Gestern Abend Bürgerversammlung in Wissgoldingen über die Gründung einer „Helfer-vor-Ort-Gruppe“ des DRK
Wißgoldingen wird eine Helfer-vor-Ort-Gruppe bekommen. Das war gestern Abend Thema einer Bürgerversammlung im Pavillon der Grundschule. Von Manfred Laduch
WALDSTETTEN-WISSGOLDINGEN. Ortsvorsteherin Ingrid Banzhaf wies in ihrer Begrüßung auf die extreme Randlage des „Dörfles“ hin. Entsprechend weit weg liege man von den Rettungsdienst-Stationen. Das Gesetz verlange eine maximale Anfahrt von
15 Minuten, aber auch die könnten im Ernstfall extrem lang werden.
Deshalb hätten sich
19 Ehrenamtliche zum Aufbau einer Helfer-vor-Ort-Gruppe entschlossen. Diese Feststellung wurde mit spontanem Applaus quittiert. Banzhaf stellte noch fest, dass man für die Gruppe ein Einsatzfahrzeug und für dieses einen Standplatz brauche.
Grüße vom kranken Bürgermeister richtete dessen Stellvertreter Anton Weber aus. „
19 Freiwillige – das ist klasse, und das mit dem Fahrzeug kriegen wir hin“, zeigte sich Weber überzeugt.
Kreisverbandsarzt
Dr. Reinhard Barth fasste den Sinn und Zweck der Gruppe nochmals zusammen. Es gehe darum, in Notfällen schnelle Hilfe sicherzustellen. Die zwei in Süßen stationierten Rettungswagen lösten das Problem nicht. Deshalb brauche man eine Helfer-vor-Ort-Gruppe für lebensrettende Sofortmaßnahmen.
Barth schilderte, dass zum Beispiel bei einem Herzinfarkt die Überlebenschance pro Minute ohne Hilfe um zehn Prozent sinke. Die Mitglieder der HvO-Gruppe erhielten eine Ausbildung, die insgesamt rund
100 Stunden umfasse.
Ingrid Ender vom
DRK–Kreisverband richtete die Grüße von Geschäftsführer Bruno Bieser aus, der kurzfristig durch einen anderen Termin verhindert war. Was ihm ausgesprochen leid getan habe, da er als Bürger von Bartholomä sehr intensiv mit der Thematik vertraut sei. Sie selbst habe als Ortsfremde aus dem unteren Remstal schon bei der Anfahrt zu dem Termin bemerkt, dass Wißgoldingen zwar wunderschön, aus Rettungsdienst-Gesichtspunkten aber auch sehr problematisch gelegen sei.
Nachdem sie das Engagement der künftigen Helfer-vor-Ort-Gruppe gewürdigt hatte, schilderte sie, welche Ideen man für die Finanzierung entwickelt habe. Man werde mit Flugblättern werden und es dürfe sich niemand wundern, wenn in diesem Jahr beim Waldstetter Herbst ungewöhnlich viele Rotkreuzler in Uniform auftauchen würden.
Roland Schwarzkopf sprach als Kopf der
DRK–Ortsgruppe Wissgoldingen darüber, wie man gemeinsam mit dem Kreisverbandsarzt
Dr. Barth die Idee entwickelt habe. Die Gruppe habe sich vorgenommen, von
18 Uhr abends bis
6 Uhr morgens und das gesamte Wochenende über in Bereitschaft zu sein. In der übrigen Zeit sei medizinische Hilfe in Wißgoldingen besser gewährleistet.
Christopher Mailänder berichtete aus sechs Jahren Erfahrung mit der Helfer-vor-Ort-Gruppe in Gschwend. Man habe pro Jahr bei doppelt so vielen Einwohnern (und nur halb so vielen Helfern) etwa
120 Einsätze vom Schnitt in den Finger bis zum Herzstillstand.
Der Unterschied zwischen HvO-Gruppe und Rettungsdienst sei, dass man seine Patienten normalerweise kenne. Das mache es oft schwerer, wenn man erkennen müsse, dass man nicht jeden retten könne. Um die Finanzen sollten sich die Wißgoldinger keine Sorgen machen. Mailänder warb bei der Bevölkerung für eine Erneuerung der Erste-Hilfe-Ausbildung.
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