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» Ostalbkreis | Dienstag, 20. Juli 2010

Der Investor darf in der Breite-​Nord in Mutlangen nach Entscheidung des Regierungspräsidiums nur kleiner bauen

Mutlangens Bürgermeister Peter Seyfried macht kein Hehl daraus, dass ihm diese Entwicklung missfällt: Auf den Einspruch der Stadt Schwäbisch Gmünd hin entschied das Regierungspräsidium, dass der Einkaufsmarkt im Gewerbegebiet Breite-​Nord um eine Nummer kleiner ausfallen muss.

MUTLANGEN (rw). Es darf kein Einkaufszentrum werden. Dieses ist laut Regionalplan nur in als Unterzentrum eingestuften Kommunen erlaubt. Der Investor Aktiv Immobilien aus Schemmerhofen bei Memmingen hatte sein Baugesuch eingereicht, das unter einem Dach Platz für sechs Handelsunternehmen geboten hätte: DM-​Drogeriemarkt, Penny, AWG Bekleidung, den Schuhfilialisten Schuh-​Mann und den Ein-​Euro-​Laden Tedi sowie für einen „Back-​Shop“. Die Gemeinde winkte das Baugesuch durch, auch das Landratsamt war der Ansicht, es handle sich nicht um ein Einkaufszentrum. Die Stadt sah darin jedoch innenstadtrelevanten Einzelhandel und erhob Einspruch, der Regionalverband gab die Sache weiter ans Regierungspräsidium. Dieses entschied: Es ist ein Einkaufszentrum. Den Rechtsweg wollte Mutlangen nicht einschlagen, sagt der Bürgermeister: Ausgang ungewiss, Dauer zu lang.
Landrat Klaus Pavel vermittelte zwischen den Parteien, man folgte der vom Regierungspräsidium vorgeschlagenen Alternative und verkleinerte das Projekt. Es entfallen der Schuhhändler, was Seyfried bedauert, und der Ein-​Euro-​Laden. Die Fläche wird reduziert von 2800 auf 2200 Quadratmeter, die 138 Parkplätze bleiben.
Im Hintergrund steht ein strukturpolitisches Thema, das im Ostalbkreis seit Jahren schwelt. Bislang hat die Region Ostwürttemberg kein Oberzentrum, sondern nur vier Mittelzentren. Diese wollen ein Oberzentrum werden — was einen Rattenschwanz von Neueinstufungen nach sich ziehen könnte: Bopfingen hat die Aufstufung zum Mittelzentrum beantragt, Unterzentren wollen Abtsgmünd, Oberkochen/​Königsbronn, Westhausen/​Lauchheim — und Mutlangen werden. „Das ist im Ostalbkreis ein schwieriges Thema“, weiß Peter Seyfried. In der Tat: Selbst der damalige Ministerpräsident Günther Oettinger wollte es bei der Regionalkonferenz in Heidenheim vor anderthalb Jahren nicht vertiefen. Vor der Landtagswahl geschieht nichts, was noch ein politisches Hauen und Stechen zur Folge haben könnte. Von seiner kommunalen Infrastruktur her erfülle Mutlangen die Voraussetzungen für ein Unterzentrum voll und ganz, sagt der Mutlanger Schultes. Hätte man das Unterzentrum-​Label, könnte die kommerzielle Infrastruktur nachziehen — gewiss nicht zur Freude des großen Nachbarn im Tal. Der Antrag wurde vor anderthalb Jahren gestellt. Ähnliche Differenzen wie jetzt zwischen Mutlangen und Schwäbisch Gmünd waren schon zwischen Aalen und Abtsgmünd zu verzeichnen. „Freilich schmeckt mir das nicht“, sagt Peter Seyfried, „aber jetzt müssen wir damit leben.“ So schwer scheint dies indes nicht zu werden: Wenn der Investor sein Baugesuch geändert habe, könne man rasch an die Umsetzung in verkleinerter Form gehen. Möglicherweise noch im August. In der Breite-​Nord wurde erst ein kleinerer Teil erschlossen, das Gebiet soll nur nach Bedarf erweitert werden. Es gebe weitere Interessenten, sagt der Schultes, eine SB-​Waschanlage wolle bauen, Handwerksbetriebe sich niederlassen. „Es ist eine der letzten Flächen für größere gewerbliche Entwicklung in Mutlangen. Wir werden sorgsam damit umgehen.“
 

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