Aroudeiny Ag Hamatou, Bürgermeister der Heubacher Partnerstadt Anderamboukane, war drei Tage zu Gast in Heubach
Die Dürreperiode in Afrika macht auch zunehmend Heubachs Partnerstadt Anderamboukane in Mali zu schaffen. Bürgermeister Aroudeiny Ag Hamatou sprach gestern im Heubacher Rathaus von der schlimmsten Dürrekatastrophe seit 40 Jahren. Von Nicole Beuther
HEUBACH. Im Rahmen seiner Tätigkeit als Agent bei Point Afrique weilt er derzeit in Europa und nutzte die Gelegenheit, den Heubachern einen dreitägigen Besuch abzustatten. Heute geht’s in die französische Partnerstadt Laxou, später dann nach Bidon (Ardèche).
Die Dürre, so erzählte er, mache nicht nur den Menschen, sondern auch den Tieren zu schaffen. Dies wiederum bekommen jene zu spüren, die von der Viehzucht leben, was bei dem größten Teil der Bevölkerung der Fall ist. Die Tiere, erzählte Aroudeiny Ag Hamatou, seien immer dünner. Zu dünn, um Kapital daraus zu schlagen. In guten Zeiten bekäme man für ein Vieh, das ins nahe Ausland verkauft wird, bis zu
80 Euro, derzeit seien es gerade mal fünf Euro, so der Bürgermeister, der sich für den Einsatz und die finanzielle Unterstützung der Partnerstädte bedankte.
Ob kurzfristig in Form von Nahrungsmittelspenden oder langfristig in Form des Baus wichtiger Gebäude – die Einwohner von Anderamboukane können auf die Unterstützung der Partnerstädte zählen. Nicht zu vergessen die Hilfsorganisationen, beispielsweise das Internationale Rote Kreuz.
5000 Euro haben die Heubacher erst kürzlich wieder gespendet – davon, erzählte Aroudeiny Ag Hamatou, habe man tonnenweise Reis und Hirse für
230 Familien mit durchschnittlich neun Personen gekauft. Vor allem die
19 000 Nomaden unter den
27 000-Einwohnern litten unter der Situation, so der afrikanische Gast. Die Gemarkungsfläche von Anderamboukane ist
9000 Quadratkilometer groß. Zum Vergleich: Baden-Württemberg hat eine Gesamtfläche von
35 700 Quadratkilometer. In der gesamten Region seien
160 000 Menschen von der Dürrekatastrophe betroffen.
Ein großer Fortschritt sei der Bau von vier Krankenstationen, die jeweils
6000 Euro kosten; eine davon wurde vom Ostalbkreis finanziert. Diese Stationen seien so gut verteilt, dass die Mehrheit der Bevölkerung sie mit dem Pferd etc. in rund
20 Minuten erreichen könne. Mit weiteren Spenden, so Aroudeiny Ag Hamatou, sei es möglich gewesen, andere wichtige Einkommensquellen wie Gemüseanbau oder Kunsthandwerk zu fördern. Auch ein Kindergarten konnte finanziert werden – zwei Erzieherinnen kümmern sich in der Einrichtung um
72 Kinder.
Ein großes Anliegen war es dem afrikanischen Gast gestern, darauf hinzuweisen, dass die Tuaregs in Mali in keinerlei Verbindung zu den Fundamentalisten stehen, die ja aus Algerien ins Land gereist seien. „Unter den Tuaregs gibt es keine Fundamentalisten“, betont Aroudeiny Ag Hamatou. Der
52-jährige ist seit
1997 Bürgermeister; er befindet sich in der dritten Amtsperiode. Seit Januar
2008 besteht die Städtepartnerschaft mit Heubach. Die französische Partnerstadt Laxou hat bereits vor zehn Jahren erste Kontakte geknüpft.
Wer den Einwohnern der Partnerstadt einen Spendenbetrag zukommen lassen möchte, der kann dies unter dem Betreff „Spendenkonto Anderamboukane“ bei folgenden Banken veranlassen: Raiba Rosenstein:
61361722 (Bankleitzahl),
70388016 (Kontonummer), Stadt Heubach (Kontoinhaber) sowie
KSK Ostalb:
61450050 (Bankleitzahl),
1000370155 (Kontonummer), Stadt Heubach (Kontoinhaber).
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