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» Ostalbkreis | Montag, 05. Juli 2010

Erlebnismarkt naturnah rund ums Kloster Lorch

Am gestrigen Sonntag passte alles; die Besucher kamen in Strömen, das Angebot war großartig und das Wetter genau richtig. Das war die erfreuliche Bilanz der Aussteller des Erlebnismarktes „naturnah“, der am Wochenende zum ersten Mal rund um das Kloster Lorch stattfand. Von Dorothee Wörner

LORCH. Am Samstag war der Besuch nicht so toll, viel zu heiß und dann noch das Fußballspiel. In der Nacht gab es dann noch ein gewaltiges Gewitter, das fünf Pagodenpavillons abheben ließ. Wie gut, dass es den Sonntag gab.
Schon auf dem Weg zum Kloster konnte man auf einer Wiese den Vorführungen der Hütehunde zusehen. Laut beklatscht wurden die Gehorsamkeit der Hunde und die Abstimmung mit dem Schäfer beim Eintreiben oder richtungsweisenden Vorwärtstreiben der Schafe. Ein gellender Pfiff oder ein gurgelnder Laut, das ist die Sprache, die da gesprochen und verstanden wird. Auf der Wiese tummelten sich noch mehr Tiere; Lamas, Alpakas und goldige Ferkel der Wollmilchschafe. Und im Klosterinnenhof kam den Besuchern mit wiegendem Schritt ein Kamel entgegen, zwischen seinen Höckern durften es sich die Kinder gemütlich machen, während das Kamel vom Besitzer eine Runde ums Kloster geführt wurde.
Für Familien mit Kindern war „naturnah“ wirklich ein Erlebnis, hier durften sie beim Papierschöpfen zuschauen, dort erklärte ihnen ein Imker den Aufbau einer Bienenwabe und im Kloster führte ein Marionettentheater „Das Traumfresserchen“ von Michael Ende auf, und wer sich beim ersten Mal nicht satt sehen konnte hatte dreimal die Gelegenheit dazu. Ebenso erging es den Erwachsenen, die bei einer Führung durch das Kloster und das Stauferrundbild dabei waren. Hatten sie einen Termin verpasst, so konnten sie sich einfach der nächsten Führung anschließen. Mit ihrem großen Wissen um die Entstehung des Klosters und einen Abriss über die Geschichte der Staufer begeisterten Fremdenführer wie Andreas Weißer und Fritz Raunecker die Gäste. Die Menschen durften sich treiben lassen, außerdem bekamen auch die Nase und der Gaumen etwas geboten; Naturseifen, Kräuterdüfte, Kräutertees, Gewürze und vielerlei Sorten von Honig und Senf machten die Auswahl schwer. Ins Auge stachen auch Dinge, die den Garten zu einem besonderen Aufenthaltsort machen – Luftmöbel beispielsweise, wie der Hersteller seine knallbunten Hängematten nennt, oder skurrile Vogelhäuschen, Pflanzenstecker und Kugeln. Auch ausgefallene Beetpflanzen wurden angeboten und Unikat-​Kleidungsstücke für Kinder und Erwachsene, diverser Schmuck verführte ganz besonders zum Kauf.
Im Jahr 2007 hat Gunter Pelz die Stauferfalknerei beim Kloster eröffnet. Ursprünglich entstand sie aus einem Hobby, inzwischen ist sie ein Hauptmagnet bei den Klosterbesuchern. Seit dieser Zeit führt das Touristik-​Büro des Klosters Lorch gemeinsam mit Gunter Pelz Veranstaltungen durch, um das Kloster als touristisches Ziel einem breiten Publikum bekannt zu machen und „die Besucher einen schönen Tag erleben lässt“, wie er es ausdrückt.
Über einhundert Standbetreiber konnten für den Erlebnismarkt „naturnah“ gewonnen werden, Bereits auf andere Veranstaltungen, wie das Bärlauchfest, oder den historischen Staufermarkt war die Resonanz der Besucher sehr gut. Viele, die nur allzu oft im Tal am Kloster vorbei gefahren seien und diesem lediglich einen Blick geschenkt hätten, haben dabei erst erfahren, was für ein Kleinod hier entdeckt werden kann, so Gunter Pelz.
 

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