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» Kultur | Mittwoch, 28. Juli 2010

Mit Philharmonischem Chor und PH-​Chor: Mozarts „Große Messe c-​moll“ heute beim Festival Europäische Kirchenmusik

Obwohl unvollendet, zählt Mozarts 1782 entstandene „Große Messe c-​moll“ zusammen mit Bachs „h-​moll-​Messe“ und Beethovens „Missa solemnis“ zu den ganz großen Meisterwerken der europäischen Musikgeschichte.

KONZERT (sv). Stark durch die Auseinandersetzung mit der Musik Händels und Bachs geprägt, schöpft Mozarts c-​moll-​Messe ihre Tiefe aus bezaubernden Melodien, glanzvollen Chören und hinreißenden Arien. Am heutigen Mittwoch, 28. Juli, um 20 Uhr ist das von Robert D. Levin vervollständigte Werk im Heilig-​Kreuz-​Münster zu hören. Ausführende im Konzert beim Festival Europäische Kirchenmusik sind der Philharmonische Chor Schwäbisch Gmünd, der Chor der Pädagogischen Hochschule, die Sinfonietta Tübingen sowie renommierte Solisten unter der Leitung von Stephan Beck. Vor Konzertbeginn gibt Ralph Häcker um 18.30 Uhr im Kulturzentrum Prediger eine Einführung in das Werk.
Die „Große Messe c-​moll“ und das „Requiem“ gehören nicht nur zu den schönsten, sondern auch zu den geheimnisvollsten Werken Mozarts — denn beide Werke blieben unvollendet und bieten in ihrer Entstehungsgeschichte Platz für Spekulation. Seit Jahrzehnten beschäftigt der fragmentarische Zustand der großen Mozart-​Messe die Forschung. Über das „Et incarnatus est“ kam Mozart im Credo nicht hinaus, nach dem Benedictus legte er die Partitur beiseite — eine „vollendet Unvollendete“. Die fertigen Teile nahm er 1783 mit nach Salzburg, als er seiner Heimatstadt den letzten, schmerzlichen Besuch abstattete. Der Bruch mit Salzburg war irreparabel, Mozart im großen Wien ein Entwurzelter auf der Suche nach Ruhm, aber auch nach seinem Gott.
Vertraut mit der aktuellen Quellenlage schuf der amerikanische Musikwissenschaftler Robert D. Levin eine Neufassung der „c-​moll-​Messe“ Mozarts, deren Erstaufführung 2005 begeistert aufgenommen wurde: „Das Faszinierendste an dem Ereignis ist zweifellos, wie es Levin gelungen ist, dieses auch heute noch rätselhafte Fragment ganz aus dem verstreuten Quellenmaterial und vor allem aus dem Geist Mozarts zu vollenden. Levin muss sich dabei in der schwierigen Kunst genialischer Gedankenübertragung geübt haben“, so die FAZ.
Informationen und Karten gibt es beim i-​Punkt Schwäbisch Gmünd, Telefon (07171) 6034250, und im Kulturbüro Schwäbisch Gmünd, Telefon (07171) 6034118. Kartenbestellung online unter www​.kirchen​musik​-fes​ti​val​.de oder per E-​Mail an tourist-​info@​schwaebisch-​gmuend.​de.

Im Festivalbüro im Kulturzentrum Prediger sind Karten für das jeweilige Abendkonzert zu erwerben. Das Büro ist von Dienstag bis Samstag von 14.30 bis 18.30 Uhr geöffnet, Telefon (07171) 6034134.
 

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