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» Schwäbisch Gmünd | Freitag, 16. Juli 2010

Parlamentarische Staatssekretärin Annette Widmann-​Mauz war gestern zu Gast in den Heilpflanzengärten

Annette Widmann-​Mauz, Parlamentarische Staatssekretärin an der Seite von Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler, war gestern auf Visite in den Weleda-​Heilpflanzengärten. Auch im Beisein des Gmünder Bundestagsabgeordneten Norbert Barthle kam es zu einem lebhaften Informations– und Gedankenaustausch, insbesondere zum Themenbereich Naturheilverfahren.

SCHWÄBISCH GMÜND (hs). Der Informationsbesuch stand zunächst auch im Zeichen einer aktuellen, öffentlichen Debatte, in Berlin offenbar kräftig angestoßen durch den gesundheitspolitischen Sprecher der SPD im Bundestag, Karl Lauterbach. In einem „Spiegel“-Interview hatte Lauterbach Kritik am Glaube der Wirksamkeit von alternativen Naturheilverfahren kundgetan, die Krankenkassen gar dazu aufgefordert, Homöopathie auf Kassenrezept nicht mehr zu bezahlen, und damit natürlich auch bei allen Produzenten und Verbrauchern von Naturheilmitteln für ziemliche Verunsicherung gesorgt, dazu speziell bei der Weleda in ein Wespennest gestochen (siehe auch ausführlichen Hintergrundbericht in der gestrigen RZ, Seite 3).
Bundesregierung will die Therapiefreiheit erhalten
Vorneweg teilte Staatssekretärin Annette Widmann-​Mauz (CDU-MdB aus dem Wahlkreis Tübingen) verbal Baldrian-​Beruhigungstropfen an die Geschäftsleitung und Mitarbeiter der Weleda AG mit Tochterunternehmen Weleda Naturals in Schwäbisch Gmünd aus: Leitlinie der Bundesregierung sei, „dass uns sehr daran gelegen ist, die Therapiefreiheit für die Bürgerinnen und Bürger zu erhalten“. Die Gesundheitspolitik müsse immer den Menschen im Blickpunkt behalten, und zwar so individuell, wie er nur sei. Sie sehe keinen Anlass, sich von alternativen Naturheilverfahren abzuwenden. Vielmehr plädierte die Gesundheitspolitikerin bei ihrem Besuch in den Weleda-​Heilpflanzengärten für einen verstärkten Prozess der Gemeinschaft und der Partnerschaft, bei dem sich alternative und schulmäßige Medizin ergänzen. Sie sehe das Gesundheitswesen nicht als lästigen Kostenfaktor, vielmehr auch als einen wichtigen Wirtschaftsfaktor für den Standort Deutschland. Klar müsse aber auch sein, so brachte sie in ihren weiteren Ausführungen zum Ausdruck, dass alle Beteiligten Beiträge leisten müssten, damit die Kosten nicht aus dem Ruder laufen. Hierbei richtete sie den Fingerzeig ganz besonders auf die Pharmaindustrie (Stichwort Rabattverträge) und bedauerte, dass einige aus dem großen chemisch-​pharmazeutischen Bereich bislang „die Spielregeln nicht eingehalten haben“, weshalb nun Unternehmen, die — wie die Weleda — sich redlich bemühen, zu leiden hätten. Seitens der Weleda wurde in diesem Zusammenhang die Klage vorgebracht, dass durch die neuen gesetzlichen Regelungen enorme Investitionen alleine schon im Bereich der Verpackungsänderungen getätigt werden müssten. Immerhin vertreibt die Heilmittel– und Naturpflegemittelfirma derzeit 1400 verschiedene Arzneimittel.
Die Weleda-​Philosophie im Einklang mit der Gesundheitspolitik
Nikolai Keller (Marketing und Vertrieb Arzneimittel) und Dr. Samir Kedwani (Herstellung Arzneimittel) vertraten bei dem Gedankenaustausch die Geschäftsleitung der Weleda AG mit Weleda Naturals, die allein in Gmünd fast 1000 Mitarbeiter beschäftigen. Der Naturheilmittelproduzent, so erklärten sie, wolle nicht besser behandelt werden, doch möge die Gesundheitspolitik die unterschiedlichen Merkmale nicht aus den Augen verlieren. Benötigt werde nicht nur Toleranz gegenüber Naturheilmitteln, sondern auch Unterstützung. In der ganzheitlichen Betrachtung des körperlichen und seelischen Befindens des Menschens zeige ja gerade die Weleda-​Philosophie Wege auf, die Kostenentwicklung im Gesundheitswesen nicht noch weiter aus dem Ruder laufen zu lassen, sondern im Sinne der von der Politik ja immer wieder eingeforderten Selbstverantwortung des Menschen bzw. des Patienten zu wirken. Von Michael Straub, Chef und erfahrener Praktiker der Weleda-​Heilpflanzengärten, gab es dann beim anschließenden Rundgang reichlich Einblick in die heilenden Kräfte der Natur. Hierbei kam auch immer wieder zum Ausdruck, dass die Wirkungsweise vieler der pflanzlichen Substanzen außer Zweifel stehe. Ja, schon seit Menschengedenken helfen, physische und auch psychische Wunden zu heilen und den Mensch in Einklang mit sich selbst und der Natur zu bringen.
 

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