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» Schwäbisch Gmünd | Freitag, 16. Juli 2010

Mitgliederversammlung beim Bauverein Schwäbisch Gmünd /​219 000 Euro Gewinn trotz hoher Investitionen /​Über 500 Wohnungen werden betreut

Die Finanz– und Wirtschaftskrise hatte auf die Geschäfte des Bauvereins keine Auswirkungen“ so der geschäftsführende Vorstand Raynulf Jehle, der den Lagebericht des Vorstandes für das Geschäftsjahr 2009 bei der Mitgliederversammlung vortrug.

SCHWÄBISCH GMÜND (pm). Die Genossenschaft erwirtschaftete im abgelaufenen Geschäftsjahr trotz hoher Investitionen einen Bilanzgewinn von rund 219 000 Euro. Die Bilanzsumme betrug zum Stichtag 10 504 336,37 Euro. Der Eigenkapitalanteil beträgt 50,74 Prozent, dies entspricht rund 5,3 Millionen Euro. Das Unternehmen steht nach wie vor auf wirtschaftlich gesunden Füßen. Die Vermögensverhältnisse sind solide und geordnet.
Der zur Verfügung stehende Kreditrahmen musste zu keinen Zeitpunkt voll in Anspruch genommen werden. Die Zahlungsfähigkeit war und ist jederzeit geordnet. Von einer weiterhin positiven Entwicklung der Genossenschaft wird auch in den nächsten Jahren ausgegangen. Etwas kritischer sieht Jehle allerdings die allgemeine Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt. Die Bauinvestitionen sind in 2009 mit rund 8,6 Milliarden Euro zwar konstant geblieben, damit zeigt sich die Bauwirtschaft einmal mehr als stabiler Wirtschaftsfaktor in Zeiten der Krise, jedoch ist die Zahl der fertiggestellten Wohnungen bzw. der Baugenehmigungen in 2009 erneut deutlich gesunken. Dies könnte u.U. in Ballungsgebieten wie z.B. Hamburg, München, Frankfurt oder auch Stuttgart in absehbarer Zeit zu einem Wohnungsnotstand führen. Der Schwerpunkt der Bauinvestitionen lag in 2009 vor allem in der energetischen Sanierung. Die Investitionen kommen vor allem der regionalen Bau– und Handwerksbranche zugute. Die von der Politik geplanten starken Kürzungen und das Auslaufen der energetischen Förderprogramme könnten jedoch ein deutliches Verlangsamen der Investitionsbereitschaft bewirken.
Auch beim Bauverein wurden in 2009 wieder erhebliche Aufwendungen für die Werterhaltung und Modernisierung der genossenschaftseigenen Mietwohnungen und Gebäude getätigt.
Insgesamt wurden fast 1,5 Millionen Euro für Modernisierung und Instandhaltung investiert. Besonderes Augenmerk richtete die Genossenschaft dabei ebenfalls auf die energetische Sanierung. Auch wurde auf einem Gebäude eine Solaranlage installiert. Damit leistet die Genossenschaft erneut einen wertvollen Beitrag zur ökologischen Energiegewinnung und zur Verminderung der CO²-​Emissionen.
Fast alle Aufträge gehen an das heimische Bauhandwerk
Für das Jahr 2010 sind Ausgaben in Höhe von über 1,5 Millionen Euro geplant. Investitionen in Maßnahmen, die erheblich zur Verbesserung der Wohnsituation beitragen und somit den Mietern zugute kommen, aber auch die Vermietbarkeit der Wohnungen langfristig sichern.
Hervorgehoben wurde, dass die Aufträge zu 98 Prozent an örtliche Handwerksfirmen vergeben wurden und dies somit ein wesentlicher Beitrag zur Stärkung der hiesigen Wirtschaft ist. Die qualitative Verbesserung des Wohnungsbestandes ist in den nächsten Jahren nach wie vor Hauptaufgabe des Bauvereins.
Weiterhin hob Jehle den sozialen Charakter des Bauvereins hervor. Die Mieten seien nach wie vor auf einem günstigen Niveau. Aufgrund der Modernisierung notwendige Mieterhöhungen seien moderat und sozial verträglich.
Der Bauverein bewirtschaftet z.Zt. 502 Mietwohnungen, eine Büroetage, 74 Garagen und 175 Abstellplätze. Bei einem Mieterwechsel werden die Wohnungen wenn nötig renoviert, um den Wohnwert zu steigern und die Wohnungen auf einem heute üblichen Standard zu halten.
Die Genossenschaft hatte zum Jahresende 860 Mitglieder. Für die Einlage erhält man schon seit Jahren konstant vier Prozent Dividende.
Anschließend trug der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Wolfgang Lakner, den Bericht des Aufsichtsrates sowie den Bericht über die gesetzliche Prüfung für das Jahr 2008 vor. Die Prüfung durch den zuständigen Prüfungsverband ergab keinerlei Beanstandungen.
Die Mitglieder genehmigten den Bericht des Vorstandes, den Bericht des Aufsichtsrates sowie den Jahresabschluss zum 31.12.2009. Weiterhin wurde die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von vier Prozent beschlossen.
Bei den Wahlen zum Aufsichtsrat wurden Anton Schwarz und Helmut Blind im Amt bestätigt. Für den zum 31.12.2009 aus beruflichen und privaten Gründen vorzeitig zurückgetretenen Sven Uwe Begerow wurde Andreas Mönch neu in das Gremium gewählt.
Auch zahlreiche treue Mitglieder wurden geehrt
Für 30 Jahre Mitgliedschaft im Aufsichtsrat wurde Anton Schwarz geehrt. Für den sehr guten Abschluss ihrer Berufsausbildung zur Bürokauffrau erhielt Nelli König eine Belobigung. Weiterhin wurden einige Mitglieder für ihre langjährige Treue zum Bauverein geehrt. Für 40-​jährige Mitgliedschaft: Rosemarie Schierle, Heinz Pflieger, Marianna Clausner, Julie King, Edeltraud Ellinger, Heinz Wortmann. Für 50-​jährige Mitgliedschaft: Günther Packhäuser, Gerda Kellenbenz, Wolfgang Senze und für 60-​jährige Mitgliedschaft Anton Küfner, Karl Spiesshofer, Margarete Stengel sowie Karl Munk.
Die Mitgliederversammlung wurde durch einen interessanten Vortrag von Prof. Dr. Reinhard Kuhnert über die Landesgartenschau und die damit verbundene Stadtentwicklung abgerundet.
 

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