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» Schwäbisch Gmünd | Mittwoch, 21. Juli 2010

Die Zunahme des Schwerlastverkehrs im Bereich Goethestraße/​Eutighoferstraße belastet die Anwohner

Durchschnittlich 12 000 Fahrzeuge bahnen sich täglich einen Weg durch die Goethestraße/​Eutighoferstraße. Vielen Anwohnern ist vor allem der Schwerlastverkehr ein Dorn im Auge. Eine Frage wurde gestern bei der Versammlung, die dieses Problem zum Thema hatte, immer wieder gestellt: „Warum fahren die LKW nicht auf der B 29?“ Von Nicole Beuther

SCHWÄBISCH GMÜND. „Jeder Lastwagen, der durch unser Wohngebiet fährt, ist einer zuviel“, sprach Rolf Crummenauer den Anwesenden aus dem Herzen. Zusammen mit Karin Rauscher hatte er die Bürgerinitiative gegründet. Crummenauer forderte von der Stadtverwaltung Mut, die Lebensqualität zu steigern.
Die Aussage von Bürgermeister Dr. Joachim Bläse, dass mit dem Bau des Tunnels alles besser werde, konnte die teils aufgebrachten Bürger nicht besänftigen. „Ich bin nicht gewillt, noch zwei Jahre zu warten“, so Crummenauer, der von einer Zumutung für über 1000 Bürger sprach.
Bürgermeister Bläse sieht sich einem Dilemma gegenübergestellt. Würde der Schwerlastverkehr in der Weststadtbereich eingeschränkt, könnte es sein, dass sich auch Bürger anderer Stadtteile wie der Oststadt oder dem nördlichen Teil (Rehnenhof/​Wetzgau) zu Wort melden. Aus diesem Grund müsse er sich sehr stark an die rechtlichen Rahmenbedingungen halten, so Bläse.
Mit durchschnittlich 12 000 Fahrzeugen liege die Tagesbelastung in der Goethestraße/​Eutighoferstraße im gleichen Bereich wie im Jahr zuvor. Geändert, so Bläse, hätten sich die Stoßzeiten. Die LKW-​Belastung liege bei fünf Prozent. Im Vergleich: Im Bereich B 29 sind es nach Aussage von Bläse 16 Prozent. Die Grenzwerte bei der Lärmbelästigung in der Weststadt seien deutlich zu hoch. Mit einer Belagsverbesserung und/​oder einer Reduzierung des LKW-​Anteils könnte man sich in Richtung Grenzwert orientieren, so Bläse, der deutlich machte, dass es zwar eine Möglichkeit gibt, den Schwerlastverkehr im betroffenen Bereich zu verringern. Einfach und vor allem schnell kann aber nichts erreicht werden. Verkehrseinschränkende Maßnahmen wären im Rahmen der Umweltzone erlaubt, so Bläse. Es sei möglich, den Luftreinhalte-​Aktionsplan der Stadt Gmünd um ein LKW-​Fahrverbot zu ergänzen. Dies halte er für reell möglich, so Bläse, der dieses Anliegen im September in den Gemeinderat einbringen möchte. Stimmen die Stadträte zu, wird ein Antrag beim Regierungspräsidium gestellt. Weitere Möglichkeiten seien eine Tonnagebeschränkung sowie ein LKW-​Nachtfahrverbot.
Auch Stadträtin Karin Rauscher, die in der Goethestraße wohnt, möchte sich nicht zwei weitere Jahre vertrösten lassen. Sie weiß: „Eingetretene Pfade kriegt man ohne weiteres nicht weg.“ Man wolle nicht, dass aus der Goethestraße eine zweite Buchstraße werde.
Ein Bürger sprach den massiven Baustellenverkehr an, der von der Tunnelbaustelle über die Goethestraße fahre. Der Leiter der Baustelle, Johannes Zengerle, der ebenfalls ins Clubheim gekommen war, widersprach dem. 75 Prozent der LKWs von der Tunnelbaustelle fahren laut seiner Aussage über die Uferstraße, den Dreifaltigkeitsfriedhof und Degenfeld nach Böhmenkirch. Eine Anwohnerin sprach von zunehmendem Schwerlastverkehr auch im Bereich der Schwerzerallee, ein anderer prangerte die schlechten Straßenverhältnisse an. Schon einige Zeit sei vergangen, seit er die Stadtverwaltung davon unterrichtet habe, dass die Kanaldeckel dringend erneuert werden müssten. Bläse teilte mit, dass dies sowie auch die Erneuerung des Straßenbelags im Tiefbauamt vermerkt sei und vorgesehen sei, dies im nächsten Haushaltsplan zu berücksichtigen. „Was wird 2012 besser?“, wollte ein Zuhörer von Bläse wissen. Man gehe davon aus, erklärte dieser, dass dann täglich 20 000 Fahrzeuge den Tunnel passieren werden und 18 000 Fahrzeuge den oberen Bereich nutzen werden.
 

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