205 Jahre im Dienste der musica sacra beim Kirchenchor St. Konrad in Lorch in einer Feierstunde gewürdigt
Ein halbes Dutzend Chormitglieder konnten beim katholischen Kirchenchor St. Konrad in diesem Sommer ihr Jubiläum feiern. Dies wurde in einem Rundumschlag am vergangenen Freitag begangen.
LORCH
(pm). Hauptgratulant war Pfarrer Marc Grießer, der die Ehrung vornahm und den Dank der Kirchengemeinde überbrachte. Für den Chor gratulierte und dankte Chorsprecherin Luise Sommer und überreichte gemeinsam mit Stellvertreter Christoph Ziermann die Geschenke des Chores. Von den insgesamt
205 Jahren beim Lorcher Kirchenchor entfallen auf Maria Harr (Alt)
60 Jahre. Ganz jung, schon mit
15 Jahren, ging sie zusammen mit ihrer Mutter zur Chorprobe. Später kam noch die Tochter hinzu, so dass aus dieser Familie drei Generationen vertreten waren.
38 Jahre erfüllte sie für den Chor das Amt der Notenwartin. Sie erzählte, dass ihr und ihres Mannes Engagement ihr ganzes Familienleben geprägt habe. Sie war die Seele des Chores und kümmerte sich um alles wie eine Mutter.
50 Jahre konnte Leander Kaufmann (Tenor) feiern. Er ist eine tragende Säule in seiner Stimmlage und — er war immer zur Stelle, egal ob eine Beerdigung, Vesper, Schola oder Messe anstand. Auch seine beiden Töchter konnte er fürs Mitsingen begeistern.
Darüber hinaus war auch die Enkelin einige Jahre dabei. In Anlehnung an den berühmten Tenor nannte man Kaufmann früher im Chor nur den „Vico“. Auf Christoph Ziermann (Tenor) entfallen
30 Jahre. Außer seiner Stimme wird sein großes Talent bei der Vorbereitung, Planung und Durchführung von Chorausflügen sehr geschätzt. Er ist auch sonst einer der sehr Aktiven in der Kirchengemeinde und als Liturgie– und Wortgottesdiensthelfer sowie für Sonderaufgaben im Einsatz.
Für insgesamt
25 Jahre (davon in Lorch
20 Jahre und fünf im Chor der Gemeinde Maximilian Kolbe in Stuttgart.-Vaihingen) wurde Luise Sommer (Alt) geehrt. Im Februar hat sie das Amt der Chorsprecherin übernommen. Jeweils
20 Jahre sind Klara Raab (Alt) und Joanna Golinski (Sopran) dabei. Klara Raab engagiert sich auch im Frauenkreis und ist sich für keine Mithilfe in der Gemeinde zu schade. Als Sopranistin mit einer wunderschönen Stimme verfügt Joanna Golinski über das absolute Gehör. Seit Jahren wirkt sie als Organistin in der Seelsorgeeinheit Lorch-Alfdorf und ist jetzt Mitglied des Kirchengemeinderates. Scherzhaft wurde sie am Freitagabend als die Lorcher Version der „Königin der Nacht“ bezeichnet.
Im Rahmen eines kleinen Festaktes überbrachte Pfarrer Marc Grießer die Glückwünsche der Kirchengemeinde. Er dankte dem Chor allgemein und sagte, dass es ungewöhnlich sei, dass eine relativ kleine Kirchengemeinde wie die Lorcher einen so leistungsstarken Chor habe. Er erinnerte an das Buch des Bestsellerautors
Dr. Manfred Lütz „Gott, eine kleine Geschichte des Größten“, in welchem der Autor schreibt, dass man Gott auch durch die Musik erfahren könne.
Alle Jubilare bekamen einen Blumenstrauß und eine Urkunde des Cäcilienverbandes der Diözese Rottenburg Stuttgart. Maria Harr und Leander Kaufmann erhielten statt der Urkunde den Ehrenbrief des Cäcilienverbandes sowie ein Dankschreiben von Diözesanbischof
Dr. Gebhard Fürst.
Im Namen des Chores dankte die Sprecherin Luise Sommer allen Jubilaren für ihr außergewöhnliches Engagement und ihre Treue und überreichte ihnen individuell ausgewählte Geschenke. „Nutze die Zeit“ wurde beim Festakt gesungen. Ja, in der Tat, alle haben sie ihre Zeit gut genützt und ihrer Seele damit Gutes getan.
Nach dem zwangsläufig langen offiziellen Teil konnte man endlich zum gemütlichen übergehen, mit einem Glas Sekt anstoßen und sich auf die von den Jubilaren gestifteten Köstlichkeiten stürzen. So beendete dieser lange und lustige Abend ein intensives Probenjahr.
Vor dem Aufbruch erklang noch der irische Reisesegen: „Möge die Straße uns zusammenführen“. Danach wurde der Chor in die wohlverdienten Sommerferien entlassen. Es wäre schön, wenn zum bewährten Team aus alten Hasen und jungen Füchsen neue Sänger hinzukämen, damit auch weiterhin gute Musik dargebracht wird, zur Ehre Gottes und zur Freude der Menschen.
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