Entlassfeier des Lehrgangs 45 am Pädagogischen Fachseminar /Dr. Thomas Hertel: „Sie können stolz auf sich sein“
Einige der ersten, wenn nicht die ersten Lehrkräfte in Baden-Württemberg, die zeitgleich zur Einführung der neuen Schulart Werkrealschule für deren Umsetzung und Gestaltung ausgebildet sind, wurden gestern im Pädagogischen Fachseminar verabschiedet.
SCHWÄBISCH GMÜND. „Darauf können Sie stolz sein“ versicherte der Leiter des PFS, Thomas Hertel, der in seiner Ansprache die nun zu Ende gegangene Ausbildung Revue passieren ließ. Die
28 Absolventinnen und Absolventen träten in einer Zeit der Neuerungen in den Schuldienst des Landes ein — zumindest was die Weiterentwicklung der Werkrealschulen betrifft. Sie könnten, so Hertel, wesentlich zum Gelingen der Werkrealschule beitragen. Ganz entscheidend sei die Akzeptanz dieser Schulart und ihres Abschlusses bei den Abnehmern, der Industrie und dem Handwerk. Voraussetzung dafür sei freilich eine Veränderung im täglichen Unterricht an diesen Schulen. Hertel: „Es gibt nicht die Schüler, es gibt lauter einzelne Schülerindividuen und entsprechend auch sehr unterschiedliche Klassen“. Es müsse Phasen geben, in denen individuelles Lernen und entsprechendes Fördern durch die Lehrkräfte stattfinde. Dass dies gelingen könne, habe man beim Besuch der Burkhard-von-Hohenfels-Schule in Sipplingen am Bodensee erfahren, wo seit dreieinhalb Jahren „SOL“, also selbstorganisiertes Lernen, erfolgreich praktiziert werde. Lehrer treten dabei als Lernbegleiter auf und unterstützen ihre Schülerinnen und Schüler bei ihrem individuellen Lernprozess. Hertel: „Allerdings muss die Lernumgebung von den Lehrkräften gut vorbereitet sein“. Aufgrund ihrer Ausbildungsfächer, seien die Absolventen nicht zuletzt für die Wahlpflichtfächer an der Werkrealschule prädestiniert.
Während ihrer Ausbildung wurden sie in den neuen Bildungsplan und die grundsätzliche Zielrichtung dieser Schulart eingeführt. Zudem wurden die jungen Leute über die vielfältigen Schularten und ihre Abschlüssen in den drei Beruflichen Schulen informiert. Vor Ort, im Beruflichen Schulzentrum auf dem Hardt, konnten sie durch Unterrichtsmitschau und Gesprächen mit den Lehrern die Arbeit in den zweijährigen Berufsfachschulen kennen lernen. Dann haben sie sich die nötigen Kompetenzen für den Unterricht in den Wahlpflichtfächern der WRS erarbeitet und exemplarisch einen Fundus von Unterrichtseinheiten dafür entwickelt.
Mit Bestehen der Abschlussprüfung haben sie insgesamt gezeigt, so Hertel, dass sie die geforderten Kompetenzen für den Einstieg in den Beruf des Fachlehrers, der Fachlehrerin erlangt haben. Ein berufslebenslanges Weiterbilden müsse sich zwingend anschließen, um eine gute Lehrerin, ein guter Lehrer zu bleiben.
Mit der Zeugnisübergabe dürfen die Absolventen den Titel „Staatlich geprüfte Fachlehrerin bzw. Fachlehrer“ führen und an allen staatlichen Schulen in Baden-Württemberg unterrichten.
Im Profil „Pädagogische Konzepte für Schulen mit Ganztagesbetrieb“ haben sich „mit herausragendem Erfolg“ Carolin Breunig, Ingrid Fuchs, Dana Sagmeister und Judith Tröbs-Silzle ihre Zertifikate erarbeitet. Im Profil „Multimedia/Netzwerkberater“ waren dies Daniel Hoffmann, Timo Holl und Metin Kartal, im Profil „Wahrnehmung, Bewegung, Ernährung“ Susanne Dolmetsch-Stoll, Jessica Gold, Birgitt Lackner, Sabine Lindenlaub, Beatrix Mayer und Sonja Strobel. Beste Zertifikate im IuK-Bereich: Timo Holl, Birgitt Lackner, Sabine Lindenlaub, Dana Sagmeister
Die Lehrgangsbesten sind Birgitt Lackner (
1,
0 — eigentlich
0,
9 nach der Bonus/Malus Regelung) — sie ist die Landesbeste -, sowie Susanne Dolmetsch-Stoll (
1,
2) und Dana Sagmeister (
1,
3).
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