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» Schwäbisch Gmünd | Sonntag, 04. Juli 2010

Das Land Baden-​Württemberg und die Stadt Göppingen wollen jetzt den Hohenstaufen schöner denn je in den Blickpunkt rücken

Ehrfurcht begleitet den Wanderer, wenn er den Hohenstaufen mit seiner Burgruine besteigt. Denn von diesem Bergkegel zwischen Göppingen und Gmünd strahlte im 12. und 13. Jahrhundert die Herrschaft und die Kultur der Staufer nach ganz Europa und bis an den Rand des Orients aus. Dazu kamen viele Burgen– und Stadtgründungen, von Gmünd bis Hamburg. Dies soll nun stärker ins Bewusstsein gerückt und besser veranschaulicht werden.

SCHWÄBISCH GMÜND (hs). Wie bereits kurz berichtet, unterzeichneten am Dienstag die Stadt Göppingen, das Land Baden-​Württemberg und der Schwäbische Albverein eine „Hohenstaufen-​Vereinbarung“, die Oberbürgermeister Guido Till und Staatssekretär Dr. Stefan Scheffold als historisch und mit Bedeutung fürs gesamte Stauferland einstuften.
Auf dem Hohenstaufen befindet sich die Ruine der ehemaligen Stammburg der Staufer. Das Wappen der Staufer, die drei Stauferlöwen, führt das Land Baden-​Württemberg sogar noch heute im Landeswappen. Land, Stauferkreis Göppingen und die Hohenstaufenstadt Göppingen wollen den kulturhistorisch wichtigen Berg und die historische und bauliche Substanz so gestalten und aufwerten, dass ein touristischer Schwerpunkt entsteht, der der Bedeutung dieses Ortes gerecht wird. Es gibt bereits spannende Ideen zur Frage, wie die Umrisse der ehemaligen Stauferburg besser visualisiert werden könnten, so beispielsweise mittels eines ausgeklügelten Lichtkonzeptes.
Ein Masterplan für den geschichtsträchtigen Berg entstand bereits 2007. Auch der damalig Ministerpräsident Günther Oettinger schaltete sich ein. „Danach war der Stein richtig ins Rollen geraten“, erinnert sich OB Till. 2008 erstellte die Stadt Göppingen die Neukonzeption für den Umbau des Dokumentationsraumes für staufische Geschichte. Entscheidend war im Sommer 2008 das Treffen mit Landrat Weber, Dr. Birk, Ministerialdirektorin Dr. Gisela Meister-​Scheufelen vom Finanzministerium und Ministerialdirektor Max Munding vom Ministerium für Ländlichen Raum sowie OB Till. Das Finanzministerium ließ die Investitionen für die Sanierung und Sicherung der Mauerreste ermitteln. Staatssekretär Dr. Birk setzte sich für die Übernahme der Vermarktung des Berges durch die Staatlichen Schlösser und Gärten ein. Die Göppinger Stadtverwaltung plante den Umbau der Schutzhütte, das Baugesuch wurde erstellt, und im März die Baugenehmigung erteilt. Jetzt sind konkrete Gespräche über die touristische Vermarktung des Berges mit „Schlösser und Gärten“ und der Stadt vorgesehen. In dem Vertrag, der diese Woche unterzeichnet wurde, geht es um das Hochplateau des Berges, also sowohl das Areal mit der Burgruine als auch die Fläche mit der Schutzhütte des Schwäbischen Albvereins. Die Stadt Göppingen kauft dieses Betongebäude vom Schwäbischen Albverein baut es zu einer Wandergaststätte um. Weiterhin wird sich das Land um die Erhaltung und Pflege der Burgruinenreste kümmern. Staatssekretär Dr. Scheffold betont: „Der Hohenstaufen ist immer wieder eine Kurzreise wert.“ Zu den Stauferstätten Wäscherburg, Lorch und auch Schwäbisch Gmünd bestünden „vielfältige Anknüpfungspunkte.“
Wenn Gmünd 2012 die 850-​Jahr-​Feier begeht, dann in Erinnerung an die Stadterhebung im Jahre 1162 durch die Staufer. Von 1138 bis 1250 regierten und prägte die Stauferdynastie große Teile des Abendlandes. Das Stauferreich bildete im Mittelalter mithin einen ersten Versuch eines vereinten Europas.

Das Staufermuseum, direkt am Fuße des Bergkegels gelegen, ist in den Sommermonaten Dienstag bis Sonntag von 10 bis 12 Uhr und von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Es gibt einen Überblick über die Baugeschichte der Burg und die Staufergeschichte insgesamt. Der Eintritt zu der Ausstellung ist sogar frei.
 

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