen Fußweg auf ihren Gelände erlauben werde. Mit der Firma Holopack habe man bereits geredet, sagte Jürgen Zwirner, es gebe aber weder eine klare Zu– noch eine klare Absage. Es sei aber ein gewisses Wohlwollen zu verspüren gewesen, meinte er.
Siegfried Feil wies darauf hin, dass laut einem vom Heimatverein eingeholten Gutachten die Brücke derzeit ohne größere Reparaturen noch mindestens
50 Jahren stehen könne und stellte nochmals das von der Gemeinde eingeholte Sanierungsgutachten mit Kosten in Höhe von
161000 Euro in Frage. Dieses Gutachten geht jedoch von einer Nutzung der Brücke aus und der Erfüllung der damit verbundenen sicherheits– und umwelttechnischen Auflagen sowie einer in diesem Falle neu zu erstellenden Statik.
Erforderlichen Reparaturen könne der Heimatverein schultern, meinte Siegfried Feil. Er sah für den Verein kein finanzielles Risiko. Die in dem der Gemeinde vorliegenden Gutachten geforderte Einhausung bei einer Sanierung und Entfernung der belasteten Oberflächenfarbschicht könne man kostengünstiger gestalten , da man die Brücke zur Sanierung auch mit einem Kran abheben könne und später wieder zurücksetzen könne.
Einige der anwesenden Mitglieder wiesen jedoch darauf hin, dass eine Brücke ohne Nutzung für den Heimatverein nicht wünschenswert sei.
Bürgermeister Georg Ruf verdeutlichte, dass im Falle einer Verwendung als Fußgänger– oder Radweg auf jeden Fall seitens der Genehmigungsbehörden mit Sanierungsauflagen zu rechnen sei.„Wir brauchen viel Bürgerengagement, gutem Willen und Phantasie, dann klappt das auch“, bekräftige die Vereinsvorsitzende Barbara Weise. Von den anwesenden
50 stimmberechtigten Vereinsmitgliedern stimmten
42 für die Übernahme der Brücke,
5 waren dagegen und
2 Mitglieder enthielten sich der Stimme. Damit ist der Erhalt der Brücke vorerst gesichert. Bürgermeister Georg Ruf hatte in der Gemeinderatssitzung am
1. Juli die zum Abbruch vorgesehene Brücke dem Heimatverein als Geschenk angeboten.
Für den Heimatverein, so Siegfried Feil, sei dies der letze Strohhalm zur Rettung der Brücke gewesen, die laut Landesdenkmalamt zwar erhaltenswert, aber nicht denkmalgeschützt sei.
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