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» Schwäbisch Gmünd | Mittwoch, 21. Juli 2010

Mitmach– und Musiktheater der AOK macht zwei Tage Station in Schwäbisch Gmünd beziehungsweise in Fructonia

Das Mitmach-​Event „Möhren, Kinder, Sensationen“ öffnete vor sechs Wochen in Schleswig seine Pforten und bereist auf seiner vierten bundesweiten Tour bis Ende September insgesamt 22 Spielorte. Drei davon in Baden-​Württemberg und einer ist seit gestern auf dem Marktplatz und dem Johannisplatz in Schwäbisch Gmünd.

SCHWÄBISCH GMÜND (rz). Im Mittelpunkt des AOK–Events steht das 45-​minütige Musiktheater „Henrietta in Fructonia“. In den zwei Vormittagsvorstellungen sind die 650 Plätze im Theaterzelt für Grundschulklassen reserviert. Rund 900 Kinder waren es gestern, für den heutigen Mittwoch haben sich rund 1300 angemeldet, sagt AOK–Geschäftsführer Jörg Hempel, der sich gestern unter den Kindern sichtlich wohlfühlte und „zum besseren Verständnis“ für die Kinder ganz einfach als „K(l)assensprecher“ bezeichnet wurde.
Nachmittags können dann auch Geschwister, Eltern und Großeltern mit Henrietta in die Welt von Kochlöffel Quassel, Zauberer Banano Banini und der Möhren werfende Möhre Meggie nach Fructonia reisen. In weiteren Themenzelten können sich die Kinder von 14 bis 16 Uhr bei Spiel– und Spaßangeboten nach Herzenslust ausprobieren. Das in der Kinder– und Jugendarbeit erfahrene Team aus Theaterpädagogen, Ökotrophologen, Sportlehrern und Schauspielern, stellt sich auch vor Ort mit Haut und Haaren auf die Bedürfnisse der Kinder ein.
Konzept und Dramaturgie des Präventionsprojekts werden auf lebendigste Weise erprobt, sagt Projektleiter Bernd Soden von der Agentur „Projekte und Spektakel“ und verweist darauf, dass bewegte Bilder von der gestrigen und heutigen Veranstaltung auf „You tube“ im Internet auch angeschaut werden können.
Bereits im vierten Jahr läuft die bundesweite Tournee, bei der seither über 241.000 Zuschauer zu Gast bei Henrietta waren. Allein im Jahr 2009 präsentierte die AOK an 22 Spielorten über 140 Vorstellungen. Treten da keine Ermüdungserscheinungen auf? Weit gefehlt. Eine repräsentative Umfrage bei 2150 Lehrern und Betreuern zeigt ganz klar: Die Faszination bleibt. Eine Durchschnittsbenotung von 1,7 spricht für sich.
Das Informationsangebot rund um die Veranstaltung bekommt Bestnoten, genau wie die organisatorische Leistung und die Betreuung vor Ort – bei der großen Menge an Kindern eine kleine Meisterleistung. Bestätigt hat sich auch der Zuschnitt des Theaterstücks gerade auf Grundschulkinder. Die gute Bewertung des Workshop-​Angebots in Kombination mit den anderen Bausteinen des Events zeigt, dass vor allem Praxis gefragt ist, weniger Theorie.
Darüber ist auch Jörg Hempel erfreut. „Wir wollen Gesundheit kindgerecht präsentieren“, deswegen war er von Anfang an von diesem Konzept begeistert und lobt die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Gmünd und den umliegenden Städten und Gemeinden.
Gmünder Bürgermeister Dr. Joachim Bläse sieht die Veranstaltung auch unter dem Motto „Gmünd macht mobil“ – auf vielfältige Weise. Dass bei diesem Mitmachtheater Sport und Schule eng zusammen kommen und das Thema so kindgerecht angeboten wird, findet Bläse besonders toll. Amüsiert hatte sich Bläse am Vormittag, als er ein Kind fragte, wo es herkomme. „Aus Deutschland“, sagte dieses, „wo genau“, fragte Bläse weiter: „Nicht aus Gmünd, sondern aus Bargau“, war die weitere Antwort.
Die Befragung ergab weitere spannende Ansätze, um das Konzept kontinuierlich weiterzuentwickeln und auszubauen. 2010 ergänzt der neue Schwerpunkt „Zahnpflege“ die Themenbereiche bestehend aus gesunder Ernährung, Bewegung und mentaler Fitness. Hier hat der Dompteur Konstantin Kaseinow mit dem Löwen Leonid erstmals seinen Auftritt in der Manege des Zirkus Fructonia. „Es ist erstaunlich, wie sich die Kinder aktiv und mit großem Spaß mit den Themen auseinandersetzen, wenn kein pädagogischer Zeigefinder in Sicht ist“, so eine Lehrerin aus Berlin.
Das Robert-​Koch-​Institut hat durch seine Studie über die Gesundheitsentwicklung von Kindern (KiGGS) alarmierende Ergebnisse vorgelegt. Die Bedeutung von Präventionsarbeit zur Gesundheitsentwicklung von Kindern wird auch im neuen Koalitionsprogramm der Regierung unterstrichen. Erstmals findet sich dort eine Passage zur zielgerichteten Gestaltung von Prävention, die „zu allererst bei Kindern und Jugendlichen ansetzen muss“.
„Möhren, Kinder, Sensationen“ ist ein Beitrag der AOK, „Eigenverantwortung und Gesundheitsbewusstsein zu stärken“. Zur riesigen Freude der Kinder.
 

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