Neue Konzeption im Alfdorfer Waldkindergarten Hasenköhl vorgestellt /Bürgermeister Segan würdigt die Einrichtung
Wer sich genau über die Arbeit im Waldkindergarten informieren möchte, kann dies seit dem 16.Juli 2010 ausführlichst tun. Der Alfdorfer Waldkindergarten Hasenköhl präsentierte im Rahmen eines feierlichen Festaktes seine neu erstellte Konzeption der Öffentlichkeit.
ALFDORF (wtz). Vorstand Wolfram Hofelich konnte zahlreiche Gäste, darunter Bürgermeister Segan, Vertreter des Gemeinderates, der Schulen und der örtlichen Vereine begrüßen. Eltern und Erzieherinnen hatten liebevoll dekoriert und anschaulich dargestellt, was die Arbeit im Waldkindergarten ausmacht. Wer einen Tag im Waldkindergarten verbringt, spürt schnell, wie diese besondere Form der Pädagogik – nämlich die Natur– und Waldpädagogik umgesetzt wird:
„Wir haben ein klares Konzept. Mit unserer pädagogischen Arbeit decken wir alle Bereiche der kindlichen Entwicklung ab. Die Natur bietet den Kindern alles, was sie für ein gesundes Selbstvertrauen brauchen“, so die leitende Erstkraft des Waldkindergartens, Beate Klapper. Sie und ihre Kollegin Lena Schneidmüller, beide zertifizierte Natur– und Waldpädagoginnen, setzen gemeinsam die Zielvorgaben des Orientierungsplanes für Bildung und Erziehung in baden-württembergischen Kindergärten um.
„Das geht im Wald ganz prima“ wirft Lena Schneidmüller ein und wendet sich wieder einem Jungen zu, der mit dem Taschenmesser ein Stöckchen bearbeitet. Verantwortungsbewusster Umgang mit Werkzeug, Kreativität und feinmotorische Fertigkeiten werden so ganz selbstverständlich eingeübt.
Zwei Kinder unter den Fichten setzen sich gerade mit etwas ganz anderem auseinander. Sie bauen ein Lägerle und diskutieren eifrig, wie sie die Stöcke anordnen sollen, damit ihr Unterschlupf stabil wird. Wieder andere üben sich im Seilhüpfen, während es in der Waldküche schon herrlich nach Brennnesselsuppe und Sandkuchen duftet. Während in Turnhallen mit Sportgeräten Brücken, Balancierstangen und schiefe Ebenen künstlich geschaffen werden, balancieren die Kinder im Waldkindergarten über Baumstämme und kullern den Wiesenhang hinunter. Gleichgewicht, Koordination und Sinne werden auf einfachste Weise geschult und ganz nebenbei Synapsen im Gehirn verknüpft.
Schon ist es Zeit für das gemeinsame Vesper. Beate Klapper ruft mit einem Singritual alle Kinder in den Kreis. Von allen Richtungen kommen die Kinder herbei, fassen sich an den Händen und begrüßen sich mit einem Morgenlied.
Dann ist es im Kreis so leise, dass man die Vögel zwitschern hören kann.
Nach dem Hände waschen setzen sich alle Waldwichtel zusammen mit ihren Erzieherinnen auf das Waldsofa und lassen sich das Vesper schmecken.
Jeden Tag wird gemeinsam gevespert. Das stärkt das soziale Miteinander und gibt dem Tag eine Struktur. Rituale, Strukturen, Regeln und die Vermittlung von Werten sind wesentliche Punkte, auf die die Erzieherinnen Wert legen. Für die Kinder gibt es feste Regeln. Das gibt Halt und Sicherheit. Einen Zaun braucht es nicht. Die Kinder kennen die Grenzen.
Einfachheit und Funktionalität bestimmen die Grundidee der Waldpädagogik. Wenn es regnet gehen die Erzieherinnen mit den Kindern tiefer in den Wald unter das Blätterdach. Getreu dem Motto: „Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur unpassende Kleidung“.
Es geht nicht um Äußerlichkeiten. Es geht um fundamentale Eigenschaften, die man fürs Leben braucht, wie Neugierde, Durchhaltevermögen, Motivation, Selbstständigkeit und Selbstbewusstsein. Dies alles wird durch tägliches Üben im Spiel und sozialen Miteinander erlernt und gefestigt.
Der Waldkindergarten ist inzwischen so begehrt, dass er seit Jahren überdurchschnittlich gut belegt und aus der Gemeinde Alfdorf nicht mehr wegzudenken ist. „Vielleicht gelingt es durch die Veröffentlichung dieser Konzeption auch die letzten Skeptiker davon zu überzeugen, was der Waldkindergarten Hasenköhl schon lange ist: Eine ungeheure Bereicherung unserer pädagogischen Arbeit in der Gemeinde.“, so der Alfdorfer Bürgermeister Michael Segan in seinem Vorwort.
Eine gute Zusammenarbeit ist die Basis. Erzieherinnen, Verein und Elternschaft arbeiten eng zusammen. Sie bringen viel Einsatz für das Wichtigste was sie im Waldkindergarten haben: Ihre Kinder. Denn allen liegt das Gleiche am Herzen: „Unsere Kinder brauchen starke Wurzeln, die sie durchs Leben tragen“.
Die neue Konzeption des Waldkindergarten Hasenköhl kann gegen eine Schutzgebühr von EUR
7,
50 unter info@waki-hasenkoehl.de oder Tel.
0174 2040214 angefordert werden.
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