Bei der Weinprobe erfuhr man viel Wissenswertes über Weinsorten, Weinanbau und die Steillagen der Mosel
Einmal im Jahr unternimmt die Reisegemeinschaft Wißgoldingen einen mehrtägigen Ausflug. Mosel, Eifel und Luxemburg waren in diesem Jahr das Ziel und bei herrlichem Wetter erlebten die Teilnehmer wunderschöne Tage.
WALDSTETTEN-WISSGOLDINGEN (rgw). Die Anreise erfolgte über Stuttgart, Pforzheim. Bei Karlsruhe ging es ins Rheintal und dann weiter in den Pfälzer Wald bei Landau. Weinberge, Kiefern, Buntsandstein und immer wieder Burgen z. B. Trifels bei Anweiler bestimmten das Bild. Kurz vor Hauenstein gab es das obligatorische Picknick mit frisch gebackenem Bauernbrot, Wurst und allerlei Gemüse.
In Hauenstein erwartete die Reisegruppe eine Führung durch das Deutsche Schuhmuseum. Komplett eingerichtete Fertigungsstätten mit den damals üblichen Riemenantrieben, Originalbelege wie z. B. Lohnzettel in Millionen und Billionen, strenge Dienstvorschriften und spartanisch eingerichtete Arbeitsplätze vermittelten einen nachdenklichen Eindruck über die Wertschätzung der Arbeiter in früheren Zeiten, der erst bei der Besichtigung der Prominentenschuhsammlung wieder aufgelockert wurde, in der u.a. Schuhe von Steffi Graf, Helmut Kohl, Gerhard Schröder, Heiner Geißler, Peter Krauss, Cornelia Froboes, Thomas Gottschalk und vielen anderen gezeigt wurden. Weiter ging die Fahrt über Pirmasens in Richtung Saarbrücken, Saarlouis und dann der Saar entlang nach Merzig und Mettlach. Bei Villeroy
& Boch wurden wir über die Porzellanfertigung informiert, bestaunten die kunstvollen und teuren Gedecke und erfuhren, dass die Firma bereits in der achten Generation als Familienbetrieb geführt wird.
Ein weiterer Höhepunkt am Anreisetag war der Aussichtspunkt Orschholz, der einen imposanten Blick auf die Saarschleife bot. In zügiger Fahrt ging es dann weiter ins Moseltal. Ein gepflegtes Hotel, ein gutes Abendessen, der Sieg der deutschen Mannschaft, dieser der Tag ließ keine Wünsche mehr offen.
Am andern Morgen grüßte der Fremdenführer zur Fahrt in die Eifel. Bad Bertrich, ein Kurstädtchen am Fuße der Eifel hinterließ einen positiven Eindruck durch die gepflegten Park– und Kuranlagen und die schöne landschaftliche Lage. Der Bus fuhr in höhere Regionen, die bald von Maarseen, erloschenen Vulkanen und Lavasteinen beherrscht wurden und in Schalkenmehren in der sogenannten Vulkaneifel mit gleich drei Seen in unmittelbarer Nähe zueinander ihren Höhepunkt fand. Über Ober– und Überburg bei Manderscheid, einer gut erhaltenen Burganlage aus dem
14. Jahrhundert, fuhr man mit dem Bus wieder ins Tal der Mosel. In Bernkastel bestieg man nach kurzer Stadtbesichtigung das Schiff und bei der Fahrt nach Kröv fielen immer wieder die mit weißer Farbe in die Landschaft gepinselten bekannten Lagebezeichnungen auf. Bei der abendlichen Weinprobe erfuhr man noch viel Wissenswertes über Weinsorten, Weinanbau, die Besonderheiten der Steillagen der Mosel, die Beschränkung des Anbaues aus Qualitätsgründen. Sehr interessant war auch die Erklärung, dass die in den Steillagen vorhandenen Wasserrohre zum talseitigen Transport der robusten Rieslingtraube verwendet werden.
Anstatt Wein war am andern Tag Geschichte das Thema. Neuere Geschichte beim Besuch der Stadt Luxemburg mit den vielen öffentlichen Gebäuden der
EU, ebenso vielen Banken, der ins Auge fallenden gut erhaltenen Stadtmauer und der sehr exponierten Lage mit großen Höhenunterschieden von Berg und Tal innerhalb des Stadtgebietes.
Ältere Geschichte war in Trier gefragt und offenkundig. Die älteste Stadt Deutschlands, als „Augusta Treverorum“ gegründet, beeindruckte mit den bekannten aus der Römerzeit stammenden Bauwerken wie Porta Nigra, Römerbrücke, Kaiserthermen, Konstantinbasilika, Amphitheater. In die Rotweinregionen des Ahrtales führte die nächste Tagestour. Im Terassenanbau auf Schieferböden gedeiht hier eine ausgezeichnete Qualität. Ahrweiler entdeckten wir als besonders romantisches Städtchen, relativ klein und über-schaubar mit Stadtmauer, Tortürmen, schönen Fachwerkhäusern und engen Gässchen. Über die A
61 und Mayen erreichten wir das Kloster Maria Laach. Wer ein beschauliches Kloster erwartet hatte, wurde eines besseren belehrt. Die Kirche ist zwar noch das beherrschende Element, doch Hofladen, Gärtnerei, Hotel und verschiedene andere Geschäfte bezeugen das kommerzielle Handeln. Auf der Rückfahrt über Cochem machte man auf der Marienburg nochmals Halt und erfuhr beim Blick auf die Moselschleifen und die durch die Tunnels verlaufende Bahnlinie, dass die Strecke auf dem Wasser durch die vielen Windungen viel länger ist.
Auch schöne Tage gehen zu Ende. Der einsetzende Regen am frühen Morgen erleichterte die Abreise und in zügiger Fahrt über die Hunsrück — Höhenstraße und dann am burgenbesäumten Rhein entlang mit den obligatorischen aber wetterbedingt kurzen Halts am Deutschen Eck in Koblenz, auf der Loreley und in Rüdesheim erreichte man die Heimat.
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