Am historischen „Graben“ laufen die Bauarbeiten für die Neugestaltung des Josefsbachs auf Hochtouren
Unter den Blicken von zahlreichen Schaulustigen laufen jetzt die Bauarbeiten für die Neugestaltung und Renaturierung des Josefsbachs auf Hochtouren. Auch an der mittelalterlichen Zwingermauer an der Fünfknopfturmbrücke wird gearbeitet .
SCHWÄBISCH GMÜND
(hs). Wie bereits ausführlich berichtet, ist bereits nahe der Waldstetter Brücke eine gewaltige Zufahrtsrampe hinab zum tiefliegenden Bachbett erbaut worden. In den letzten Tagen nun folgte nun weiter nördlich an der Karl-Olga-Brücke ein zweites Baustellenwerk. Mit dieser Zu — und Abfahrt wird in den nächsten Monaten gewährleistet sein, dass die schweren Fahrzeuge (Bagger und Muldenkipper) im Einbahnstraßenverkehr durch den „Graben“ (Volksmund) fahren können. Viel Material muss dort unten eingebracht werden, um das Ziel zu erreichen, den Josefsbach etwa zwei Meter anzuheben. Dies wiederum bildet die Voraussetzung für die Gestaltung von gewässer– und naturnahen Spazierwegen und Uferlandschaften im Rahmen des Landesgartenschaukonzepts. Die Bürger und Besucher der Stadt sollen den Einschnitt des Josefsbachs in etwa zwei Jahren schon völlig neu erleben können. Die alte Uferbefestigung war eh sanierungsbedürftig beziehungsweise teils schon akut einsturzgefährdet. Mit dieser Neugestaltung ist es nicht getan. Viel wird auch für neue Versorgungsleitungen und Kanäle investiert, die unter dem Bach „gedükert“ werden müssen. Diese Kanal– und Tiefbaumaßnahmen bilden den ersten Schritt. Die Maßnahmen für das Anheben des Bach folgen voraussichtlich zu Beginn des nächsten Jahres. Etwa
10 000 Kubikmeter Material muss hierbei in den „Graben“ gekippt und dort verdichtet werden, um das neue Bachbett funktions– und naturgerecht zu gestalten. Woher dieses Material genommen werden kann, ist noch unklar. Der Aushub aus der Tunnelbaustelle hat sich bislang als nicht dazu geeignet erwiesen. Möglicherweise muss beispielsweise Flusskies eingekauft werden. Eine weitere Sorge treibt die Gartenschauplaner um: Immer deutlicher wird der marode Zustand der historischen Zwingermauer, die am Josefsbach nahe der Fünfknopfturmbrücke derzeit von der Putzschicht befreit wird. Ursprünglich waren dort massive Mauerquader aus dem Mittelalter vermutet worden. Doch haben frühere Generationen diesen Teil der historischen Stadtbefestigung ziemlich lieblos mit Schutt und unpassenden Ziegelsteinen saniert. Derzeit läuft eine Abstimmung mit dem Denkmalamt zur Frage, wie mit diesem Mauerwerk verfahren werden soll. Auch der „Graben“ selbst war im Mittelalter Teil der Stadtbefestigung: Der künstlich so tief gelegte Bacheinschnitt schützte die breite Westflanke der Stadt vor feindlichen Heeren.
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