Eine Tour mit dem „Head-Greenkeeper“ über den Golfplatz Hetzenhof bei Lorch-Kirneck
Schon der Häuslesbesitzer mit kleinem Grundstück hat derzeit hitzebedingt Mühe, seine Pflanzen am Leben zu halten. Wie viel schwieriger ist das auf einem 140 Hektar großen Golfplatz? Die Rems-Zeitung fragte auf dem Lorcher Hetzenhof nach. Von Manfred Laduch
LORCH-KIRNECK. Wolfgang Mayer arbeitet schon seit
1993 für den Golfclub Hetzenhof. Er ist als „Head-Greenkeeper“ Chef eines neunköpfigen Teams, das sich um das Wohl des Platzes kümmert. Der besteht aus drei Neun-Loch-Kursen, einem Kurzkurs mit sechs Bahnen, Übungsgrüns und Driving-Range. Darüber hinaus gibt es die hübsche Bepflanzung rund um das Clubhaus.
Etwa
50 der
140 Hektar Fläche müssen für das Spielen regelmäßig gemäht werden: Die Abschläge und Bahnen (Fairway) drei Mal wöchentlich, die „Grüns“ genannten Zielflächen sogar täglich. Bei diesen beträgt die vorgeschriebene Wuchshöhe des Rasens
3,
5 Millimeter. Dafür steht den Greenkeepern ein Fuhrpark von
30 ganz unterschiedlichen Landmaschinen zur Verfügung, die auch selbst gewartet werden.
Natürlich ist derzeit die Trockenheit ein Thema auf dem Hetzenhof. Allerdings sind nur
13 Spielbahnen bislang mit einer automatischen Beregnungsanlage versehen. Die greift auf Wasser zurück, das aus einer eigenen Quelle und zwei auf dem Gelände gebohrten Brunnen sprudelt. Die
300 Kubikmeter daraus gewonnenen Wassers fließen dann zunächst in drei Teiche mit
5000,
2000 und
1000 Quadratmetern Oberfläche. Sie dienen zum einen als Reservoir, zum anderen sind sie als Hindernisse in die Parcoursgestaltung einbezogen. Auf diese Teiche greift die Beregnungsanlage zurück, wenn sie derzeit des Nachts eingeschaltet wird.
440 Düsen legen dann los.
Ganz unglücklich wäre man auf dem Hetzenhof über einen milden Regen also nicht. Es sollte allerdings auch nicht so kommen, wie in der Nacht zum Sonntag der vergangenen Woche. Da fielen über dem Golfplatz in kurzer Zeit
35 Liter Wasser pro Quadratmeter und ruinierten zum Beispiel die Kanten der „Bunker“ genannten Sandhindernisse.
Greenkeeper ist ein anerkannter Fortbildungsberuf. Wer sechs Jahre Praxis hat (oder eine Vorausbildung im Gartenbau) kann nach entsprechenden Lehrgängen die Abschlussprüfung machen. Er muss sich dann allerdings zwischen April und Oktober auf intensive Dienstzeiten einstellen. Wenn auf dem Platz ein Turnier stattfindet, wie zum Beispiel die „Hetzenhof Open“ am vergangenen Wochenende, sind auch die Greenkeeper im Dienst. Die Überzeiten können oft erst im Winter abgefeiert werden.
Einen Vorteil hat die Tätigkeit freilich: Die Golfclubs legen Wert darauf, dass ihre Platz-Pflege-Profis selbst mit dem Schläger umzugehen wissen. „Wir spielen alle ab und zu Golf, denn nur so weiß man, worauf es den rund
1000 Mitgliedern in Sachen Platzpflege ankommt“, sagt Wolfgang Mayer.
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