Oberbürgermeister Richard Arnold spricht am heutigen Nationalfeiertag in Antibes /Schwerpunkt Elektromobilität
Man muss das Rad nicht neu erfinden, man kann’s den anderen abgucken. OB Richard Arnold ist heute zu Gast in Antibes, unter anderem um von den Erfahrungen der Partnerstadt in Sachen Elektromobilität zu profitieren.
SCHWÄBISCH GMÜND
(bt). In Baden-Württemberg ist Elektromobilität derzeit großes Thema. Auf seiner Suche nach einem umweltfreundlichen Mobilitätskonzept für die Landesgartenschau ist Arnold im Gespräch mit der noch jungen Landesagentur Elektromobilität sowie mit dem Staatsministerium, und auch in der Stadt selbst wird an verschiedenen Modellen gearbeitet — mit Firmen wie Ricardo, aber auch mit Stadtwerken und ODR. Als Arnold dann erfuhr, dass die Partnerstadt Antibes ein Modellprojekt für Frankreich durchführt und in der dortigen städtischen Fahrzeugflotte jede Menge Elektrofahrzeuge im Einsatz sind, nahm er die Einladung zum heutigen Nationalfeiertag an. Mit seinem exzellenten Französisch soll er eine Rede zum Jahrestag des Sturms auf die Bastille halten, vor allem aber hat er um Termine in Sachen Elektromobilität gebeten, um so viel Wissen und Erfahrungswerte wie möglich abschöpfen und mit nach Hause nehmen zu können. Dass in Antibes derzeit ein in Frankreich legendäres Jazzfestival stattfindet, ist ein weiterer Aspekt dieses Kurztrips nach Südfrankreich: Auch hier sollen Kontakte entstehen, die der Stadt zu Gute kommen .
Mit Taubental und dem Weleda-Garten wird zur Landesgartenschau ein Ausstellungsschwerpunkt entwickelt, der die Themen Landschaftsökologie, Waldnutzung, Obstbau, Kleingärten, Blumenfelder, Kräuter und Stauden präsentiert. Auch der Salvator wird ins Konzept einbezogen, und damit verfügt die Landesgartenschau Schwäbisch Gmünd über Ausstellungsflächen von insgesamt rund
15 Hektar Daueranlagen. Wie diese Flächen für die Besucher erschlossen werden, ist ein Thema, dessen Bedeutung nicht unterschätzt werden darf.
Den Elektrofahrzeugen soll vor allem in Frankreich zu einem schnellen Durchbruch verholfen werden — nicht zuletzt die derzeit in Antibes gemachten Erfahrungen sind wohl überzeugend. Regierung, Regionalverwaltungen und Automobilkonzerne haben dort ein Konzept erarbeitet, das vor allem auf ein Netz von Ladestationen setzt. Bis
2015 sollen insgesamt
75 000 öffentliche E-Tankstellen sowie
900 000 private Anlagen entstehen. Bis
2020 soll die Zahl auf insgesamt
4,
4 Millionen wachsen, so dass in jeder Stadt mit
10 000 Einwohnern
800 Zapfsäulen zur Verfügung stehen. Auch Batteriewechsel-Anlagen sind geplant. Die Automobilhersteller versprechen ihrerseits die dazugehörigen Elektroautos auf den Markt zu bringen.
Auch in Deutschland gilt das Elektroauto zunehmend als eine Lösung für effiziente und nachhaltige Mobilität und als Chance für die europäische Automobilindustrie und Wirtschaftszweige wie Informations– und Kommunikationstechnologien oder auch Energieerzeugung und –verteilung. In einer gemeinsamen Erklärung Deutschlands, Frankreichs und Portugals zur Elektromobilität in Europa erklärten die Minister: „Wenn wir sie sinnvoll einsetzen, gehört die Elektromobilität zu einer der Schlüsseltechnologien zur Gewährleistung von Beschäftigung und Wachstum der europäischen Wirtschaft in den kommenden Jahrzehnten“.
Zwar stößt das Elektroauto in der Praxis derzeit noch auf erhebliche Hürden, langfristig hat es freilich einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zufolge große Potentiale. Auch wenn Elektromobilität nicht alle bestehenden verkehrspolitischen Probleme lösen werde, könne sie doch einen wichtigen Teil eines nachhaltigen Verkehrskonzepts darstellen. Gmünd sieht diese Chancen und will diese Entwicklung von Anfang an begleiten.
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