„Denkmal des Monats“ der Denkmalstiftung Baden-Württemberg ist das Haus Kornhausstraße 8
Aus einer Reihe giebelständiger Häuser in der Kornhausstraße in Schwäbisch Gmünd ragt ein Gebäude sowohl mit seiner Höhe wie auch mit seiner Fassadengestaltung deutlich hervor.
SCHWÄBISCH GMÜND (rw/des). Es handelt sich um das von dem bekannten Schwäbisch Gmünder Baumeister Johann Michael Keller im Jahre
1773 errichtete Mansarddach-Giebelhaus, seinerzeit für den Händler Büchler-Wildanger gebaut. Die anspruchsvolle barocke Straßenfassade besitzt eine ausgeprägte Hauseingliederung mit profilierten Gesimsen, Fenster– und Türgewändern, Pilastern und Kapitellen. Das zweite Dachgeschoss schmücken seitliche Vasenaufsätze.
Allerdings verspricht diese prachtvolle Fassade mehr als die Räume dahinter halten: Die gesamte Grundfläche des Gebäudes beträgt nämlich nur
89 Quadratmeter, wovon noch ein großer Teil auf das großzügig angelegte barocke Treppenhaus entfällt, das bis ins Dachgeschoss durchgeht und damit die Nutzung der Räume einschränkt. Als Nutzfläche stehen auf vier Etagen verteilt insgesamt nur
175 Quadratmeter zur Verfügung.
Man kann also in diesem Fall sicherlich nur von einer gelungenen Fassadenarchitektur sprechen, was indes zu einer denkmalrechtlichen Bewertung als Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung geführt hat.
Die Fassade weist an Putzflächen und Naturstein-Teilen ein umfangreiches Schadensbild auf. Hohlstellen, Absandungen und Schalenbildung sind festzustellen. Nunmehr geht es um die Behebung dieser Schäden durch den Putz sichernde Maßnahmen sowie die steinrestauratorische und steinkonservierende Überarbeitung aller Naturstein-Teile. Außerdem soll der historische Fensterbestand instand gesetzt werden. Angesichts der geringen Rentierlichkeit der hierbei anfallenden Kosten hat die Denkmalstiftung Baden-Württemberg mit
50 000 Euro mehr als ein Drittel der Gesamtkosten übernommen.
Das Haus befindet sich in Privatbesitz, der Eigentümer will es weiter behalten und erhalten. Derzeit ist die Fassade eingerüstet und verhüllt, der Restaurator arbeitet an der Fassadenverfestigung.
Die Auszeichnung als Denkmal der Ferienmonate Juli und August
2010 soll die Bedeutung dieses Kleinods in der Denkmalstadt Schwäbisch Gmünd noch besonders hervorheben
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