ersammlung und Grillfest beim Gehörlosenverein mit aktuellen Informationen
Am 33 Grad heißen Sommernachmittag feierten bunt gekleidete Fans und die Mitglieder des Gehörlosenvereins bei ihrem Grillfest sowie im Festsaal in der St.Vinzenz-Arena friedlich und fröhlich den WM-Viertelfinale-Sieg der Deutschen Elf. Es gab auch eine Reihe von interessanten Neuigkeiten zu berichten.
SCHWÄBISCH GMÜND. Ob mit Deutschlandtrikot, Schal, Cape, Fahne und einfach die deutschen Farben auf die Wange gemalt — die Besucher gaben klare Bekenntnisse für ihr Team. Nach dem Spiel fand am späten Nachmittag die Begrüßung und Eröffnung des Miteinanderes mit der Schriftführerin und Vertreterin des Landesverbandes der Gehörlosen Baden-Württemberg, Sandra Altmann, und durch die Vereinsvorsitzende Karin Gaida statt. Ganz bemerkenswert: Gehörlose Fußballfans erfanden
55 geheime Gebärdensprachen beim früheren
VfB–Trainer und Bundestrainer Jogi Löw. Es ist der erste große Aufreger der Fußball-WM: der Trööööt-Wahnsinn! Fan-Trompeten nerven pausenlos. Die Lösung war schon da: Jogi übte Zeichensprach. Gehörlose Schüler aus Wilhelmsdorf haben rechtzeitig zum WM-Start neue Handzeichen für die wichtigsten Fußball-Begriffe zusammengestellt und erfunden. Es gibt in der Gebärdensprache zwar Worte für die gängigsten Fußball-Begriffe wie Spieler, Trainer, Angriff und Halbzeit usw. Weil die Schüler aber große Fußballfans sind und bei der Fußball-WM mitreden wollten, haben sie selber Handzeichen geprägt und wenden sie zum gegenseitigen Verständnis auch an.
Ideal für eine blitzschnelle Verständigung zwischen dem Trainer und den Spielern
In Sekunden und unmissverständlich kann man mit den Händen reden. Mit den Gebärden können sich die Spieler auf dem Platz blitzschnell verständigen, der Kontakt zur Trainerbank ist ebenfalls völlig problemlos-egal wie viele Vuvuzelas im Stadion tröten.
Am späten Abend bekam Sandra Altmann wichtige Mitteilung vom deutschen Gehörlosenbund (
DGB). Sie nahm die Stellung zum Rundfunkgebührenbeitrag. Es wird geplant, neue Rundfunkgebührenordnung ab
2013 einzuführen. Alle Gehörlose bezahlen keine Rundfunkgebühr. Der
DGB vertritt den Standpunkt, dass für ein qualitativ hochwertiges und barrierefreies Angebot durchaus auch gehörlose Menschen einen Beitrag zur Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks leisten können. Der
DGB fordert den unverzüglichen Ausbau der Untertitel im öffentlich-rechtlichen Fernsehen auf mindestens
80 Prozent bis ins Jahr
2013. Weiterhin fordert der
DGB: Im Rundfunkstaatsvertrag muss verbindlich festgeschrieben werden, dass die Mittel aus der Abgabe gehörloser Menschen ab
2013 zweckgebunden für den Ausbau barrierefreier Angebote zu verwenden sind. Die Vorstandsmitglieder des Landesverbandes sollte schnell wie möglich die Stellungnahme an der Deutscher Gehörlosenbund abgeben.
Bei den Mitglieder und Nichtmitglieder wurde auch je ein kleines Preisgeld ausgespielt und mitgemacht. Gespielt wurde im Festsaal mit fünf Wurf ins Vollen und Abräumen über einen Tisch-Kegelbrett. ie Ergebnisse:
1.Karin Gaida aus Ellwangen
29 Holzzahl;
2.Fritz Hagel aus Eschach
28 Holzzahl;
3.Hermann Ilg aus Waldstetten
27 Holzzahl. Der Vorstand bedankte sich die Mitglieder und Gäste und lobten diese Veranstaltung zum Pflegen der Kameradschaft.
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