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» Schwäbisch Gmünd | Montag, 05. Juli 2010

Menschen mit Behinderung beim Inklusionskongress

Wie geht das eigentlich mit der Inklusion und gibt es das auf der ganzen Welt? Wie erlebe ich als Mensch mit Behinderung einen großen Kongress und eine Gemeinschaft mit Gleichgesinnten aus der ganzen Welt?

SCHWÄBISCH GMÜND (pm). Eine Antwort auf diese Fragen konnte beim 15. Weltkongress von „Inclusion International“, eine Vereinigung, die bereits seit 50 Jahren besteht, in Berlin erfahren werden. Sechs Menschen mit Behinderung wurden vom Teilhabeprojekt der Stiftung Haus Lindenhof „Miteinander mittendrin“ nach Berlin begleitet. Für die Menschen mit Behinderung war das eine tolle Erfahrung und für jeden war etwas anderes wichtig. Die direkten Grußworte per Video von Bundeskanzlerin Merkel und die Ansprache der Ministerin Ursula von der Leyen fanden viele toll. Mesut Sola aus dem Haus Gabriel schwärmt von den barrierefreien Busfahrten durch Berlin: „alle Busse haben dort Rampen, das ist gut“. Sola sitzt seit einem Unfall vor gut zwei Jahren im Rollstuhl und möchte nun ein möglichst selbst bestimmtes Leben führen, dazu gehört für ihn hauptsächlich Barrierefreiheit. Dies wurde auch auf dem Kongress erörtert. Hier ging es um Gleichberechtigung von Menschen mit und ohne Behinderung, was sich auf die aktuelle UN-​Behindertenrechtskonvention bezieht und um die Forderung, selbst bestimmt leben zu können und bei allem dabei zu sein.
Internationale Veranstaltung
mit 2500 Teilnehmern
Der Kongress mit 2500 Teilnehmern richtete sich direkt an Menschen mit Behinderung, es wurde vieles in einfacher Sprache mitgeteilt und musste auch häufig ins Deutsche übersetzt werden — es war eben international. Petra Schrieb, die in einer ambulanten Betreuungsform lebt, fand hier viele interessante Anregungen und Bestätigungen ihrer Tätigkeit wieder, sie engagiert sich im Beirat der Werkstatt für behinderte Menschen in Bettringen. Die Gelegenheit, wegen diesem Kongress einmal nach Berlin zu kommen, ließen sich die Teilnehmer dieser Fahrt nicht entgehen.
Und eine Erkenntnis nimmt man auf alle Fälle mit nach Hause, nämlich dass Menschen mit Behinderung auf der ganzen Welt ganz ähnliche Probleme wie hierzulande haben. Aber alle machen sich gemeinsam auf und fordern die gleiche Rechte, nämlich so zu leben, wie alle anderen Menschen auch.
 

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