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» Ostalbkreis | Donnerstag, 29. Juli 2010

Eckart Baither von der Christoffel-​Blindenmission hatte spannende Berichte und Übungen parat

Auf Einladung von Heidi Maichel referierte der ehrenamtliche Mitarbeiter der Christoffel-​Blindenmission (CBM), Eckart Baither, bei der Klasse 2 über das Thema Auge und Blindheit.

ESCHACH (pm). Das Thema „Sehen“ war der Anlass zur Verpflichtung von E. Baither. Mit seiner lockeren Art verstand er es, die Kinder über das höchste Gut, nämlich gesundes Sehen, neugierig und gleichzeitig nachdenklich zu machen. Die Ursachen der Blindheit in der zivilisierten Welt und in den Ländern der „Dritten Welt“ wurden den Kindern anhand von Beispielen deutlich gemacht.
Das unverschuldete Erblinden durch mangelhafte Ernährung, ungenügende Hygiene wie auch Übertragung von Krankheitserregern durch Fliegen war natürlich allen völlig fremd.
Gespannt hörten die Kinder der Entstehungsgeschichte der CBM zu, die ihren Anfang 1908 in Siwas, Kleinasien fand und bis heute ihre über 1100 Projekte in 110 Ländern, vorwiegend in der „Dritten Welt“, über Spenden finanziert. Für den Preis von einem Eis kann z.B. einem an Trachom erkrankten Kind für ein Jahr die notwendige Salbe zur Prävention beschafft werden oder eine hochdosierte Vitamin A-​Kapsel mit der Langzeitwirkung von einem Jahr verabreicht werden.
Diese Beispiele machten die Schüler nachdenklich über die Schicksale in diesen Ländern und vielleicht auch über das eigene Wohlergehen in unserer Gesellschaft. Das Thema des Blindenalltages war natürlich der spannendste Teil des Unterrichts. Zuerst erklärte E. Baither die Probleme der Blinden im täglichen Leben. Ein Rollenspiel mit einer „blinden“ Schülerin vom Aufstehen bis zur Schule verdeutlichte den Kindern, welche Hindernisse es schon in den eigenen vier Wänden gibt.
Der Materialkoffer, den die CBM eigens für solche Zwecke entwickelt hat, wurde schon im Vorfeld des Unterrichts angekündigt und die Erwartungen darin waren sehr groß. Als erstes wurde der Blindenstock erklärt und das Begehen eines eigenen Parcours mit entsprechenden Hindernissen machte den Schülern jetzt leichter verständlich, dass die Blinden mit den Ohren und Händen „sehen“ können. Ähnlich wie in der ersten Klasse, wo die Selbstlaute mit Tieren verbunden sind, lernen die blinden Kinder über eine Kinderfibel mit ertastbaren Motiven das Alphabet. Selbst das Spielen von „Mensch ärgere dich nicht“ oder Ballspielen ist mit entsprechenden blindengerechten Materialien bzw. präparierten Bällen möglich.
Dass die Uhr und die Stundeneinteilung eine große Hilfe zur Orientierung im Blindenalltag ist, war völliges Neuland und die praktischen Beispiele hierzu wie z.B. das Essen auf dem Teller oder die Platzierung des Getränkes wurden neugierig aufgenommen.
„Mit den Händen sehen“ wurde sehr deutlich im Erklären der Blindenschrift. Die ertastbare Blindenschrift, von einem blinden 15-​jährigen Franzosen Namens Braille erfunden, ist heute weltweit verbreitet. Eine vorgegebene Leseaufgabe und die Möglichkeit, selbst den eigenen Namen zu schreiben, war natürlich eine weitere Motivation für das interessierte Mitmachen an dieser Unterrichtseinheit.
Das „blinde“ Ertasten von einfachen Gegenständen des Alltages war eine weitere Herausforderung für die Kinder und so mancher hatte darin seine Schwierigkeiten. Aus Zeitgründen musste die Videovorführung über eine Blindenrehabilitation in Togo für eine andere Stunde eingeplant werden.
Mit ausreichendem Informationsmaterial versorgt bedankten sich die Kinder und ihre Lehrerinnen bei Eckart Baither für das Engagement und das vermittelte Wissen.
Als große Überraschung spendeten die Kinder zusammen mit ihrer Klassenlehrerin 60 Euro, die an eine Klinik nach Moshi/​Tansania überwiesen werden. Dort freuen sich zwei Menschen, die das Augenlicht über eine Operation wieder erhalten. Eckart Baither bedankte sich für diese tolle Unterstützung zugunsten der Blindenmission.
 

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