Situationsanalyse von HGV-Chef Dr. Christof Morawitz anlässlich des am Montag beginnenden Sommerschlussverkaufs
Die Konjunktur und das Konsumverhalten haben die Talsohle wieder verlassen; sowohl die Wirtschaft allgemein als auch die Stadt Schwäbisch Gmünd mit all ihren aktuellen Aktionen und auch zukünftigen Bemühungen befinden sich im Steigflug. Diese Einschätzung legte gestern Sparkassendirektor Dr. Christof Morawitz, Vorsitzender des Handels– und Gewerbevereins, dar.
SCHWÄBISCH GMÜND
(hs). Anlass einer umfassenden Standortbestimmung des
HGV–Chefs im Gleichklang mit Manfred Maile, Geschäftsführer der Touristik und Marketing
GmbH Schwäbisch Gmünd, war beim gestrigen Pressegespräch der Auftakt des Sommerschlussverkaufs am kommenden Montag. Obwohl der
SSV ja keine Pflichtveranstaltung mehr sei, habe sich gerade in Schwäbisch Gmünd auf freiwilliger Basis eine erfreuliche Dynamik im Miteinander der Einzelhändler fortgepflanzt.
Auch von der Terminsetzung her, so erklärte
Dr. Morawitz, sei dieses Ereignis für den Kunden von den früheren Schlussverkäufen nicht zu unterscheiden. Er schätze, dass alleine in Gmünd etwa
100 Geschäfte beteiligt seien, nach außen hin meist gekennzeichnet mit den
HGV–Werbeplakaten. „Flächendeckend, alle sind dabei!“ freuen sich die Initiatoren über diesen erneuten Gemeinschaftsgeist, eingebettet auch in die Einkaufsoffensive der Stadt und in die erfolgreiche Aktion „Gmünd macht Mittwoch“.
Der Sommer habe sich gewiss noch nicht verabschiedet und die großen Ferien stünden ja noch vor der Türe. So sei der
SSV für die Verbraucher eine ideale Gelegenheit, sich günstig mit Textilien und auch mit anderen Dingen für einen schönen Urlaub einzudecken.
Doch noch eine ganz andere und wichtigere Botschaft wollte der Einzelhandels– und Wirtschaftsexperte namens des
HGV und gewiss auch seines Bankinstituts der Öffentlichkeit vermitteln. Er sehe diese drei Schlussverkaufswochen auch als Startrampe ins zweite Einzelhandelshalbjahr hinein, um am wieder eingekehrten wirtschaftlichen Aufschwung Teilhabe zu finden. Auch die heimischen Konjunkturdaten seien nun klares Signal, dass „die Krise hinter uns liegt“. Zwar schlage sich dies noch nicht
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1 auf dem Arbeitsmarkt nieder, doch deuten auch die Zahlen von dort auf die Entspannung hin. Doch es gebe da, so bedauerte der Vorsitzende des
HGV, eine „besondere Psychologie“: Die jetzt wieder verbesserte wirtschaftliche Situation der Unternehmen „ist als gute Stimmung noch nicht in den Köpfen der Verbraucher angekommen“. Auch argumentierte der Finanzexperte gegen das „Gespenst der Inflation“. Und er wehrte sich gegen den pauschalen Begriff „Euro-Krise“, resultierend aus rein nationalspezifischen Zahlungsproblemen.
HGV–Appell an Immobilienbesitzer: „Zeit ist jetzt günstig, die Atmosphäre in Gmünd stimmt!“
Bezogen auf Schwäbisch Gmünd betonte
Dr. Christof Morawitz: „Stadtmarketing und Werbung müssen noch größere Anstrengungen unternehmen. Wir müssen trommeln für eine positive Grundstimmung bei Händlerschaft und Kundschaft“. Die Stadt sei auf einem guten Weg, so mit der Mittwochs-Aktion. Im Rahmen der Einkaufsoffensive müssten auch für Herbst und Winter wieder Ideen entwickelt ins Spiel gebracht werden, damit Schwäbisch Gmünd weiterhin so positiv im regionalen Gespräch bleibe. Das Engagement der
140 HGV–Mitglieder sei aber nicht unerschöpflich. Die klasse Aktion („Hat uns allen Spaß gemacht!“) mit der „Italienischen Nacht“ in Verbindung mit dem Auftakt des Kirchenmusikfestivals habe demonstriert, welch enorme ehrenamtliche Kräfte da eingesetzt und gebunden werden. Er sehe es als wichtige Aufgabe des „harten Kerns im
HGV“, auch die anderen Mitglieder dort abzuholen, „wo sie noch stehen“. Nicht ganz zufrieden zeigt sich Morawitz mit den Bemühungen, den Einzelhandel auf verlässliche Kernöffnungszeiten besonders an den Samstagen einzuschwören.
Auch die Innenstadtentwicklung in Verbindung mit der Gamundia-Planung sieht die
HGV–Spitze als ein ganz zentrales Thema. Ausdrücklich heiße er C
&A in Schwäbisch Gmünd willkommen, weil die Erfahrung in anderen Städten zeige, dass ein solcher Magnet „ein ganzes Rudel weiterer Marken“ nach sich ziehe. In den nächsten Jahren sieht
Dr. Morawitz in der Einkaufs– und Erlebnisstadt Schwäbisch Gmünd ein starkes Dreieck „Citycenter am Kalten Markt — Einkaufszentrum in der Ledergasse — Parlermarkt an der Bocksgasse“ heranwachsen. Wenn das von der Kommunalpolitik und von der Bürgerschaft richtig entwickelt und begleitet werde, dann sei er überzeugt, dass die Stadt Schwäbisch Gmünd wieder ihren alten Status als die Einkaufsmetropole im überregionalen Einzugsgebiet einnehmen werde.
Eine enorm wichtige Verantwortung für das Gelingen dieses Zukunftsplans hätten nicht zuletzt eine ganze ganze Reihe von Immobilienbesitzer in der Gmünder Innenstadt zu tragen. Morawitz deutete an, dass es in dieser Frage nicht nur um Fragen der Optik gehe, vielmehr um eine Abkehr von völlig überzogenen und teils kurzfristigen Renditeüberlegungen, damit brachliegende Liegenschaften zeitnah sinnvollen Investitionen und nachhaltigen Nutzungen zugeführt werden können.
Banker und Einkaufsstadt-Gestalter
Dr. Christof Morawitz: „Die Zeit ist jetzt günstig dafür; die Atmosphäre in Schwäbisch Gmünd stimmt!“
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