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» Ostalbkreis | Freitag, 23. Juli 2010

Auftrag für energetische Sanierung der Heizungszentrale des Schulzentrums vergeben

Für Diskussionen sorgte bei der Lorcher Gemeinderatssitzung die energetische Sanierung der Heizungszentrale des Schulzentrums Schäfersfeld. Von Nicole Beuther

LORCH. Dabei ging es um die Frage, ob die Heizungssysteme für die Gebäude Hauptschule, Gymnasium und Sporthalle aufgetrennt werden sollen oder nicht. Hierzu wurde Josef Spielmann vom Ingenieurbüro für Versorgungstechnik zur Sitzung eingeladen. Er versuchte den Räten die Variante mit einer 2-​Pelletkesselanlage schmackhaft zu machen. Auf Anhieb überzeugen konnte er einige Stadträte nicht. Dabei ging es vor allem um die Mehrkosten in Höhe von rund 55 000 Euro. Ein kurzer Rückblick: Im Rahmen des Konjunkturpaketes II hatte die Stadt Lorch die energetische Sanierung der Heizungszentrale für das Schul– und Sportzentrum Schäfersfeld angemeldet. Die Maßnahme wurde mit förderfähigen Kosten in Höhe von 350 000 Euro bewilligt. Schnell war man sich im Gemeinderat einig, eine Umstellung der Heizzentrale auf regenerative Energieträger anzustreben. Nun ging es darum, zu entscheiden, ob anstelle eines Pelletkessels eine 2-​Pelletkesselanlage kommt. Das Ingenieurbüro sprach eine Empfehlung für die zweite Variante aus. Die Begründung: Bei der Begutachtung der gesamten Schulanlage wurde festgestellt, dass die Gebäude Hauptschule, Gymnasium und Sporthalle vom Heizungssystem der Realschule nicht abgekoppelt sind. Aus wirtschaftlichen und sicherheitstechnischen Gründen sei eine Systemtrennung durchzuführen. Denn bei einem Heizungsrohrbruch in einem der Gebäude laufe immer das gesamte Heizsytem leer, „was letztendlich zum Heizungsstillstand in allen Gebäuden führt“. Dies entspreche nicht mehr dem Stand der Technik.
Die Auftrennung des Heizsystems sei nicht „so glücklich“, sagte Thomas Vetter (CDU). Der Gewinn sei ihm „nicht so klar“. Und: „Wenn etwas leck ist, dann wird man es eh zeitig reparieren müssen.“
Helga Knödler (FWV) bat, „Nägel mit Köpfen“ zu machen. Eine Anlage aus einem Guss mache Sinn, eine Energieeinsparung sei sehr sinnvoll. Immerhin 19 Prozent des gesamten Energiebedarfs, so hatte Spielmann zuvor erklärt, könne über die Pellets abgedeckt werden.
Bei fünf Gegenstimmen (CDU) wurde dem Beschlussvorschlag der Verwaltung zugestimmt. Der Auftrag wurde an die Firma ESW-​Wärmetechnik, Ellwangen, vergeben. Insgesamt ergeben sich Kosten in Höhe von 412 566 Euro: 322 889 Euro für die Sanierung der Heizzentrale mit zwei neuen Pelletanlagen und Heizungsverteilung; 35 000 Euro für eine Einzelraumregelung für die Realschule; 54 642 Euro für die Auftrennung der Heizungssysteme für die Gebäude Hauptschule, Gymnasium und Sporthalle. Die Maßnahmen beginnen dieses Jahr.
Weiterer Tagesordnungspunkt war die Verkehrskonzeption der Stadt Lorch mit Umsetzung der Innenstadtentwicklung. Wie bereits in der RZ berichtet, wurde hierfür die Planungsgruppe Kölz beauftragt. Professor Dipl.-Ing. Gunter Kölz und seine Kollegen berichteten bei der gestrigen Sitzung über den aktuellen Stand. Hauptziel, so Kölz, sei eine homogene Struktur. Die Planungsgruppe äußerte den Vorschlag, im östlichen Stadtteil (Kreisverkehr bis Volksbank) mit dem ersten Bauabschnitt zu beginnen. Als Planungseinstieg biete sich dieser Teil an, sagte auch Bürgermeister Karl Bühler. So könne man den Bürgern zeigen, „hier passiert etwas“. Zudem sei in diesem Bereich der Stadt mit einem vertretbar finanziellen Aufwand zu rechnen.
Vorgeschlagen wurde, sich anschließend um den westlichen Stadteingang, dann die Stuttgarter Straße und schließlich um die historische Innenstadt zu kümmern. FWV–Stadträtin Helga Knödler bat, den Innenstadtbereich nicht hinten anzustellen, da die Beläge in der Hauptstraße am schlechtesten seien.
Bürgermeister Bühler sprach sich hier für eine Zwischenlösung aus. So könne die Straßensanierung vor der geplanten Baumaßnahme erfolgen. Manfred Schramm (SPD) wollte wissen, wie der Fahrradweg in das Konzept integriert werden kann. Dieser sei, so Gunter Kölz, „im Straßenraum mitdrin“. Dies, so erklärte er, könne gemäß dem Satz „Sicherheit durch Gefahr“ zur Verkehrsberuhigung beitragen. Bis September wird Kölz den Entwurf überarbeiten. Dann wird er abermals Thema im Gemeinderat sein.
In der Bürgerfragestunde meldete sich Tanja Jüptner zu Wort. Sie ist Pächterin des Kiosk am Waldhäuser See. Sie berichtete von nächtlichen Alkoholgelagen etc. und bat in die Badeseeverordnung den Passus aufzunehmen, dass der Aufenthalt im Bereich des Sees von 22 bis 6 Uhr nicht gestattet ist. Bürgermeister Bühler versprach, sich der Sache anzunehmen.
 

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