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» Schwäbisch Gmünd | Mittwoch, 21. Juli 2010

Arbeitskreis Alt Gmünd will den größten Gmünder Wehrturm zukünftig verstärkt auch für Ausstellungen öffnen

Neues Innenleben fürs mittelalterliche Turmgemäuer: Der Königsturm soll zukünftig verstärkt auch als besonderer Rahmen für Ausstellungen dienen. Der Arbeitskreis Alt Gmünd stellte gestern Investitionen und Ideen vor.

SCHWÄBISCH GMÜND (hs). Die derzeit rund 75 Mitarbeiter und Förderer des Arbeitskreises Alt Gmünd um ihren Vorsitzenden Hermann Hänle haben für Heimatkunde und Denkmalpflege in Schwäbisch Gmünd schon Enormes geleistet. Prunkstück bleibt nach wie vor der Königsturm, der als öffentlich zugänglicher Aussichtsturm vom Arbeitskreis schon seit rund 35 Jahren ehrenamtlich betreut und gepflegt wird. In den letzten Jahren lag der Schwerpunkt des Interesses von Stadtverwaltung, Bürgern und Besuchern der Stadt freilich eher beim „neuen“ Johannisturm. Doch auch der Königsturm bleibt weiterhin das naturgemäß unübersehbare Juwel für den Fremdenverkehr in Schwäbisch Gmünd. Fast 40 Meter hoch, gewährt er einen herrlichen Panoramablick auf die Innenstadt sowie weit ins Remstal hinein. Das mächtige Bollwerk spielte als Bestandteil der mittelalterlichen Stadtbefestigung eine ganz zentrale Rolle. Dazu dienten der Königsturm und seine Bewohner bis ins letzte Jahrhundert hinein sogar noch als Feuerwächter. In den 70er-​Jahren drohte dann einerseits der Verfall, andererseits gab’s auch spannende und tollkühne Ideen, bis hin zur Einrichtung eines Höhenrestaurants oder Turmcafes, was jedoch am Kostenfaktor scheiterte. Mit vielen Verbündeten krempelten die Mitglieder des Arbeitskreises Alt Gmünd schließlich die Ärmel hoch und schufen für Gmünd dieses Schmuckstück, das unglaublich viel sowohl über stolze als auch über finstere Epochen der Stauferstadt erzählen kann. Münsterarchitekt Hermann Hänle betont, dass fast noch die gesamte Konstruktion aus Originalmauerwerk und Balken besteht.
Auch im Hinblick auf Stadtjubiläum und Landesgartenschau bemüht sich der Arbeitskreis Alt Gmünd jetzt um zusätzliche Nutzungen, Ideen und Besucher. Rund 15 000 Euro wurden investiert, um das Turminnere für Dauer– und Sonderausstellungen attraktiv zu machen. Die Räume werden durch Strahler ins rechte Licht gerückt. Schienen in allen Etagen können Bilder und andere Ausstellungsstücke aufnehmen. In Zusammenarbeit mit dem Bifora Freundeskreis um dessen Vorsitzenden Götz Schweitzer wurden auch Vitrinen angeschafft und aufgestellt. Erste Ideen für Präsentationen gibt es bereits. Doch wollte der Arbeitskreis Alt Gmünd das gestrige Pressegespräch ausdrücklich als Einladung an alle Künstler, Historiker und andere kreative Köpfe dieser Stadt verstanden wissen, passende Vorschläge und Konzepte für Ausstellungsthemen in den Königsturm einzubringen. Und weiterhin freuen sich die rührigen Denkmalpfleger auch über ein vielleicht auch wieder wachsendes Besucherinteresse für Turmbesteigung und Blick ins finstere Verlies im Fundament des Festungswerks.

Der Königsturm ist in den Sommermonaten an allen Sonn– und Feiertagen von 13.30 bis 16 Uhr geöffnet. Auch Sondertermine z.B. für Gruppen oder Schulklassen können vereinbart werden. Nähere Infos bei Alt-​Gmünd-​Geschäftsführer Ottmar Zieher, Tel. 07171/​2089.
 

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