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» Schwäbisch Gmünd | Freitag, 02. Juli 2010

Debatte in der Business Lounge: Gmünd als Marke ist in Ordnung, doch wofür die Marke steht, ist nicht so recht klar

Netzwerke gab es schon immer, befand der Oberbürgermeister. Wie sie als Impulsgeber für Gmünd eingesetzt werden könnten, war die Frage, um die es gestern in der „Business Lounge“ ging. Doch bald ging es mehr um Stadtentwicklung und Außenwirkung.

SCHWÄBISCH GMÜND (rw). Die Business Lounge, von Martin Warzywodas GD-​Event und dem Handels– und Gewerbeverein Schwäbisch Gmünd gemeinsam veranstaltet, fand zum vierten Mal im alten Schlachthof statt. Sie will ein Treffpunkt sein, an dem sich Geschäftsleute, leitende Angestellte und Mitarbeiter der Stadtverwaltung treffen. Hier dürfen Netzwerke gepflegt werden. Manchmal kann auch nur zugehört werden: Gestern hörten etwa 50 Besucher zu, wie auf dem Podium, befragt von Roman Heisig, OB Richard Arnold, Elektronikkünstler Walter Giers, Demeter-​Vorstand Klemens Fischer und Martin Warzywoda ihre Gedanken entwickelten.
Ihm gehe es darum, vorhandene Netzwerke enger zusammenzubringen, sagte der OB, der auf die „Marke GD“ abhob, exemplifiziert durch den neuen GD-​Aufkleber. Diese „wollen wir sichtbar machen.“ Bis zur Wiedereinführung des Autokennzeichens wäre es allerdings ein Behörden-​Hürdenlauf, „da muss ich Erwartungen bremsen.“ Dem Landrat habe er aber versichert, dass die Aktion nicht auf Separatismus abziele, es sei vielmehr wie beim Europa-​Motto: „Einheit in Vielfalt, es spricht doch nichts dagegen.“
Gmünd tue sich schwer, Leistungsträger — gemeint war die junge Abteilungsleiter-​Ebene– in seine Reihen aufzunehmen, bekannte der Wahl-​Gmünder Klemens Fischer. Für ihn stehe vorneweg die Frage, wie Gmünd solche Leute an sich binden kann, „manchmal gibt es hier ein enges, kleindenkerisches Verhalten.“
Sehr konkret wurde Walter Giers, als es um Kunst und Kultur ging. Er breitete seine Beleuchtungs-​Ideen aus, von der Laserlicht-​Verbindung der Stadttürme bis zur Beleuchtung der Salvator-​Stationen. Die Landesgartenschau müsse auch abends erlebbar sein, sagte er, „dann bleiben die Leute länger und übernachten auch hier.“ Für den OB ein Punkt zum Einhaken, zumal Martin Warzywoda bemerkte, dass es nun beginne, abends „besser zu laufen“. Er erinnerte an die längeren Öffnungszeiten und die Änderungen beim Stadtfest. „Das Rathaus kann nicht befehlen, aber es kann den Rahmen bieten“, so das Stadtoberhaupt, „ich versuche, mehr Freiheit zu erlauben.“ Die Einkaufsoffensive und „Gmünd macht Mittwoch“ seien Foren für den Einzelhandel und die Gastronomie, „da muss natürlich auch was laufen.“
Man war sich schnell darin einig, dass über das Gute, das Gmünd hat, mehr geredet werden müsste. „Der Einzelhandel merkt, es geht nicht mehr so einfach“, so Warzywoda, „jetzt kriegen wir einen Rahmen und müssen überlegen: was machen wir?“ Da sei erst einmal langer Atem nötig, meinte Klemens Fischer. Es wolle „noch nicht so richtig fließen“, bekannte der OB, die kreativen Köpfe müssten sich stärker einbringen, auch in die Stadtentwicklung und den Stadtumbau. Walter Giers setzte ein kritisches Wort an den Schluss: „Musiktreibende Vereine werden zu sehr gefördert. Künstler und Goldschmiede haben Gmünd bekannt gemacht.“
 

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