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» Kultur | Donnerstag, 22. Juli 2010

Festival Europäische Kirchenmusik 2010: Frieder Bernius dirigiert Schumanns „Faust-​Szenen“ am Samstag, 24. Juli, im Münster

„Von Anfang bis zum Ende ein Wunder, das zum Bewegendsten in der modernen Kunst gehört.“ So euphorisch lobte der französische Komponist Paul Dukas Robert Schumanns Oratorium „Szenen aus Goethes Faust“.

KONZERT (sv). Dieses wunderbare Meisterwerk der romantischen Chorsinfonik ist am Samstag, 24. Juli, um 20 Uhr im Heilig-​Kreuz-​Münster Schwäbisch Gmünd zu hören. Im Konzert beim Festival Europäische Kirchenmusik dirigiert Frieder Bernius mit dem Kammerchor und der Klassischen Philharmonie Stuttgart zwei herausragend musizierende Ensembles. Zur renommierten Solistenriege gehören Ingela Bohlin (Sopran/​Gretchen), Konrad Jarnot (Bariton/​Faust), Konstantin Wolff (Bass/​Mephistopheles), Maximilian Schmitt (Tenor/​Ariel), Carolina Ullrich (Sopran/​Sorge), Maria Bernius (Sopran/​Not), Sophie Harmsen (Alt/​Mangel) und Renée Morloc (Alt/​Schuld). Vor Konzertbeginn gibt Klaus Eilhoff um 18.30 Uhr im Kulturzentrum Prediger eine Werkeinführung.
Robert Schumann, der „edelste und substanziellste aller deutschen Romantiker“ (Wilhelm Furtwängler) und eine dichterisch-​musikalische Doppelbegabung, bewunderte Goethes „Faust“ grenzenlos. Sowohl in seinem jugendlichen Sturm und Drang, als er sich lange Zeit nicht zwischen der Berufung zum Musiker oder zum Literaten entscheiden konnte, als auch in den letzten, von seelischer Zerrissenheit gekennzeichneten Lebensjahren, scheint ihm der Faustsche Ausspruch „Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust“ schicksalhaftes Leitmotiv gewesen zu sein. Fast zehn Jahre – von 1844 bis 1853 – zog sich der Entstehungsprozess des Werkes hin, das tief in den geistig-​seelischen Gehalt der Tragödie vorzudringen vermag. Zunächst als Oper konzipiert, stellte Schumann zentrale Stationen des Faust, vom jugendlichen Draufgänger bis zum weisen Greis, zusammen.
Beeindruckend widmet sich die Musik den großen Menschheitsthemen: Leidenschaft, Verführung, Erkenntnis– und Tatendrang, Tod und Erlösung. Schumanns Gattin Clara war sich sicher: „Dieses Werk wird meiner Überzeugung nach noch einmal seinen Platz neben den größten Werken überhaupt einnehmen.“
Zum 200. Geburtstag des Komponisten lassen Frieder Bernius, Preisträger des Festivals Europäische Kirchenmusik 2004, und dessen weltweit geschätzte Ensembles diesem opulenten Werk mit die ihm gebührende Beachtung zukommen. Zusammen mit dem Rheingau-​Musikfestival kommt Schwäbisch Gmünd exklusiv in den Genuss dieser groß besetzten Produktion.
Informationen und Karten gibt es beim i-​Punkt Schwäbisch Gmünd, Telefon (07171) 6034250, und im Kulturbüro Schwäbisch Gmünd, Telefon (07171) 6034118. Kartenbestellung online unter www​.kirchen​musik​-fes​ti​val​.de oder per E-​Mail an tourist-​info@​schwaebisch-​gmuend.​de.

Im Festivalbüro im Kulturzentrum Prediger sind Karten für das jeweilige Abendkonzert zu erwerben. Das Büro ist von Dienstag bis Samstag von 14.30 bis 18.30 Uhr geöffnet, Telefon (07171) 6034134.
 

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